http://www.faz.net/-gq5-7hboe

NSA-Affäre : Geheimdienste spähen Finanztransaktionen aus

  • Aktualisiert am

Das Hauptquartier der NSA im amerikanischen Fort Meade Bild: dpa

Die amerikanischen Geheimdienste haben anscheinend den Datenverkehr des internationalen Bankennetzwerks „Swift“ ausspioniert. Auch der brasilianische Ölkonzern Petrobras war im Visier der NSA.

          Amerikanische Geheimdienste spähen einem Medienbericht zufolge Datenverkehr zwischen internationalen Banken sowie mehrere Firmen aus. Betroffen seien unter anderem das Telekommunikationsnetzwerk für den Interbanken-Austausch (Swift), über das viele Finanztransaktionen weltweit abgewickelt werden.

          Weitere Ziele der Geheimdienste waren die Firmennetzwerke von Google und dem staatlichen brasilianischen Ölkonzern Petrobras, berichtete der brasilianische TV-Sender Globo unter Berufung auf Dokumente des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden. Auch Netze des französischen Außenministeriums seien angezapft worden. Der Sender berief sich auf NSA-Präsentationen vom Mai 2012, mit denen neue Agenten für das Ausspähen von Unternehmen geschult wurden.

          Der nationale Geheimdienstdirektor der Vereinigten Staaten, James Clapper, gestand ein, dass die amerikanischen Dienste Wirtschafts- und Finanzdaten sammelten. Dies ziele aber nur darauf ab, die Finanzierung von Terrorismus zu überwachen und Probleme vorherzusagen, die zu Finanzkrisen oder anderen schweren Verwerfungen am Markt führen könnten. Die beteiligten Unternehmen waren zunächst nicht zu erreichen oder lehnten Stellungnahmen ab.

          In einem Globo-Interview sagte der Journalist und Snowden-Vertraute Glenn Greenwald, er verfüge über Dokumente, die „noch viel mehr Informationen über das Ausspähen von Unschuldigen, von Leuten, die nichts mit Terrorismus oder Wirtschaftsinformationen zu tun haben“ enthielten. Diese Dokumente müssten veröffentlicht werden.

          Erst vor einer Woche hatte Globo aufgedeckt, dass auch E-Mails und Telefonate der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff sowie von deren mexikanischem Kollegen Enrique Peña Nieto angezapft wurden. Brasilien hat deswegen eine Entschuldigung vom amerikanischen Präsidenten Barack Obama gefordert.

          Weitere Themen

          Erdogan ist der Sieger Video-Seite öffnen

          Wahlkommission erklärt : Erdogan ist der Sieger

          Mehr als die Hälfte der Wähler hätten für ihn gestimmt, sagte der Vorsitzende der Wahlkommission, in der Nacht zum Montag nach Auszählung von 97,2 Prozent der Stimmen. Das Parlament verändert sich aber trotzdem.

          Topmeldungen

          DFB-Team bei der WM : Die deutsche Entdeckung der Geschwindigkeit

          Der deutschen Mannschaft fehlt es im Vergleich zu anderen Nationen nicht an Erfahrung. Doch erst mit den Tempomachern Reus, Werner und Rüdiger kommt das DFB-Team gegen Schweden einen Schritt voran.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.