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Hillary Clinton : Die Ufologen würden sie wählen

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Es scheint ihr Ernst: Wahlkämpferin Hilary Clinton spricht vor einigen Tagen in New Hampshire auch über Ufos. Bild: dpa

Hillary Clinton will als Präsidentin Auskunft über angebliche außerirdische Besucher geben. Sie will sogar einen Arbeitsstab zu Recherchen der Area 51 gründen. Was sagen die Wähler dazu?

          Das Weiße Haus war für Hillary Clinton eigentlich nur die zweite Wahl. Die Präsidentschaftsbewerberin der amerikanischen Demokraten, die als First Lady schon mit Ehemann Bill an der Pennsylvania Avenue residierte, hatte sich anfangs dem Weltall verschrieben. Als Dreizehnjährige schrieb sie der amerikanischen Raumfahrtbehörde (Nasa), sich als Astronautin bewerben zu wollen. „Die Nasa antwortete, dass es keine weiblichen Astronauten geben würde. Ich war damals ziemlich geknickt“, verriet Clinton vor ein paar Jahren.

          Wie jetzt ein Besuch der Achtundsechzigjährigen im Bundesstaat New Hampshire zeigte, konnte die Absage ihre Faszination für die Rätsel des Universums aber nicht brechen. Auf die Frage eines Reporters der „Conway Daily Sun“, ob Clinton sich als Präsidentin auch für die Erforschung unbekannter Flugobjekte, kurz Ufos, einsetzen würde, antwortete sie enthusiastisch: „Vielleicht haben wir in der Vergangenheit schon Besuch von Außerirdischen bekommen. Wir können das aber nicht mit Sicherheit sagen.“ Auch die Bemerkung, sie würde gern mehr über das militärische Sperrgebiet Area 51 in der Wüste Nevadas erfahren, ließ viele Amerikaner aufhorchen.

          Washingtoner Regierung soll Alien-Leichen geborgen haben

          Seit Jahrzehnten ranken sich die abenteuerlichsten Theorien um das Gebiet am ausgetrockneten Salzsee Groom Lake, das zum militärischen Testgebiet Nellis Range gehört. Amerikanische Ufologen vermuten, dass die Regierung auf dem Terrain nicht nur mit Flugzeugen und Waffen experimentiert, sondern dort auch unbekannte Flugobjekte untersucht. Zu den Fundstücken soll auch eine außerirdische Raumfähre zählen, die angeblich im Sommer 1947 in der Nähe der Gemeinde Roswell im Bundesstaat New Mexico in den Wüstensand stürzte. Die Mitteilung des Presseoffiziers Walter Haut, in der Nähe seines Luftwaffenstützpunkts in Roswell sei eine „fliegende Scheibe“ niedergegangen, löste damals Spekulationen über einen Besuch Außerirdischer aus.

          Die Version der amerikanischen Regierung, bei Roswell sei lediglich ein Wetterballon abgestürzt, heizte die Recherchen von Ufo-Forschern wie Stanton Friedman und Kevin Randle weiter an. Sie gehen davon aus, dass vor fast 70 Jahren mindestens ein unbekanntes Flugobjekt in der Wüste landete. Die Leichen der Aliens soll die Washingtoner Regierung geborgen haben, um sie zu untersuchen. „Es macht mich krank, dass die US Air Force Öffentlichkeit, Medien sowie den Kongress über Ufos und besonders den Zwischenfall in Roswell belügt“, warf der Atomphysiker Friedman der Luftwaffe bereits vor 20 Jahren vor. Sein Angebot, sämtliche Daten offenzulegen und wissenschaftlich auszuwerten, sei immer wieder ausgeschlagen worden.

          Während der Präsidentschaft Bill Clintons bemühte sich auch der New Yorker Milliardär Laurance Rockefeller um die Herausgabe der Regierungsakten zu Ufos, Außerirdischen und Roswell. 1993 nahm der Spross des Unternehmerclans erstmals Kontakt zum Weißen Haus auf, um die Luftwaffe zu einem offiziellen Bericht über die „flying disc“ aus dem Sommer 1947 zu bewegen. Zwei Jahre später lud Rockefeller die damalige First Lady Hillary Clinton auf seine Ranch nach Wyoming ein.

          „Rockefeller wird sich mit Ihnen über außersinnliche Wahrnehmung, paranormale Phänomene und Ufos austauschen wollen“, warnte Jack Gibbons, der Chef der Abteilung für Wissenschafts- und Technologiepolitik damals. „Ich habe ihm gesagt, dass wir die Angelegenheit unvoreingenommen angehen, aber uns nicht zu sehr von weltlichen Notwendigkeiten entfernen wollen.“ Nach Gesprächen bei Waldspaziergängen in Wyoming, bei denen Fotografen unter Clintons Arm Paul Davies’ kosmische Betrachtungen „Are We Alone?“ entdeckten, soll die First Lady weiter mit dem Geschäftsmann und Umweltschützer korrespondiert haben.

          „Es ist an der Zeit, die Wahrheit herauszufinden“

          Als Reaktion auf die sogenannte Rockefeller-Initiative hatte Präsident Clinton zuvor bereits das Washingtoner Nationalarchiv angewiesen, vertrauliche Dokumente zugänglich zu machen. Wie Grant Cameron und weitere Ufologen später monierten, enthielten die freigegebenen Akten aber nur bruchstückhafte Angaben zu Roswell und andere „Ufo sightings“.

          Clintons Versprechen in New Hampshire, sich nach einem eventuellen Umzug in das Weiße Haus auch Außerirdischer anzunehmen, versetzte amerikanische Ufologen nun wie erwartet in Aufregung. Stephen Bassett, Washingtons einziger eingetragener Ufo-Lobbyist, feierte die Statements der Präsidentschaftsbewerberin als „Durchbruch in der Geschichte der Politik“. Auch John Podesta, früher Bill Clintons Stabschef und heute Hillarys Clintons Wahlkampfmanager, soll nach dem Ufo-Outing seiner Chefin in Jubel ausgebrochen sein.

          Der Siebenundsechzigjährige fordert seit Jahren, den Spekulationen über Roswell durch die Veröffentlichung der Akten auf den Grund zu gehen. „Es ist an der Zeit, die Wahrheit herauszufinden. Das amerikanische Volk will sie erfahren – und kann auch mit ihr umgehen“, schrieb Podesta schon vor vier Jahren in der Einleitung zu Leslie Keans Buch „UFOs: Generals, Pilots, and Government Officials Go on the Record“.

          Dass Clintons Überlegung, als Präsidentin einen Arbeitsstab zu Recherchen der Area 51 zu gründen, auch bei ihren Wählern gut ankommt, lässt eine Umfrage der National Geographic Society ahnen. Bei der Untersuchung im Sommer 2012 gab jeder dritte Befragte an, an Besuche von Außerirdischen auf der Erde zu glauben. Acht von zehn Befragten waren zudem überzeugt, von der amerikanischen Regierung über Ufos belogen worden zu sein. Ganz so ernst wie viele Kommentatoren scheint die ehemalige Außenministerin die potentiellen Enthüllungen über Aliens aber nicht zu nehmen. Eine Bitte der Website „Motherjones.com“, sich zu unbekannten Flugobjekten zu äußern, beantwortete ein Sprecher schon vor Monaten ironisch mit einem Zitat aus der Science-Fiction-Serie „The X-Files“. „Wir haben die strikte Vorschrift, extraterrestrische Aktivitäten nicht zu kommentieren“, ließ Nick Merrill wissen. „Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen.“

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