http://www.faz.net/-gq5-773rf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 21.02.2013, 08:43 Uhr

Erste außenpolitische Rede Kerry bekräftigt Führungsanspruch Amerikas

Amerikas neuer Außenminister Kerry hat davor gewarnt, sich angesichts knapper Kassen aus der Weltpolitik zurückzuziehen. „Amerikas nationales Interesse zu führen bleibt in der Welt weiter bestehen.“

© AP/dpa Erste außenpolitische Rede als Minister: John Kerry in der Universität von Virginia

Der neue amerikanische Außenminister John Kerry hat den globalen Führungsanspruch der Vereinigten Staaten unterstrichen. Amerika dürfe auch angesichts knapper Kassen nicht der Versuchung erliegen, sich aus der Weltpolitik zurückzuziehen. Außenpolitik beeinflusse heute auch die globale Wirtschaft und damit das Wohlergehen Millionen Amerikaner zu Hause. „Wir besitzen nicht mehr den Luxus, nur nach innen zu blicken“, sagte er bei einer seiner ersten größeren Reden seit der Amtsübernahme.

„Amerikas nationales Interesse zu führen bleibt in der Welt weiter bestehen“, sagte Kerry am Mittwoch (Ortszeit). Erst Anfang des Monats hatte er Hillary Clinton an der Spitze des State Department abgelöst. Der 69 Jahre alte ehemalige Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei gilt als ein strikter Gegner militärischer Alleingänge und Abenteuer.

Treffen mit Merkel und Westerwelle in Berlin

Kerry wird bereits nächste Woche auf seiner ersten Auslandsreise als Minister auch Berlin besuchen. Dort trifft er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Dabei dürfte es auch um den Vorschlag einer Freihandelszone zwischen Europa und den Vereinigten Staaten gehen. Weitere Reiseziele sind Großbritannien, Frankreich und Italien sowie Ägypten und mehrere Länder in Nahost.

Bei seiner Rede an der University of Virginia in Charlottesville sagte Kerry weiter, es gebe keinen Rückzug von der Globalisierung. „Ich weiß, dass einige von Euch und viele im ganzen Land wünschen, dass die Globalisierung einfach verschwindet.“ Das sei aber unmöglich. „Kein Politiker, so mächtig er auch sein mag, kann diesen Geist wieder zurück in die Flasche bringen.“

Ausführlich ging Kerry auch auf den Kampf gegen den Klimawandel ein und forderte zum gemeinsamen Handeln der gesamten Staatengemeinschaft auf. „Lasst es uns klar sagen: Wir sind davon alle betroffen.“ Keine Nation könne den Kampf allein führen.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Demokraten in Sorge Ersatz für Hillary Clinton?

Wer geht für die Demokraten ins Rennen, wenn Hillary Clinton wegen ihres E-Mail-Skandals für die Partei nicht mehr tragbar wäre? Es muss nicht unbedingt Bernie Sanders sein. Eine Analyse. Mehr Von Aziza Kasumov

25.05.2016, 12:25 Uhr | Politik
Amerika Dämpfer für Clinton bei Vorwahl in West Virginia

Bei den Vorwahlen in West Virginia hat Hillary Clinton einen Dämpfer hinnehmen müssen. Bei der Abstimmung setzte sich am Dienstag ihr Rivale Bernie Sanders durch. Dennoch ist Clinton die Kandidatur kaum noch zu nehmen. Sie kommt inzwischen auf 2228 Delegiertenstimmen, ihr fehlen damit nur noch 155 Stimmen für die Nominierung. Mehr

11.05.2016, 10:16 Uhr | Politik
Vorwahlen in Amerika Trump greift Clinton wegen E-Mail-Affäre an

Weil sie während ihrer Amtszeit als Außenministerin unerlaubt einen privaten E-Mail-Server benutzt hat, droht Hillary Clinton im schlimmsten Fall eine Anklage. Die Republikaner reiben sich die Hände. Mehr

26.05.2016, 06:33 Uhr | Politik
Amerikanischer Vorwahlkampf Halbnackte Männer bringen Clinton aus dem Konzept

In Kalifornien präsentierten sich John Nelson und Dan Stifler oben ohne. Auf ihre Körper hatten sie Hillary is perfect geschrieben. Mehr

26.05.2016, 11:56 Uhr | Politik
Wahlkampf in Amerika Donald Trump will die Kohle retten

Amerika zuerst, das gilt für Donald Trump auch in der Energie-Politik. Er lobt die Kohle, wirbt für eine umstrittene Pipeline - und will das Pariser Klimaabkommen kippen. Mehr

27.05.2016, 07:26 Uhr | Wirtschaft

Ins Beinhaus von Douaumont

Von Berthold Kohler

Wo, wenn nicht in Verdun, sollte Europa begreifen können, dass die Serie seiner Krisen ein unvergleichlich glücklicherer Zustand ist als das, was früher europäische Normalität war, der Krieg? Mehr 30