Home
http://www.faz.net/-hoz-791ka
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

CIA-Schreiben angeblich manipuliert Amerikas Regierung abermals wegen Benghasi in der Kritik

Die amerikanische Regierung soll interne Schreiben des CIA manipuliert haben, um den Anschlag vom 11. September 2012 in Benghasi herunterzuspielen. Das berichteten amerikanische Medien. Ein Sprecher des Weißen Hauses dementierte die Vorwürfe.

© dpa Vergrößern September 2012: Angriff auf das amerikanische Konsulat in Benghasi

Das Weiße Haus und das amerikanische Außenministerium sind im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf das amerikanische Konsulat im libyschen Benghasi abermals in die Kritik geraten. Der Sender ABC-News warf der Regierung von Präsident Barack Obama am Freitag vor, interne Schreiben des Auslandsgeheimdienstes CIA manipuliert zu haben, um den Anschlag vom 11. September 2012 herunterzuspielen. Bei dem Angriff auf das Konsulat waren der amerikanische Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Diplomaten getötet worden.

Manipulierte Notizen

Aus den bearbeiteten Schriftstücken, die dem Sender vorlägen, seien alle Hinweise aus den Originalen gestrichen worden, die auf das mit Al Qaida verwandte Terrornetzwerk Ansar al Sharia gewiesen hätten. Entfernt worden seien auch Informationen darüber, dass die CIA im Vorfeld vor einem bevorstehenden Terroranschlag gewarnt habe. Die Sprecherin der damaligen Außenministerin Hillary Clinton, Victoria Nuland, habe die Änderungen initiiert. Die manipulierten Notizen hätten unter anderem UN-Botschafterin Susan Rice als Argumentationshilfe gedient.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, hatte dies bereits dementiert und erklärt, in den Schriften sei lediglich ein einziges Wort verändert worden. Am Freitag unterstrich Carney wiederholt vor Journalisten, die einzige Änderung, die das Weiße Haus oder das Außenministerium vorgenommen habe, hätte sich auf die Ortsbezeichnung in Bengasi bezogen. Man habe aus einem „Konsulat“ einen „diplomatischen Posten“ gemacht.

Mehr zum Thema

Der Vorfall war erst Tage später von der Regierung ausdrücklich als gezielter Terrorangriff eingestuft worden. In einem Untersuchungsbericht wurde Clintons Ministerium angelastet, es habe nicht genug erfahrene Sicherheitsleute zur Verfügung gestellt. Mehrere ranghohe Mitarbeiter mussten deswegen ihren Posten räumen.

Die oppositionellen Republikaner warfen Clinton seinerzeit vor, sie habe den Anschlag als spontanen Übergriff nach einem anti-muslimischen Schmähvideo herunterspielen wollen. Am Donnerstag hatten die Konservativen in einer Anhörung vor dem Kongress abermals mehr Informationen über die Vorgänge rund um das Attentat verlangt. Carney bezeichnete das Anliegen als „andauernden Versuch, eine Tragödie zu politisieren, die vier amerikanische Menschenleben gekostet hat.“

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Jemen Al Qaida tötet durch Anschläge 45 Huthi-Rebellen

Auch der Süden der arabischen Welt stürzt ins Chaos. Eine Gruppe des Terrornetzwerkes von Al Qaida hat bei einem Anschlag auf ein Krankenhaus im Jemen mehr als 40 schiitische Kämpfer getötet. Mehr

29.09.2014, 05:35 Uhr | Politik
Obamas Pressesprecher tritt zurück

Jim Carney sei einer seiner engsten Freunde in Washington, sagte der amerikanische Präsident bei einem überraschenden Auftritt während einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Mehr

31.05.2014, 13:11 Uhr | Politik
Kampf gegen Dschihadisten Syrische Regierung begrüßt amerikanische Luftangriffe

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat eine Zusammenarbeit mit dem syrischen Machthaber Baschar al Assad ausgeschlossen. Dessen Regierung stellt sich nun hinter die von den Vereinigten Staaten angeführten Luftangriffe auf Dschihadisten in Syrien. Mehr

23.09.2014, 04:03 Uhr | Politik
Amerikas Beweise

Die amerikanische Regierung wirft Russland vor, die Ukraine mit Raketen beschossen zu haben. Diese Fotos sollen das beweisen. Russland weist jede Anschuldigung zurück. Mehr

28.07.2014, 10:28 Uhr | Politik
Islamistischer Terror IS-Miliz verbreitet weiteres Geisel-Video

Die IS-Terrormiliz hat ein weiteres Propagandavideo veröffentlicht, in dem die britische Geisel John Cantlie das Vorgehen des amerikanischen Präsidenten Barack Obama kritisiert. Mehr

30.09.2014, 07:03 Uhr | Aktuell
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.05.2013, 10:34 Uhr

Die Schattenseite

Von Jasper von Altenbockum

Die Regierung weiß, dass es in Unterkünften für Flüchtlinge zu Gewaltausbrüchen kommen kann – Bürokratismus nützt nun ebensowenig wie Romantik. Mehr 4