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Veröffentlicht: 15.10.2015, 14:00 Uhr

Krieg gegen die Taliban Obama stoppt Abzug aus Afghanistan

Der amerikanische Präsident Obama will einem Zeitungsbericht zufolge wesentlich mehr Truppen in Afghanistan belassen als bislang geplant. Für einen Abzug soll es offenbar keinen festen Zeitplan mehr geben.

© dpa Die amerikanischen Soldaten werden sich nicht in die Botschaft zurückziehen, sondern die afghanischen Sicherheitskräften weiterhin unterstützen.

Präsident Barack Obama will den Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan stoppen. Dies verlautete aus Regierungskreisen in Washington. Angesichts der Taliban-Offensive hatte sich der amerikanische Oberkommandeur in Afghanistan, John Campbell, kürzlich für einen langsameren Abzug vom Hindukusch ausgesprochen.

Nach Informationen der „New York Times“ soll die gegenwärtige Truppenstärke von 9800 Soldaten in Afghanistan auch im kommenden Jahr erhalten bleiben. Erst zum Ende des Jahres oder sogar erst 2017 soll sie auf 5500 reduziert werden. Der ursprünglich Plan sah vor, die Anzahl der Soldaten im kommenden Jahr zu halbieren und Anfang 2017 nur noch rund 1000 Soldaten im Land zu belassen, die sich in die amerikanische Botschaft in Kabul zurückziehen sollten.

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Damit werden die amerikanischen Truppen auch weiterhin die afghanischen Sicherheitskräfte ausbilden und diese bei Operationen gegen die Taliban unterstützen, heißt es in der „New York Times“. Mit der Entscheidung, den Abzug aus Afghanistan zu verlangsamen, erkenne Obama an, dass die die afghanischen Sicherheitskräfte noch nicht in der Lage sind, die Sicherheit des Landes zu garantieren. Erst vor kurzem war es einigen hundert Taliban-Kämpfern gelungen, Tausende afghanische Soldaten und Polizisten aus Kundus zu vertreiben und die Stadt für zwei Wochen zu besetzen. Bei der Rückeroberung hatte die amerikanische Armee die afghanischen Truppen unterstützt. Dabei war es auch zu einem Luftangriff auf ein Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen gekommen, bei dem 24 Menschen starben.

Die weitere Reduzierung der Truppenzahl auf 5500 sei nicht an an Datum gebunden, sagte ein anonymer Regierungsmitarbeiter der „New York Times“. Vielmehr beruhe der angepeilte Zeitpunkt auf der Einschätzung der Kommandeure im Land. Außerdem habe so auch der Nachfolger Obamas im Amt des amerikanischen Präsidenten noch Manövrierraum.

Mit dem neuen Plan geht Obama auch auf Wünsche des afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani ein, der schon lange gefordert hatte, mehr Truppen im Land zu belassen. Wie viele es dann sein werden, hängt auch davon ab, wie viele Soldaten aus anderen Nato-Staaten in Afghanistan belassen werden. Die Kosten für den Unterhalt der 5500 Soldaten betrügen 14,6 Milliarden Dollar im Jahr, so die „New York Times“, während der Verbleib von nur 1000 Soldaten zehn Millionen Dollar gekostet hätte.

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