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Anschläge in Boston : Polizei sucht angeblich zwei Verdächtige

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Die Sicherheitskontrollen in Boston sind immens - hier vor einem Hockeyspiel der Boston Bruins gegen die Buffalo Sabres Bild: AP

Nach dem Terroranschlag von Boston verfolgen die Ermittler offenbar eine konkrete Spur - eine Festnahme eines Verdächtigen wurde vom FBI aber dementiert. Im Zusammenhang mit mutmaßlichen Giftbriefen an Präsident Obama und einen Senator wurde ein Verdächtiger festgenommen.

          Nach dem tödlichen Terroranschlag von Boston verfolgen die Ermittler nach amerikanischen Medienberichten eine konkrete Spur - eine bereits von mehreren Sendern vermeldete Festnahme eines Verdächtigen wurde vom FBI aber dementiert. Eine für Mittwochabend angekündigte Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen wurde von der amerikanischen Bundespolizei mehrfach verschoben und schließlich ganz abgesagt.

          Wie der Sender CNN berichtete, suchen die Fahnder nach zwei verdächtigen Männern, die am Tag des Anschlags nahe der Marathon-Ziellinie fotografiert worden waren. Einer der Männer habe einen schwarzen Rucksack getragen. Zudem sei ein Verdächtiger mit einer weißen Baseball-Kappe, einem hellen Kapuzenshirt und einer schwarzen Jacke bekleidet gewesen, hieß es unter Berufung auf zwei mit den Ermittlungen vertraute Behördenvertreter. Es sei bislang aber noch nicht gelungen, die Verdächtigen namentlich zu identifizieren.

          Berichte über zweiten Verdächtigen

          Die Zeitung „Boston Globe“ berief sich auf Ermittlungen, wonach ein Verdächtiger am Ort der zweiten Explosion in der Boylston Straße eine schwarze Tasche getragen und womöglich dort abgelegt habe. Die Kamera eines auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegenden Geschäfts habe klare Bilder vom Tatort geliefert, hieß es. Unklar war jedoch, ob auch der Verdächtige von dieser Kamera gefilmt wurde.

          Ermittler am Ort der Anschläge in Boston
          Ermittler am Ort der Anschläge in Boston : Bild: AFP

          Die Ermittler kämen voran, sagte der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, bei CNN. Mit „jeder Stunde“ sei man der Lösung des Falls näher. Zugleich bat er aber um Geduld. „Wenn sie (die Ermittler) damit fertig sind, sich ein komplettes Bild zu machen, werden sie uns sagen, wie dieses Bild aussieht“, sagte Patrick.

          Zuvor hatten die Sicherheitsbehörden weitere Einzelheiten zur Bauart einer der Bomben bekanntgegeben. Demnach bestand sie aus mit einem Zünder versehenen Schnellkochtopf, der neben Schwarzpulver auch Nägel und Metallteile enthielt. Teile des Topfdeckels wurden CNN zufolge am Mittwoch auf einem Hausdach in der Nähe der Ziellinie gefunden. Ob auch die zweite Bombe aus einem Schnellkochtopf gebaut war, sei noch unklar. Beide Sprengsätze wurden nach FBI-Angaben vermutlich in schwarzen Nylontaschen zum Tatort gebracht.

          Bei dem Anschlag während des Boston-Marathons waren am Montag ein achtjähriger Junge, eine 29 Jahre alte Amerikanerin und eine Studentin aus China getötet worden. Am Mittwoch schwebten immer noch zwei der mehr als 180 Verletzten in Lebensgefahr. Der Zustand von zehn weiteren sei ernst, meldete CNN unter Berufung auf das Bostoner Traumazentrum.

          Giftbriefe: Verdächtiger festgenommen

          Im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Giftbriefen an Präsident Barack Obama und einen Senator ist unterdessen ein Verdächtiger festgenommen worden. Dabei handele es sich um einen Mann aus der Stadt Corinth in Mississippi, teilte die Bundespolizei FBI am Mittwochabend mit. Von ihm stammten vermutlich die Briefe mit einer körnigen Substanz, die positiv auf das lebensgefährliche Gift Rizin getestet worden seien. Die Briefe waren neben Obama auch an den republikanischen Senator Roger Wicker aus Mississippi und an einen Justizvertreter des Bundesstaates adressiert. Von einem Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Boston-Marathon ging das FBI zunächst nicht aus.

          Das Dementi der Bostoner Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter
          Das Dementi der Bostoner Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter : Bild: Twitter

          Ob in den Umschlägen tatsächlich Rizin war, sollen weitere Untersuchungen ergeben. Rizin ist in den Samenschalen der Rizinusstaude enthalten und gilt als einer giftigsten Eiweißstoffe, die in der Natur vorkommen. Schon geringste Mengen können tödlich sein. Der Vorfall erinnert an die Briefe mit Milzbrand-Erregern, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im Kongress auftauchten.

          Präsident Obama wurde am Donnerstag zu einem Gedenkgottesdienst für die Anschlagsopfer in der Heiligkreuz-Kathedrale in Boston erwartet. Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden im Land wehen noch bis Samstag auf Halbmast.

          Quelle: AFP/dpa/Reuters

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