29.10.2007 · Jetzt ist ihr Sieg perfekt: Die Senatorin und First Lady Cristina Fernandez de Kirchner wird argentinische Präsidentin. Nach dem offiziellen Ergebnis erhielt sie 44,8 Prozent der Stimmen. Schon bevor alle Stimmen ausgezählt waren hatte sie sich zur Wahlsiegerin erklärt.
Argentiniens First Lady Cristina Fernandez de Kirchner hat die argentinische Präsidentenwahl gewonnen. Auf sie entfielen nach offiziellen Angaben 44,8 Prozent, auf ihre aussichtsreichste Gegenkandidatin, die Christsoziale Elisa Carrió, dagegen nur rund 23 Prozent. Das geht aus den am Montag veröffentlichten Zahlen hervor. Frau Kirchner siegte damit schon in der ersten Runde der Präsidentenwahl und dürfte ihren Mann Nestór Kirchner im Dezember im Amt ablösen.
Die 54 Jahre alte peronistische Senatorin Fernandez de Kirchner hatte sich bereits nach Bekanntgabe der ersten Teilauszählungen zur Wahlsiegerin erklärt. „Wir haben deutlich gewonnen“, sagte sie. „Aber das bringt uns nicht in eine privilegierte Position, sondern vielmehr in eine Position mit größeren Verantwortungen und Verpflichtungen.“
Erste gewählte Präsidentin Argentiniens
Ihre Konkurrentin Carrió gestand die Niederlage ein. An dritter Stelle landete der ehemalige Wirtschaftsminister Roberto Lavagna mit 17 Prozent der Stimmen. Landesweit waren 27 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. In dem südamerikanischen Land herrscht Wahlpflicht. Die Opposition beklagte jedoch zahlreiche Unregelmäßigkeiten während des Urnenganges. So waren viele Wahllokale verspätet geöffnet worden und in einigen Wahllokalen fehlten die Stimmzettel für die Kandidaten der Opposition. Wegen der langen Wartezeiten mussten in der Hauptstadt kurzfristig die Öffnungszeiten der Wahllokale um eine Stunde verlängert worden.
Kirchner ist die erste gewählte Präsidentin Argentiniens und weltweit die erste Frau, die ihrem Mann durch demokratische Wahlen im Amt nach folgt. Die erste Frau im argentinischen Präsidentenamt ist sie allerdings nicht: Nach dem Tod von Juan Domingo Perón 1974 war seine Witwe Isabel als Staatschefin vereidigt worden. Zwei Jahre später wurde sie vom Militär gestürzt.
Cristina Kirchner übernimmt das Präsidentenamt am 10. Dezember. Sie hatte bereits vor der Wahl angekündigt, die erfolgreiche Politik ihres Mannes fortsetzen zu wollen. In Argentinien wächst die Wirtschaft seit Kirchners Amtsantritt im Mai 2003 regelmäßig um rund neun Prozent. Die Arbeitslosenquote sank nach offiziellen Angaben in den vergangenen vier Jahren von 25 Prozent auf knapp unter neun Prozent. Der Anteil der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze ging von rund 45 Prozent auf knapp ein Viertel zurück.
(Siehe auch: Die Casa Rosada als Erbhof der Kirchners)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte Frau Kirchner. „Ich verbinde damit die Hoffnung, dass sich die traditionell guten und freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern in Ihrer Amtszeit fortsetzen werden“, schrieb Merkel in einem am Montag in Berlin veröffentlichten Glückwunschschreiben. Ein Gespräch mit der einstigen First Lady Argentiniens am 11. September in Berlin habe sie in „bester Erinnerung“.