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„Agent Orange“ Reinigungsaktion in Vietnam

 ·  Jahrzehnte nach dem Einsatz des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ werden im Vietnam Rückstände davon beseitigt. Die Amerikaner sprechen von einem Meilenstein und streiten Zusammenhänge zwischen Mittel und Krankheiten ab.

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© dapd Die Folgen von „Agent Orange“: Ein zwölf Jahre alter Junge mit Behinderung in Danang

Mehrere Jahrzehnte nach dem Einsatz des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ im Vietnamkrieg hat am Donnerstag eine große Reinigungsaktion begonnen. Es handele sich dabei um einen „historischen Meilenstein“, sagte der amerikanische Botschafter in Vietnam, David Shear, zu Beginn der Aktion. Das insgesamt 43 Millionen Dollar teure Projekt erfolgt in Zusammenarbeit der Vereinigten Staaten und Vietnams. 20 Millionen Dollar werden für die Reinigung der Region rund um den Luftwaffenstützpunkt Danang und für Hilfen für Menschen mit Behinderungen bereitgestellt. In den von dem Einsatz des Mittels betroffenen Gebieten in Vietnam gibt es heute eine stark erhöhte Zahl von Menschen mit Krebs und mit Behinderungen zur Welt gekommenen Kindern.

Möglichkeit zur Ernährung genommen

Nach vietnamesischen Angaben waren bis zu drei Millionen Vietnamesen dem Mittel ausgesetzt. Unter ihnen seien mindestens 150.000 Kinder, die behindert geboren wurden. Die Region Danang wurde vor fünf Jahren zum Sperrgebiet erklärt. Zuvor fischten und badeten die Menschen in den dioxinverseuchten Gewässern und betrieben dort Landwirtschaft. Die amerikanische Armee hatte das Mittel verwendet, um Kämpfer der kommunistischen Vietcong aus den Urwaldgebieten in Südvietnam zu vertreiben. „Agent Orange“ sollte ihnen den Sichtschutz durch die Blätter der Bäume sowie die Möglichkeit zur Ernährung nehmen. Washington streitet ab, dass die Krankheiten eindeutig auf das Mittel zurückzuführen sind. Entschädigungsanträge von Opfern aus Vietnam hatten bislang wenig Erfolg. Amerikanische Veteranen dagegen erhielten Milliardenentschädigungen. Seit 1989 half Amerika jedoch mit 54 Millionen Dollar Vietnamesen mit Behinderungen „unabhängig von der Ursache“.

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Von Klaus-Dieter Frankenberger

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