Home
http://www.faz.net/-hp0-77w4y
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Zentralafrikanische Republik Rebellen rücken auf Hauptstadt vor

In Zentralafrika rücken offenbar tausende Seleka-Rebellen auf die Hauptstadt Bangui vor. Hubschrauber des Regimes konnten die Aufständischen zurückschlagen. Der UN-Sicherheitsrat äußerte sich „zutiefst besorgt“.

© AFP Vergrößern Ein Mitglied der Seleka-Rebellen Ende Januar in Damara

Tausende Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik rücken immer weiter auf die Hauptstadt Bangui vor. Sie werfen Präsident François Bozizé vor, eine erst im Januar getroffene Friedensvereinbarung nicht einzuhalten. Bereits am Freitag hätten rund 2000 Kämpfer einen Kontrollpunkt in Damara durchbrochen, der 75 Kilometer nördlich von Bangui liegt, sagte ein lokaler Journalist dem britischen Sender BBC.

Jedoch reagierten die Streitkräfte des Landes und griffen die Seleka-Rebellen per Helikopter aus der Luft an. Der Vormarsch sei damit zunächst gestoppt worden. Jedoch sei die Lage in der Hauptstadt gespannt. Geschäfte, Büros und Schulen wurden geschlossen.

Das französische Außenministerium rief alle Landesleute in dem Land auf, möglichst nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Gleichzeitig forderte Frankreich alle Konfliktparteien zur Zurückhaltung und zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Je nach weiterer Entwicklung der Lage werde Paris angemessene Maßnahmen ergreifen, um seine Bürger im Land zu schützen.

UN-Sicherheitsrat „tief besorgt“

Der UN-Sicherheitsrat äußerte sich „tief besorgt“ über das Vorrücken der Rebellen. Zugleich erklärte das Gremium am Freitagabend nach einer auf Wunsch Frankreichs einberufenen Dringlichkeitssitzung, die für Folter, Vergewaltigungen und extralegale Hinrichtungen Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Zentralafrika ist Mitglied des für Kriegsverbrechen zuständigen Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag.

In der Erklärung der 15 Sicherheitsratsmitglieder werden „alle Versuche zur Destabilisierung der Republik Zentralafrika verurteilt“. Bereits vergangene Woche hatte der Sicherheitsrat die Konfliktparteien in Zentralafrika aufgefordert, sich an das von ihnen im Januar unterzeichnete Abkommen zur Beilegung der Krise zu halten. Es sieht unter anderem einen Waffenstillstand sowie die Bildung einer Übergangsregierung und Wahlen binnen zwölf Monaten vor. Präsident Bozizé soll demnach bis zum Ende seiner Amtszeit Präsident bleiben, ihm wird aber ein von der Opposition zu bestimmender Regierungschef zur Seite gestellt.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rief die Rebellenbewegung Seleka auf, ihre Militäroffensive „umgehend“ einzustellen. Alle Seiten mussten sich an das Januar-Abkommen halten. Der Einsatz militärischer Gewalt werde „lediglich zu noch mehr Leid und Instabilität führen“. Die Rebellenbewegung Seleka hatte sich im Dezember im Norden des Landes gegen die Regierung erhoben. Ihre Kämpfer standen nach eigenen Angaben am Freitag vor den Toren der Hauptstadt Bangui.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nahost-Konflikt Zahl der Toten im Gazastreifen steigt auf über 300

Durch einen israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind in der Nacht mehrere Menschen getötet worden. Seit Beginn der Offensive starben damit wohl mehr als 300 Palästinenser. Mehr

19.07.2014, 05:36 Uhr | Politik
UN-Sicherheitsrat tief besorgt Heftige Kämpfe im Gazastreifen

Die vom UN-Sicherheitsrat geforderte Feuerpause im Gazastreifen ist vorerst nicht in Sicht. Bei Gefechten zwischen der israelischen Armee und Hamas gibt es weitere Tote. Nach palästinensischen Angaben wurden vier Menschen beim Beschuss eines Krankenhauses getötet. Mehr

21.07.2014, 11:09 Uhr | Politik
Trotz internationaler Appelle Gewalt im Nahen Osten hält ungebremst an

Auch, wenn Amerika nun humanitäre Hilfe für den Gazastreifen gibt: Der Konflikt hat schon mehr als 500 Menschenleben gefordert und droht noch blutiger zu werden. Israels Offensive gegen militante Palästinenser entwickelt sich zum verlustreichen Häuserkampf. Mehr

21.07.2014, 23:45 Uhr | Politik

Ukrainische Wahl

Von Reinhard Veser

Die Ukrainer sollten schnell ein neues Parlament wählen – aber mit einem ordentlichen Wahlrecht. Das alte begünstigte die Oligarchen. Mehr 12 6