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Kampf gegen Ebola : Merkel will medizinischen Katastrophenschutz verbessern

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Ernster Appell: Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Schweizer Innenminister Alain Berset und der chinesischen WHO-Generalsekretärin Margaret Chan am Montag bei der Ankunft in Genf Bild: dpa

Anlässlich der WHO-Tagung in Genf fordert Bundeskanzlerin Merkel eine bessere internationale Zusammenarbeit in der Epidemiebekämpfung. Einen Beitrag Deutschlands dazu hatte sie schon im Gepäck.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach der Ebola-Epidemie mit mehr als 11.000 Toten einen globalen Plan für den Katastrophenschutz vorgeschlagen. „Die Ebola-Katastrophe in Westafrika hat uns schmerzlich vor Augen geführt, wie dringend der internationale Handlungsbedarf in Krisensituationen ist“, sagte Merkel am Montag bei der diesjährigen Weltgesundheitsversammlung in Genf. An den mehrtägigen Beratungen des höchsten Beschlussorgans der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nehmen Politiker und Wissenschaftler aus den 194 Mitgliedstaaten teil.

          Die Welt müsse dringend mehr tun, um gefährliche Krankheitserreger einzudämmen, forderte die Kanzlerin. Zwar gebe es inzwischen Erfolge im Kampf gegen Ebola. So habe Liberia für ebolafrei erklärt werden können, und es bestehe Hoffnung, dass dies auch für Sierra Leone und Guinea möglich sein werde. „Aber eigentlich gewonnen ist der Kampf doch erst, wenn wir für die nächste Krise gerüstet sind“, sagte Merkel. Sie sprach sich für Reformen aus, die dazu führen sollten, dass die WHO trotz ihrer dezentralen Struktur mit Zweigstellen auf allen Kontinenten für Katastrophenfälle klare Handlungs- und Weisungsstränge erhält.

          Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte in Genf, die WHO solle dadurch in die Lage versetzt werden, „bei Bedarf schnell Fachleute zum Ausbruchgeschehen zu schicken und die Hilfskräfte vor Ort zu koordinieren“. Nötig sei auch ein Krisenfonds, der sofort die erforderlichen finanziellen Mittel bereitstellt.

          200 Millionen Euro an Hilfsgeldern

          Merkel sagte in ihrer Eröffnungsrede, Deutschland habe es sich zur Aufgabe gemacht, in diesem Jahr seiner G7-Präsidentschaft neben dem Kampf gegen Ebola auch Bemühungen zur Eindämmung der vernachlässigten und zumeist armutsbedingten Tropenkrankheiten zu unterstützen. Es sei nicht hinnehmbar, dass 1,4 Milliarden Menschen an solchen Krankheiten leiden, obwohl sie mit relativ einfachen Mitteln geheilt werden könnten.

          Die Globalisierung verstärke die gegenseitige Abhängigkeit im Gesundheitsbereich, sagte die Kanzlerin. Das Menschenrecht auf Gesundheit sei nur durchsetzbar, „wenn in allen Ländern der Erde ein nachhaltiges Gesundheitssystem besteht oder entsteht“. Für den Aufbau von Gesundheitssystemen in armen Ländern werde die Bundesrepublik 200 Millionen Euro bereitstellen, davon allein 70 Millionen für Liberia.

          Immer mehr Antibiotikaresistenzen

          Ein wichtiges Anliegen der deutschen G7-Präsidentschaft seien auch Maßnahmen gegen die zunehmende Antibiotika-Resistenz. Jedes Jahr sterben laut WHO etwa 700.000 Menschen in Folge einer Antibiotika-Resistenz. Bei dem Genfer Treffen soll ein Globaler Aktionsplan zur Eindämmung von Resistenzen beschlossen werden.

          Gröhe kündigte für den kommenden Oktober Beratungen der Gesundheitsminister der G7-Staaten in Berlin über weitere gemeinsame Schritte an. „Ziel muss sein, auch international zu strikten Regeln für den Einsatz von Antibiotika und verstärkter Forschung zu kommen.“

          Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte die Ankündigung. Zugleich erklärte sie, Deutschland könne bereits jetzt mehr gegen Antibiotika-Resistenzen tun. So sollte ein Screening auf Keime bei der Aufnahme von Patienten in Krankenhäuser vorgeschrieben werden. „Damit könnte Deutschland in der WHO eine Vorreiterrolle übernehmen“, erklärte die Stiftung.

          Quelle: dpa

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