Home
http://www.faz.net/-gq5-77522
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 22.02.2013, 12:09 Uhr

Tunesien Ennahda nominiert Larayedh als Ministerpräsident

Die Islamistenpartei Ennahda hat Tunesiens Innenminister Ali Larayedh als künftigen Ministerpräsidenten aufgestellt. Der bisherige Amtsinhaber Jebali war mit der Bildung einer Expertenregierung gescheitert.

© AFP Gilt als Pragmatiker: Ali Larayedh

Die tunesische Ennahda-Partei hat Innenminister Ali Larayedh als zukünftigen Ministerpräsidenten aufgestellt. Parteichef Rached Ghannouchi werde den Vorschlag im Laufe des Tages Präsident Moncef Marzouki unterbreiten, teilte die islamistische Ennahda am Freitag in Tunis mit. Der bisherige Regierungschef Hamadi Jebali war Anfang der Woche zurückgetreten, weil er mit seinem Vorschlag der Bildung einer Expertenregierung gescheitert war.

In Tunesien setzte Anfang 2011 der Arabische Frühling ein, der in mehreren arabischen Staaten zu einem politischen Umbruch führte. Derzeit befindet sich Tunesien in einer schweren politischen Krise. Am 6. Februar war der Oppositionspolitiker Chokri Belaid ermordet worden.

Landesweit gab es seitdem Proteste gegen die Ennahda, die von Belaids Umfeld für dessen Tod verantwortlich gemacht wird. Das höchste Gremium der Ennahda-Partei beriet in der Nacht über mögliche Auswege aus der Krise. Am Ende stand die Nominierung des 57-jährigen Innenministers für das Amt des Regierungschefs.

Jebali war mit seinem Plan zur Bildung einer Expertenregierung an Hardlinern seiner eigenen Partei gescheitert. Larayedh war in der Zeit des früheren Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali, der Anfang 2011 gestürzt wurde, inhaftiert und gefoltert worden.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Flüchtlingskrise Saarländischer Innenminister warnt vor sozialen Unruhen

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz sieht den inneren Frieden in Deutschland in Gefahr. Im Gespräch mit der F.A.Z. sagt der Christdemokrat Bouillon zu Merkels Flüchtlingspolitik: Es wird eng, wenn der Zustrom so weitergeht. Mehr Von Justus Bender

09.02.2016, 21:18 Uhr | Politik
Tunesien Demonstration gegen die Regierung

Tunesien erlebt zurzeit die schlimmsten sozialen Unruhen seit Ausbruch der arabischen Aufstände vor fünf Jahren. Hintergrund ist die hohe Arbeitslosigkeit sowie die schlechte wirtschaftliche Lage. Junge Männer und Frauen sind frustriert. Sie fordern, dass die Regierung mehr Jobs schafft. Mehr

26.01.2016, 15:01 Uhr | Politik
Regierungsbildung in Spanien König Felipe nominiert Sozialisten Sánchez

Der amtierende Ministerpräsident Rajoy verfügt im spanischen Parlament über keine Mehrheit. König Felipe hat nun den Sozialisten Sánchez mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Die Phase der Unregierbarkeit ist damit aber keineswegs vorüber. Mehr Von Leo Wieland, Lissabon

02.02.2016, 21:23 Uhr | Politik
Führerloses Frachtschiff Erster Abschleppversuch gescheitert

Die Modern Express befand sich auf dem Weg von Zentralafrika zum Hafen von Le Havre in Nordfrankreich. Das Schiff ist mit 3.600 Tonnen Holz beladen. Mehr

30.01.2016, 15:03 Uhr | Gesellschaft
Arabisch als Pflichtfach Tausend und eine Umnachtung

Die Flüchtlingsdebatte treibt die buntesten Blüten. Aber wie kommt ein Universitätspräsident auf die Idee, alle Schüler müssten jetzt Arabisch lernen? Ganz einfach: Der Mann glaubt an Zauberei. Mehr Von Jürgen Kaube

05.02.2016, 10:54 Uhr | Feuilleton

In der Heimat

Von Reinhard Müller

Die Basis der Union bricht auch in der Flüchtlingskrise keineswegs weg. Denn: Wer will eigentlich von denen regiert werden, die der Kanzlerin die Flucht nach Südamerika nahelegen? Mehr 14