Home
http://www.faz.net/-hp0-77522
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Tunesien Ennahda nominiert Larayedh als Ministerpräsident

Die Islamistenpartei Ennahda hat Tunesiens Innenminister Ali Larayedh als künftigen Ministerpräsidenten aufgestellt. Der bisherige Amtsinhaber Jebali war mit der Bildung einer Expertenregierung gescheitert.

© AFP Vergrößern Gilt als Pragmatiker: Ali Larayedh

Die tunesische Ennahda-Partei hat Innenminister Ali Larayedh als zukünftigen Ministerpräsidenten aufgestellt. Parteichef Rached Ghannouchi werde den Vorschlag im Laufe des Tages Präsident Moncef Marzouki unterbreiten, teilte die islamistische Ennahda am Freitag in Tunis mit. Der bisherige Regierungschef Hamadi Jebali war Anfang der Woche zurückgetreten, weil er mit seinem Vorschlag der Bildung einer Expertenregierung gescheitert war.

In Tunesien setzte Anfang 2011 der Arabische Frühling ein, der in mehreren arabischen Staaten zu einem politischen Umbruch führte. Derzeit befindet sich Tunesien in einer schweren politischen Krise. Am 6. Februar war der Oppositionspolitiker Chokri Belaid ermordet worden.

Landesweit gab es seitdem Proteste gegen die Ennahda, die von Belaids Umfeld für dessen Tod verantwortlich gemacht wird. Das höchste Gremium der Ennahda-Partei beriet in der Nacht über mögliche Auswege aus der Krise. Am Ende stand die Nominierung des 57-jährigen Innenministers für das Amt des Regierungschefs.

Jebali war mit seinem Plan zur Bildung einer Expertenregierung an Hardlinern seiner eigenen Partei gescheitert. Larayedh war in der Zeit des früheren Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali, der Anfang 2011 gestürzt wurde, inhaftiert und gefoltert worden.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Rücktritt in Neukölln Buschkowsky ist überall

Mit der Parole Multikulti ist gescheitert wurde Heinz Buschkowsky bundesweit bekannt. Nun kündigt der Neuköllner Bezirksbürgermeister seinen Rücktritt an – und plötzlich lieben alle ihren Dorfschulzen, der mehr street credibility genießt, als Sarrazin je hatte. Mehr Von Mechthild Küpper, Berlin

27.01.2015, 18:21 Uhr | Politik
Tunesien Erste Präsidentenwahl seit arabischem Frühling

Bei der Präsidentenwahl in Tunesien wählt das Volk zwischen Interimsstaatschef Moncef Marzouki und seinem ehemaligen Weggefährten, dem früheren Machthaber Ben Ali. Mehr

21.12.2014, 14:42 Uhr | Politik
Napolitano zurückgetreten Hört die Signale

Der 89 Jahre alte Staatspräsident Giorgio Napolitano hat offiziell seinen Rücktritt erklärt. Das italienische Parlament hat nun zwei Wochen Zeit, um einen Nachfolger für den Vater der Nation zu finden. Mehr Von Jörg Bremer, Rom

14.01.2015, 10:54 Uhr | Politik
Wahl in Tunesien Essebsi erklärt sich zum Sieger

Béji Caid Essebsi, ein früherer Regierungschef in Tunesien, erklärte sich noch vor Ende der Stimmenauszählung zum Sieger der Wahlen. Moncef Marzouki trat gegen ihn an und will seine Niederlage noch nicht eingestehen. Mehr

22.12.2014, 11:11 Uhr | Politik
Wahl in Griechenland Europa vor der Gretchenfrage

Vor der Schließung der Wahllokale in Griechenland blickt die Welt gespannt auf das Land am Mittelmeer. Sollte die Linkspartei Syriza gewinnen und womöglich die absolute Mehrheit erringen, warten spannende Zeiten auf die gesamte EU. Mehr

25.01.2015, 17:27 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.02.2013, 12:09 Uhr

Der Teufels-Pakt

Von Michael Martens, Athen

Mit seiner ersten Entscheidung als Ministerpräsident stößt Alexis Tsipras seine Anhänger vor den Kopf. Sein Koalitionspartner repräsentiert das alte, gescheiterte Griechenland – und hat einen fremdenfeindlichen Demagogen als Vorsitzenden. Mehr 29 85