http://www.faz.net/-gq5-77522

Tunesien : Ennahda nominiert Larayedh als Ministerpräsident

  • Aktualisiert am

Gilt als Pragmatiker: Ali Larayedh Bild: AFP

Die Islamistenpartei Ennahda hat Tunesiens Innenminister Ali Larayedh als künftigen Ministerpräsidenten aufgestellt. Der bisherige Amtsinhaber Jebali war mit der Bildung einer Expertenregierung gescheitert.

          Die tunesische Ennahda-Partei hat Innenminister Ali Larayedh als zukünftigen Ministerpräsidenten aufgestellt. Parteichef Rached Ghannouchi werde den Vorschlag im Laufe des Tages Präsident Moncef Marzouki unterbreiten, teilte die islamistische Ennahda am Freitag in Tunis mit. Der bisherige Regierungschef Hamadi Jebali war Anfang der Woche zurückgetreten, weil er mit seinem Vorschlag der Bildung einer Expertenregierung gescheitert war.

          In Tunesien setzte Anfang 2011 der Arabische Frühling ein, der in mehreren arabischen Staaten zu einem politischen Umbruch führte. Derzeit befindet sich Tunesien in einer schweren politischen Krise. Am 6. Februar war der Oppositionspolitiker Chokri Belaid ermordet worden.

          Landesweit gab es seitdem Proteste gegen die Ennahda, die von Belaids Umfeld für dessen Tod verantwortlich gemacht wird. Das höchste Gremium der Ennahda-Partei beriet in der Nacht über mögliche Auswege aus der Krise. Am Ende stand die Nominierung des 57-jährigen Innenministers für das Amt des Regierungschefs.

          Jebali war mit seinem Plan zur Bildung einer Expertenregierung an Hardlinern seiner eigenen Partei gescheitert. Larayedh war in der Zeit des früheren Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali, der Anfang 2011 gestürzt wurde, inhaftiert und gefoltert worden.

          Quelle: AFP

          Weitere Themen

          Opposition für nächste Wahl disqualifiziert Video-Seite öffnen

          Venezuela : Opposition für nächste Wahl disqualifiziert

          Bei den Wahlen am Sonntag haben in Venezuela die regierenden Sozialisten viele Siege gefeiert. Viele Oppositionsparteien hatten niemanden zur Wahl aufgestellt, um diese zu boykottieren. Nun sollen sie laut Präsident Nicolas Maduro von der politischen Landkarte verschwinden.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Personaldebatte : Grüner wird’s nicht

          Bei der letzten Urwahl scheiterte Robert Habeck noch an Cem Özdemir, jetzt sieht der Hoffnungsträger vieler Grüner seine Zeit gekommen und will Parteivorsitzender werden. Aber was könnte aus den anderen grünen Spitzenpolitikern werden?
          Steuerbegünstigt.

          Abgas-Affäre : Minister verteidigt Diesel

          Der VW-Chef hat vorgeschlagen, die Steuervorteile für Diesel abzubauen. Auch Fahrverbote hält er für möglich. Große Teile der Bundesregierung sehen das anders.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.