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Niger Tote bei Angriffen auf Uran-Mine und Kaserne

Bei Bombenanschlägen auf dem Gelände des französischen Areva-Konzerns in Niger und vor einem Militärlager in Agadez sind mindestens 22 Menschen getötet worden. Die Terrorgruppe Mujao bekannte sich zu den Angriffen.

© AFP Vergrößern Die Uran-Mine des Energiekonzerns Areva in Arlit

Eine Uranmine des französischen Atomkonzerns Areva und eine Kaserne des Militärs in Niger sind am Donnerstag von Selbstmordattentätern angegriffen worden. Bei der Attacke auf den Streitkräfteposten in der Stadt Agadez kamen 18 Soldaten, ein Zivilist und vier Attentäter ums Leben, wie das Innenministerium in Niamey mitteilte. 13 weitere Soldaten seien verletzt worden. Der nigrische Verteidigungsminister Mahamadou Karidjo teilte mit, die Attentäter seien „ausgeschaltet“ worden; das Innenministerium teilte indes mit, ein fünfter Attentäter habe mehrere Offiziersanwärter als Geiseln genommen und sich mit ihnen in einem Gebäude verschanzt.

Areva teilte mit, dass bei dem Angriff auf die Somair-Mine in Arlit – die etwa 200 Kilometer von Agadez entfernt ist – ein Mensch getötet und 14 weitere verletzt worden seien; auch sei schwerer Sachschaden entstanden. Die islamistische Terrorgruppe „Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika“ (Mujao) bekannte sich zu beiden Anschlägen, die ihren Grund in Frankreichs Militärintervention im benachbarten Mali hätten.

Das Gelände zur Uranförderung in Arlit wird seit Ende Januar durch französische Spezialkräfte militärisch abgesichert. Zunächst war unklar, wie es dem Attentäter gelang, ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Sicherheitszone zu schmuggeln. Die nigrische Staatsführung verhandelt gerade mit Areva über neue Verträge für die Uranminen in Arlit und Akouta; die bestehenden laufen zum Jahresende aus. Der nigrische Präsident Mahamadou Issoufou hat angekündigt, dass er die Schürfrechte für Areva nicht ohne „substantielle Änderungen“ erneuern wolle.

Noch immer Franzosen entführt

Vorgeblich zahlt Areva nur 100 Millionen Euro jährlich für die Uranförderung in der früheren französischen Kolonie. Die nigrische Staatsführung ist zudem verärgert, dass Areva die Inbetriebnahme der neuen Mine in Imouraren immer wieder verschiebt. Etwa ein Drittel der 58 französischen Atomanlagen, mit denen Frankreich mehr als drei Viertel seines Strombedarfs deckt, wird mit Uran aus Niger bestückt. Dieser Anteil soll noch steigen, wenn die neue Mine in Imouraren in Betrieb genommen wird.

Doch auch die französische Staatsführung sieht die französischen Wirtschaftsinteressen in Niger immer mehr durch terroristische Anschläge bedroht. Im Zuge des Mali-Einsatzes beschloss Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, französische Elitesoldaten zum Schutz der Uranminen in Arlit, Akouta und Imouraren zu entsenden. Im September 2010 waren sieben Areva-Mitarbeiter, unter ihnen fünf Franzosen, aus einem Sicherheitskomplex in Arlit entführt worden. Vier von ihnen sind noch immer in der Gewalt einer Gruppe, die zum Al-Qaida-Netz gehört. Die französische Uranförderung stößt in Niger immer mehr auf Kritik, da dadurch viel Trinkwasser verbraucht wird und immer mehr Siedlungsgebiet von Tuareg gefährdet ist.

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Quelle: F.A.Z./mic.

 
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