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Mokhtar Belmokhtar Tschadische Soldaten töten Al-Qaida-Anführer

Er galt als Drahtzieher hinter der blutigen Geiselnahme auf einem Gasfeld in Algerien. Nun hat die tschadische Armee Mokhtar Belmokhtar in Mali getötet. Mit Abu Zaid soll ein weiterer Anführer von „Al Qaida im im islamischen Maghreb“ ums Leben gekommen sein.

© AFP Vergrößern Mokthar Belmokhtar, der mutmaßliche Anführer der Geiselnehmer auf dem algerischen Gasfeld

Die tschadische Armee hat nach eigenen Angaben in Mali zwei der wichtigsten Anführer von „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (Aqim), Abdelhamid Abu Zaid und Mokhtar Belmokhtar, getötet. Belmokhtar, der für die  blutige Geiselnahme auf einer algerischen Gasförderanlage  in Algerien im Januar verantwortlich ist, bei der mehr als 40 ausländische Geiseln getötet wurden, soll am Samstag bei Gefechten mit tschadischen Truppen in dem malischen Gebirgszug Adrar des Ifoghas erschossen worden sein.

Der Anführer von Aqim in Mali, Abu Zaid, war nach Angaben des tschadischen Präsidenten Idriss Déby schon am vergangenen Freitag bei Kämpfen ebenfalls im Ifoghas-Gebirge getötet worden.

DNA-Proben sollen Identität klären

Eine unabhängige Bestätigung, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um die beiden Al-Qaida-Führer handelt, steht allerdings noch aus. Die französische Regierung wollte den Tod Zaids nicht bestätigen. Algerische Geheimdienstmitarbeiter konnten zwar seine Waffe identifizieren, nicht aber die bis zur Unkenntlichkeit entstellte Leiche. Familienmitglieder des aus Algerien stammenden Zaid waren am Freitag um DNA-Proben gebeten worden. Die Resultate des Vergleichs stehen noch aus. Nach tschadischen Angaben waren dem Tod Zaids schwere Kämpfe vorausgegangen, bei denen 26 tschadische Soldaten fielen.

Zaid war das mit Abstand bekannteste Gesicht von Aqim in der Sahara und einer der erfolgreichsten Kommandeure der Gruppe. Unter ihm dehnte Aqim ihr „Kampfgebiet“, das ursprünglich im Süden Algeriens lag, von Mauretanien bis nach Niger aus.

Der vermutlich 46 Jahre alte Algerier war einst Mitglied der Terrorgruppe „Groupement salafiste pour la prédiction et le combat“ (GSPC), die 2003 mit der Entführung von 32 europäischen Touristen, die meisten davon Deutsche, international bekannt wurde. Aus dieser Zeit stammen auch die wenigen Fotos von Zaid, die von den Geiseln gemacht worden waren.

Kontakt mit Al Zawahiri

Mokhtar Belmokhtar war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Feldkommandeur der GSPC und zettelte im Jahr 2006 einen Führungsstreit an, den er deshalb verlor, weil Zaid dem GSPC-Führer Abdelmalek Droukdal die Treue hielt. Im Jahr 2008 benannte sich die GSPC in Aqmi um und Zaid stieg zum Stellvertreter des neuen Führers, dem „Emir der Sahara“ Yahia Djouadi, auf. Zaid führte damals eine 200 Mann starke Einheit, eine sogenannte „Katiba“, und vermochte es, das Einflussgebiet von Aqim deutlich auszuweiten. Ihm wird nachgesagt, mehrfach direkten Kontakt mit dem Führer von Al Qaida, dem Ägypter Ayman Al Zawahiri, gehabt zu haben.

Führungskämpfe unter Islamisten

Belmokhtar wiederum ging nach dem Führungsstreit in der GSPC seinem üblichen Geschäft nach, nämlich dem Schmuggel. In der Region wird der Algerier „Mister Marlboro“ genannt. Als die radikalen Islamisten im April vergangenen Jahres den Norden Malis unter ihre Kontrolle brachten, tauchte Belmokhtar in Timbuktu auf. Sein Versuch, innerhalb von Aqim wieder eine entscheidende Rolle zu spielen, scheiterte aber sowohl am Widerstand von Zaid als auch an dem des malischen Tuareg Iyad ag Ghali, dem Führer der Terrorgruppe Ansar al Dine. Die Hintergründe sind nicht ganz klar.

Es scheint aber so zu sein, dass Belmokhtar eher als Geschäftsmann wahrgenommen wurde denn als überzeugter Dschihadist. Im Oktober vergangenen Jahres kam es abermals zum Streit mit Zaid, und Belmokhtar zog sich mit seinen Kämpfern nach Libyen zurück. Die blutige Geiselnahme in Algerien, die mutmaßlich mehrere Monate lang vorbereitet worden war, war nach Einschätzung algerischer Sicherheitsdienste Belmokhtars Versuch, die Aqim-Führung an sich zu reißen.

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Quelle: FAZ.NET mit tos.

 
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