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Burkina Faso : Putschisten lassen Präsidenten frei

Zieht zur Zeit die Fäden in Burkina Faso: General Gilbert Diendéré im Präsidentenpalast in Ouagadougou nach dem Militärputsch. Bild: AFP

Die Landesgrenzen von Burkina Faso sind wieder geöffnet. Die Präsidentengarde entlässt das Kabinett und den Staatschef aus der Geiselhaft. Nun wollen afrikanische Regierungschefs mit den Putschisten verhandeln.

          Zwei Tage nach dem Militärputsch in Burkina Faso ist der am Mittwoch festgenommene Übergangspräsident Michel Kafando von den Putschisten freigelassen worden. Der Anführer der Putschisten, General Gilbert Diendéré, will die Freilassung als „Zeichen unseres guten Willens“ verstanden wissen. Zusammen mit Kafando wurde nahezu das gesamte Kabinett auf freien Fuß gesetzt.Der Ministerpräsident der Übergangsregierung, Isaac Zida, bleibt weiterhin verschwunden. Zida war einst stellvertretender Kommandeur der Präsidentengarde, die den Putsch ausführte. Die seit Mittwoch geschlossenen Landesgrenzen wurden am Freitag ebenfalls wieder geöffnet. Nach vorläufigen Angaben waren bei dem Umsturz und den folgenden Protesten zehn Menschen getötet worden.

          Thomas Scheen †

          Politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Nairobi.

          Die Präsidentengarde hatte am Mittwochabend das Parlament gestürmt, die Übergangsregierung für abgesetzt erklärt und einen „Nationalen Rat für Demokratie“ als neue Regierung ins Leben gerufen, dem Diendéré vorsteht. Ursprünglich waren für Oktober Wahlen in Burkina Faso geplant.

          Die Übergangsregierung war nach der gewaltsamen Vertreibung von Machthaber Blaise Compaoré im Oktober vergangenen Jahres gebildet worden. Den Putsch begründen die Soldaten mit „schwerwiegenden Sicherheitsdefiziten“ im Land. Tatsächlich geht es um die geplante Auflösung der Compaoré ergebenen Präsidentengarde sowie einen Passus im neuen Wahlgesetz, der ehemaligen Würdenträgern des Compaoré-Regimes eine Teilnahme untersagt.

          Gardenführer Diendéré bestritt am Donnerstagabend, Kontakte zu dem im ivorischen Exil lebenden ehemaligen Präsidenten zu unterhalten. In Ouagadougou war spekuliert worden, Compaoré betreibe seine Rückkehr aus der Elfenbeinküste. Der Sitz seiner Partei in Ouagadougou war kurz nach dem Putsch von einer aufgebrachten Menge verwüstet worden.

          Für Freitag wurden die Präsidenten Benins und Senegals, Thomas Boni Yayi und Macky Sall, zu Gesprächen mit den Putschisten in Ougadougou erwartet. Sall hat gegenwärtig den turnusgemäßen Vorsitz der Wirtschaftsgemeinschaft in Westafrika (Cedeao) inne. Die Cedeao hatte den Putsch ebenso wie die Afrikanische Union umgehend verurteilt und eine sofortige Wiedereinsetzung der Übergangsregierung gefordert.

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