http://www.faz.net/-gq5-77i39
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 08.03.2013, 12:11 Uhr

Mali Le Drian: Französische Armee durchkämmt Al-Qaida-Rückzugsgebiet

Französische Truppen befinden sich laut Angaben von Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian in der härtesten Phase der seit acht Wochen anhaltenden Offensive gegen die islamistischen Rebellen. Bislang sollen 30 Soldaten verletzt worden sein.

© AP/dpa Truppenbesuch: Frankreichs Verteidigungsminister Jean Yves le Drian richtet sich am Freitag im Norden Malis mit einer Ansprache an seine Soldaten

Auf der Jagd nach Al-Qaida-Kämpfern in Mali sind französische Soldaten nach Angaben von Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian tief in den Rückzugsraum der Islamisten eingedrungen. Die gegenwärtige Phase der seit acht Wochen anhaltenden Offensive sei die härteste, da die Rebellen aus befestigten Stellungen in entlegenen Tälern im Norden des afrikanischen Landes vertrieben werden müssten, sagte der Minister am Freitag. Seit der Entdeckung einer Einheit der Aufständischen hätten die eingesetzten Truppen diese Woche 15 feindliche Kämpfer getötet. Die Suche nach Islamisten dauere an, um sie aus der gesamten Region komplett zu vertreiben.

„Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber solange das ganze Gebiet nicht befreit ist, bleibe ich vorsichtig“, sagte Le Drian in einem Rundfunkinterview. Er gab weiter bekannt, dass ein in den Reihen der Islamisten kämpfender Franzose gefangengenommen worden sei. Er werde bald nach Frankreich abgeschoben. Bei den Gefechten seien 30 Soldaten verletzt worden. Zudem seien Waffen in einer so großen Menge gefunden worden, die er nicht erwartet habe, sagte der Minister, der am Vortag Mali besucht hatte.

Mehr zum Thema

Nach Angaben des Tschad wurden bei Kämpfen in Mail in der vorigen Woche auch zwei Führungsmitglieder der Al-Qaida getötet. Darunter soll auch Mokhtar Belmokhtar gewesen sein, der als Kopf einer Geiselnahme in Algerien galt. Das wurde von Vertretern der Terrorgruppe indes bestritten. Bei dem Überfall auf eine Erdgasanlage waren Mitte Januar 55 Menschen getötet worden. Frankreich hat den Tod der beiden prominenten Al-Qaida-Kämpfer, der ein Rückschlag für ihre Bewegung wäre, bisher nicht bestätigt.

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Belagerung in Syrien Eingang zur Hölle

Russland und das Assad-Regime hungern Aleppo aus. Gleichzeitig machen sie den Einwohnern der geschundenen Stadt ein vergiftetes Angebot. Mehr Von Christoph Ehrhardt und Friedrich Schmidt, Moskau

30.07.2016, 12:20 Uhr | Politik
Zeremonie in Normandie Gedenken an getöteten Pfarrer

Mit einer Zeremonie ist im französischen Städtchen Saint-Etienne-du-Rouvray des getöteten Priesters gedacht worden. Zwei radikale Islamisten hatten eine Kirche überfallen und den Geistlichen getötet. Nach dem Anschlag auf das Gotteshaus hat eine IS-nahe Agentur ein weiteres Video veröffentlicht, das einen der Attentäter zeigen soll. Mehr

29.07.2016, 15:02 Uhr | Gesellschaft
Terroranschläge Französische Regierung gegen Internierungslager für Islamisten

Der französische Premierminister Manuel Valls hat Forderungen nach einem Internierungslager für Islamisten wie in Guantanamo zurückgewiesen. Im Fall des Terrorangriffs auf eine Kirche räumt er ein Scheitern der Justiz ein. Mehr Von Michaela Wiegel, Paris

29.07.2016, 12:35 Uhr | Politik
Minimum an Würde Türkei verscharrt Putschisten auf Friedhof der Verräter

Vor den Toren Istanbuls haben die türkischen Behörden einen staubigen Acker für die Gräber von Soldaten vorbereitet, die den Putsch in der Türkei unterstützt hatten und dabei ums Leben gekommen sind. Der Ort bietet den Toten ein absolutes Minimum an Würde. Mehr

29.07.2016, 14:58 Uhr | Politik
Türkei Erdogan kündigt Rückzug aller Klagen wegen Beleidigung an

Gegen hunderte Menschen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Anzeigen eingereicht. Nun kündigte er an, alle Klagen zurückzunehmen. Den Westen rief er zudem auf, sich um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Mehr

29.07.2016, 23:22 Uhr | Politik

Söder persönlich

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Die Kanzlerin bekräftigt „Wir schaffen das“ und die CSU bleibt leise? Nein, denn jetzt hat sich Markus Söder zu Wort gemeldet. Fragt sich nur, was er denn von der Kanzlerin erwartet hatte. Mehr 62 44