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Mali : Im Krieg

Noch in der „guten“ Phase: Französische Fallschirmjäger sind über dem Flughafen von Timbuktu abgesprungen Bild: AFP

Der französische Einsatz in Mali hat schnelle Erfolge gebracht. Diese Phase ist nun vorbei und längst nicht alles läuft nach Plan. Der zermürbende Guerrillakampf hat begonnen.

          Deutlicher konnte es der französische Präsident nicht formulieren: „Es wird keine Bodentruppen geben, französische Soldaten werden nicht in die Kämpfe eingreifen“, sagt François Hollande am 11. Oktober 2012 mit Blick auf die Krise in der früheren französischen Kolonie Mali. Drei Islamistengruppen haben dort seit Beginn des Jahres nahezu das halbe Land unter ihre Kontrolle gebracht. Am 7. Januar erreicht den Elysée-Palast dann die Nachricht, dass die Verhandlungen zwischen dem malischen Übergangsregime und der größten der Islamistengruppen, Ansar al Dine, „vorerst“ gescheitert seien. Die Dschihadisten rückten nun nach Süden vor. Die malische Armee, durch einen Putsch und interne Streitigkeiten stark geschwächt, hat dem nichts entgegenzusetzen.

          Thomas Scheen †

          Politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Nairobi.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Am 10. Januar folgt die Nachricht, dass die strategisch wichtige Stadt Konna in die Hände der islamistischen Kämpfer von Al Qaida im islamischen Maghreb (Aqim) und Ansar al Dine gefallen ist. Der Weg in die malische Hauptstadt Bamako, in der 6000 Franzosen leben, scheint frei. Es ist der 11. Januar, gegen 18 Uhr, als Hollande, an den der malische Interimspräsident Dioncounda Traoré zwei Tage zuvor ein Hilfsgesuch gerichtet hat, verkündet: „Die französischen Streitkräfte haben heute Nachmittag die malischen Einheiten in ihrem Kampf gegen die Terroristen unterstützt.“

          Nicht alles läuft nach Plan

          Zu diesem Zeitpunkt sind französische Truppen längst in Konna. Um 18.15 Uhr Ortszeit sind am 10. Januar die ersten beiden französischen Transportmaschinen mit „Forces speciales“ in Sévaré gelandet, einem Flughafen unweit der Stadt. Ihnen folgen zwei Kampfhubschrauber vom Typ „Gazelle“, die mit Panzerabwehrraketen und schweren Maschinengewehren bewaffnet sind und seit Wochen im Nachbarland Burkina Faso bereitstehen. Noch in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar dringen „Forces speciales“ nach Konna vor und kundschaften die Gegner aus. Am 11. Januar um 16 Uhr, einem Freitag, beginnen die Hubschrauberangriffe. Nicht alles läuft nach Plan. Der Pilot eines der beiden Hubschrauber wird durch eine Gewehrkugel tödlich verletzt, sein Kopilot kann die Maschine notlanden. Der zweite Hubschrauber wird durch das Sperrfeuer der Dschihadisten so schwer beschädigt, dass er von seiner Besatzung aufgegeben und gesprengt wird. Die Stärke der Islamisten in Konna wird auf mehr als 1200 Mann geschätzt.

          In Paris erläutert Verteidigungsminister Le Drian, die „Opération Serval“ diene dazu, das malische Regime vor dem Zusammenbruch zu retten und die französischen Staatsbürger in Bamako zu schützen. Ziel sei es, die islamistischen Einheiten hinter die Demarkationslinie zurückzudrängen, die in einer Ortschaft namens Douentza nördlich von Konna verläuft. Praktisch geht es darum, die Islamisten an der Überquerung des Niger-Flusses zu hindern. Die Stellungen der Dschihadisten in Konna, aber auch in Douentza und in Gao werden von Mirage-2000-Kampfflugzeugen angegriffen, die zuvor im 2500 Kilometer entfernten N’Djamena in Tschad aufgestiegen sind.

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