Home
http://www.faz.net/-hp0-762dx
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Krieg in Mali Westafrikanische Staaten sagen 6000 Soldaten zu

 ·  Die westafrikanischen Staaten wollen sich mit knapp 6000 Soldaten an der Mali-Mission beteiligen. Am Samstag eroberten malische und französische Truppen die strategisch wichtige Stadt Gao, die im von Islamisten beherrschten Norden Malis liegt.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (15)

Die westafrikanischen Staaten wollen mit knapp 6000 Soldaten eine deutlich größere Eingreiftruppe für Mali aufstellen als bislang zugesagt. Statt der bisher geplanten rund 4000 Soldaten würden die westafrikanischen Staaten 5700 Soldaten im Rahmen der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) entsenden, sagte der ivorische Generalstabschef Soumaïla Bakayoko am Samstag nach einem Krisentreffen mit seinen westafrikanischen Kollegen in Abidjan. Die Elfenbeinküste hat derzeit den Vorsitz der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) inne. Zusätzlich zu den 5700 westafrikanischen Soldaten will Tschad rund 2000 Soldaten nach Mali schicken.

Französische und malische Truppen erobern Gao

Am Samstag eroberten französische und malische Soldaten die strategisch wichtige Stadt Gao im von Islamisten beherrschten Norden des Krisenlandes. Das teilte das französische Verteidigungsministerium in Paris mit. Soldaten aus Niger und Tschad würden nun die Kontrolle in Gao übernehmen. Der in Malis Hauptstadt Bamako geflohene Bürgermeister von Gao sei dank der Militäraktion in die Stadt zurückgekehrt, hieß es in der Mitteilung weiter. Bei dem Einsatz seien zahlreiche Fahrzeuge und Logistikstützpunkte der islamischen Extremisten zerstört worden. Gao war seit vergangenem Juni in der Hand islamischer Extremisten.

Auch in anderen Landesteilen rückten die französischen und malischen Truppen am Samstag weiter vor. Ein französischer Militärsprecher sagte, Verbände seien in Léré südwestlich der historischen Stadt Timbuktu. Der Vormarsch auf Gao erfolgte offenbar von Sévaré 570 Kilometer südlich der Stadt und von der kürzlich zurückeroberten Stadt Douentza aus.

Die Vereinigten Staaten erwägen nach einem Bericht der „New York Times“, Frankreich bei seinem Waffengang in Mali stärker zu unterstützen. Dabei gehe es vor allem um die Bereitstellung von
Tankflugzeugen, berichtete die Zeitung am Samstag. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Paris hatte bereits Deutschland um Tankflugzeuge gebeten, die bei Einsätzen der Luftwaffe in dem
riesigen Flächenstaat Mali gebraucht werden.

Bisher hilft Amerika beim Transport französischer Soldaten und militärischer Ausrüstung in das afrikanische Land. Außerdem liefern die Vereinigten Staaten Geheimdiensterkenntnisse wie etwa Satellitenbilder. Amerikanische Truppen sollen aber nicht geschickt werden.

In Mali sind inzwischen 2500 französische Soldaten im Kampf gegen Islamisten im Einsatz. Insgesamt seien 3700 französische Armeekräfte an der „Operation Serval“ beteiligt, teilte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Samstag mit.

  Weitersagen Kommentieren (12) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Ruanda Völkermord mit Ansage

Seit dem Massenmord in Ruanda vor 20 Jahren hat sich einiges verändert. Die Afrikanische Union hat ihre Haltung der Nichteinmischung aufgegeben - und interveniert zur Not militärisch. Doch was nützen Soldaten, wenn die Politik nicht Schritt hält? Mehr

06.04.2014, 17:56 Uhr | Politik
Islamistische Terrorgruppen „Gotteskrieger“ lösen sich von Al Qaida

Al Qaida habe sich vom radikalen „Heiligen Krieg“ entfernt: In einer Audiobotschaft sagt sich die Dschihadisten-Gruppe „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ vom Terrornetz unter der Führung des Ägypters Aiman al Zawahiri los. Mehr

18.04.2014, 15:20 Uhr | Politik
Nigeria Dutzende Tote bei Anschlag in Abuja

In einem Busbahnhof in der nigerianischen Hauptstadt Abuja sind mehrere Sprengsätze detoniert. Behörden berichten von Dutzenden Toten. Mehr

14.04.2014, 12:10 Uhr | Politik

26.01.2013, 14:16 Uhr

Weitersagen
 

Algerischer Verdruss

Von Christoph Ehrhardt

Nach Reformen sieht es nach dem abermaligen Wahlsieg Bouteflikas in Algerien nicht aus. Schon bald aber dürften wieder Machtkämpfe in der Führung ausbrechen, weil ein Nachfolger für den gebrechlichen Präsidenten noch nicht bestimmt ist. Mehr 2