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Konflikt in Mali Islamistenführer zu Verhandlungen bereit

 ·  Die malische Islamistengruppe Ansar al Dine hat sich offenbar gespalten. Alghabasse Ag Intalla, Führer der neuen Gruppe „Islamische Bewegung von Azawad“ (MIA), erklärt angesichts der französischen Offensive seine Bereitschaft, den Konflikt „friedlich“ beizulegen.

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© AFP Vergrößern Will offenbar verhandeln: Alghabasse Ag Intalla, Führer der neuen Gruppe Islamische Bewegung von Azawad (Mia)

Angesichts ihrer schweren Verluste seit Beginn der französischen Offensive vor rund zwei Wochen hat sich die malische Islamistengruppe  Ansar al Dine offenbar gespalten. Eine neue Gruppe, die sich „Islamische  Bewegung von Azawad“ (MIA) nennt, kündigte am Donnerstag an, Verhandlungen mit der malischen Regierung für einen „friedliche Beilegung“ des Konfliktes  aufnehmen zu wollen und forderte die französische Armee auf, die Angriffe auf die Region von Kidal, die offenbar von MIA kontrolliert wird, einzustellen. Die Gruppe distanziert sich in einem Schreiben an die malische  Regierung vom Terrorismus und jeder Form des Extremismus und verspricht, diesen  zu bekämpfen.

Es ist nicht ganz klar, wie stark die MIA tatsächlich ist und deshalb auch nicht, ob die Abspaltung tatsächlich das Ende von Ansar al Dine bedeutet. Bei den Abtrünnigen scheint es sich um ehemalige Kämpfer der „Nationalen Bewegung zu Befreiung von Azawad“ (MNLA) zu handeln, die im Januar 2012 die Rebellion im Norden Malis begonnen hatten und von denen sich viele  später Ansar al Dine angeschlossen hatten.

Ein designierter Kronprinz

Der Generalsekretär der neuen Bewegung ist Alghabasse Ag Intalla, der für Ansar al Dine Ende 2012 die Verhandlungen mit dem Vermittler in der malischen Krise, dem burkinischen  Präsidenten Blaise Compaoré, geführt hatte. Intalla gilt als Repräsentant des  moderaten Flügels innerhalb von Ansar al Dine, deren Führer Iyad Ag Ghaly wie Intalla aus der Region um Kidal stammt. Wichtiger in diesem Zusammenhang aber ist zweifelsohne sein sozialer Status unter der Tuareg aus dem Adrar des Iforhas, woher die meisten Rebellen stammen: Intallas Familie gilt als die inoffizielle Königsfamilie der Iforhas und er selbst als designierter Kronprinz.

Seine neue Organisation habe bereits Kontakt mit Vermittlern in Burkina Faso und den algerischen Behörden aufgenommen, sagte Ag Intallah am Donnerstag laut Medienberichten. Von dort sind inzwischen  rund 160 Soldaten aufgebrochen und haben sich der französischen Eingreiftruppe in Mali angeschlossen. Damit ist Burkina Faso der erste westafrikanische Staat, der sich am Militäreinsatz in Mali beteiligt.

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© AFP Vergrößern Ein Malier betrachtet die Reste eine Fahrzeuges von islamistischen Rebellen, das am Mittwoch durch einen französischen Luftangriff zerstört wurde.

Während der Zusammenhalt der Rebellen offenbar schwindet, muss sich die malische Armee Vorwürfen erwehren, in den  zurückeroberten Regionen von Diabali und Konna in Zentralmali Lynchjustiz zu betreiben. So sollen alleine in Sévaré bei Mopti elf Tuareg erschossen worden sein, die im Verdacht standen, mit den Islamisten zusammenzuarbeiten. Aus Niono, Markala und Diabali wurden ähnliche Fälle gemeldet. Ausländische Journalisten haben seit Mittwoch keinen Zugang mehr zu diesen Regionen, ohne dass für diese Restriktionen ein plausibler Grund genannt würde. Der malische Generalstab kündigte eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe an.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte angesichts der Vorwürfe bei einem Spanienbesuch am Donnerstag: „Das sind schwerwiegende Vorwürfe, denen gründlich nachgegangen werden muss.“ Racheakte oder Gewalt malischer Soldaten gegen Zivilisten oder ethnische Minderheiten seien in keiner Weise akzeptabel, so Westerwelle weiter, und würden Bemühungen um einen politischen Ausgleich in Mali untergraben.

Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hatte bereits am Mittwochabend von einem „Risiko“ gesprochen, ohne die Vorwürfe zu bestätigen. Er rief in französischen Medien auf, „extrem wachsam“ in dieser Frage zu sein. Frankreich zähle auf die malischen Offiziere. „Die Ehre steht auf dem Spiel.“

Die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Komissarin Kristalina Georgieva sagte in Ouagadougou, der Hauptstadt von Malis südlichem Nachbarstaat  Burkina Fasos, Berichte über „ethnische Kämpfe und aus Rache verübte Übergriffe“ seien „sehr Besorgnis erregend“.

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24.01.2013, 08:24 Uhr

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