http://www.faz.net/-gq5-8kvbd

IS-Hochburg vor dem Fall : Libysche Regierungstruppen schlagen „letzte Schlacht“ in Sirte

  • Aktualisiert am

Libysche Regierungssoldaten im Kampf gegen IS-Kämpfer in Sirte Bild: AFP

Nicht nur in Syrien und Irak ist die Terrormiliz IS in der Defensive. Auch in Libyen melden die Regierungstruppen Erfolge. In Sirte sollen die letzten von Dschihadisten gehaltenen Stadtteile befreit werden.

          Die Truppen der von den Vereinten Nationen gestützten Einheitsregierung in Libyen haben einen Angriff auf die letzten von Dschihadisten kontrollierten Viertel der Küstenstadt Sirte gestartet. „Die letzte Schlacht um Sirte hat begonnen“, sagte ein Sprecher der Regierungstruppen. Etwa 1000 Soldaten seien in die beiden Stadtteile eingedrungen, die noch von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrolliert werden. Bei dem Angriff auf die letzten Stellungen der IS-Einheiten sind nach Informationen aus einem Lazarett 34 libysche Kämpfer getötet und mehr als 180 verletzt worden.

          Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete mehrere Panzer und gepanzerte Fahrzeugen, die in Richtung eines der beiden Viertel vorrückten. Anschließend waren Gewehrfeuer und Explosionen zu hören. Den Regierungstruppen zufolge war der Vormarsch in der Nacht zu Sonntag durch amerikanische Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadisten vorbereitet worden.

          IS-Hochburg vor dem Fall : Entscheidungsschlacht in Sirte

          Die IS-Miliz beherrscht Sirte seit Juni 2015. Im Mai dieses Jahres begann eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt. Der Verlust der 450 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt wäre ein schwerer Schlag für die Dschihadisten. Sirte bildet die Verbindung zwischen dem Westen und dem Osten des ölreichen Landes.

          Nach dem Sturz und dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi infolge eines französischen und britischen Militäreinsatzes im Jahr 2011 war das nordafrikanische Land ins Chaos gestürzt. Seitdem beherrschen verfeindete Milizen den Staat. Der IS nutzte die unübersichtliche Lage in Libyen, um sich auszubreiten, unter anderem in Gaddafis Heimatstadt Sirte.

          Die vor allem aus Misrata stammenden libyschen Truppen erklärten, sie stünden kurz vor einem Sieg über den IS; sie müssten sich aber mit Selbstmord-Kämpfern, Scharfschützen und Minen auseinandersetzen. Die Truppen setzten Panzer, Raketen und Flugabwehrgeschütze ein, um sich durch die Stellungen der Scharfschützen durchzukämpfen. Die IS-Kämpfer hätten am Sonntag fünf Autobombenanschläge versucht, um den Vormarsch der libyschen Truppen zu verhindern.

          Quelle: AFP/Reuters

          Weitere Themen

          Das Aus für Borussia Dortmund Video-Seite öffnen

          Champions-League : Das Aus für Borussia Dortmund

          Der BVB schaffte es am Dienstagabend nicht in der Champions-League gegen Tottenham Hotspur den erforderlichen Sieg einzufahren. Damit setzt das Team seine Negativ-Serie der letzten Pflichtspiele weiter fort.

          Topmeldungen

          Regierungsbildung : Steinmeier will Gipfel mit Merkel, Seehofer und Schulz

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Vorsitzenden von CDU, CSU und SPD zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. In der SPD soll es danach Vorgespräche über eine mögliche große Koalition geben – eine formelle Entscheidung dürfte so schnell aber nicht fallen.
          Die Proteste mit Tibet-Fahnen erzürnte die chinesische Delegation beim Spiel in Mainz.

          Proteste : DFB sagt Chinas U-20-Spiele vorerst ab

          Nach dem Eklat beim ersten Spiel von Chinas U 20 in Deutschland wird die Serie an Tests unterbrochen. Die Partien in diesem Jahr sind abgesagt. Wie es danach weitergeht, ist offen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.