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Kampf gegen Rebellen Präsident Malis bestätigt Einnahme Timbuktus

Französische und malische Truppen haben Timbuktu eingenommen. Von den drei größeren Städten im Norden des Landes kontrollieren die islamistischen Rebellen damit nur noch Kidal. Offenbar zündeten sie vor ihrer Flucht aus Timbuktu eine wertvolle Bibliothek an.

© dpa Unter Kontrolle: Französische und malische Truppen, hier auf einem Bild vom Sonntag, kontrollieren mittlerweile auch den Zugang zur historischen Wüstenstadt Timbuktu

Der Präsident Malis hat die Einnahme der Wüstenstadt Timbuktu durch die malischen und französischen Streitkräfte bestätigt. Die Truppen seien in Timbuktu und durchkämmten seit der Nacht die Stadt, heißt es in einer Mitteilung der Präsidentschaft Malis im Nachrichtenkurzdienst Twitter vom Montag.

Der schnelle Vormarsch der Verbände ist auch dem Zurückweichen der Islamisten zu verdanken. „Wir sind in Gao auf keinen Widerstand
gestoßen; die bewaffneten Gruppen hatten die Stadt bereits
verlassen“, sagte der malische Oberst Didier Dakouo am Montag im
Rundfunk. Das französische Verteidigungsministerium in Paris hatte zuvor gemeldet, dass die alliierten Truppen Zugänge und den Flughafen der historischen Stadt kontrollierten. Die von Frankreich angeführte Offensive macht weiter rasche Fortschritte. Erst am Samstag hatten die Truppen die Stadt Gao unter ihre Kontrolle gebracht.

Vor ihrer Flucht aus der historisch bedeutenden Stadt Timbuktu zündeten die Islamisten eine Bibliothek mit alten Handschriften in Brand. Die Aufständischen
hätten das neu gebaute Ahmed-Baba-Institut vier Tage zuvor angezündet, berichtete der Bürgermeister der Stadt, Halle Usmane, am Montag. Wie viel von dem Gebäude, das mehr als 20.000 Manuskripte beherbergte, zerstört ist, sagte Usmane in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters nicht. Einige der Handschriften stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Von den drei größeren Städten im Norden des Landes, die die islamistischen Rebellen erobert hatten, kontrollieren diese nur noch Kidal. Die Vereinigten Staaten und Europa unterstützen die von den Vereinten Nationen genehmigte Militäraktion in Mali. Timbuktu ist ein Labyrinth aus antiken Moscheen, Monumenten und Lehmziegel-Häusern. Im vergangenen Jahr hatten die Islamisten einen Großteil der zum Weltkulturerbe gehörenden antiken Mausoleen zerstört. Nach Darstellung von Historikern traf dies wichtige Stätten, die zur Geschichte des Islams in Afrika gehören.

Gao von französischem Militär kontrolliert

Rund 20 Luftangriffe seien gegen die Rebellen am Sonntag geflogen worden, verlautete am Sonntagabend aus dem französischen Verteidigungsministerium in Paris. Berichte über die Bombardierung des Hauses des Ansar-Dine-Anführers Iyad Ag Ghali in Kidal an der Grenze zu Algerien wurden vom französischen Militär dementiert. „Das Haus steht noch, es hat in der Region von Kidal keine Luftangriffe gegeben“, sagte ein Militärsprecher. Zu den Kämpfen um Gao hieß es, dass dabei zahlreiche Rebellen-Einheiten „zerschlagen oder in Richtung Norden verjagt“ worden seien. Inzwischen hätten malische Einheiten die vollständige Kontrolle über Gao, die zuletzt als Hauptstadt der Islamisten galt. Gao, Kidal und Timbuktu gelten als die wichtigsten Städte des Nordens.

Infografik / Karte / Mali © F.A.Z. Vergrößern

Beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba begrüßten die anwesenden Staats- und Regierungschef der 54 Länder des Kontinents am Sonntag den Militäreinsatz Frankreichs. Der äthiopische Ministerpräsident Hailemariam Desalegn rief jene Länder zur zügigen Entsendung von Truppen auf, die eine Beteiligung an der Mission Afisma (African-led International Support Mission in Mali) zugesagt haben.

Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas hatte zuvor bei einem Treffen führender Militärs in Abidjan in der Elfenbeinküste beschlossen, das Afisma- Truppenkontingent zur Unterstützung der malischen Armee von ursprünglich 3300 Mann auf 7700 Soldaten aufzustocken. Bisher sind erst knapp 1750 Soldaten der westafrikanischen Nachbarn in Mali eingetroffen, um sich an der multinationalen Eingreiftruppe zu beteiligen.

Die Europäische Union beginnt Mitte Februar mit der Entsendung von Militärausbildern nach Mali, wie ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel sagte. Diplomaten nannten den 12. Februar als Starttermin. Die EU hatte Mitte Januar beschlossen, 200 bis 250 Militärausbilder nach Bamako zu schicken, um Malis Armee im Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen. Doch will sich die EU nicht mit Kampftruppen am französisch-afrikanischen Militäreinsatz beteiligen.

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Quelle: FAZ.NET

 
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