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Innenminister überlebt Anschlag Der Terror erreicht Kairo

 ·  Ägyptens Innenminister Muhammed Ibrahim hat einen Anschlag in Kairo unversehrt überlebt. Eine Autobombe war in der Nähe seines Konvois detoniert. Die Polizei erschoss zwei mutmaßliche Angreifer. Dutzende Menschen wurden verletzt.

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Klaus Meyer

Ich bitte Ihnen, Herr Muche!

"Much" heißt übrigens auf Arabisch Gehirn, Denkvermögen - das nur nebenbei.
Das Verhältnis zwischen den ägyptischen Präsidenten und den Muslimbrüdern war kompliziert und wechselvoll und reichte von offener bzw. stillschweigender Förderung bis zu brutalster Verfolgung. In den letzten Jahren unter Mubarak hatten sich die Muslimbrüder aber nachweislich in eine rein politisch agierende Organisation gewandelt und Gewalt konsequent und glaubhaft abgelehnt. Das hat sie nicht davor bewahrt, Opfer massiver, brutaler und in vielen Fällen unprovozierter Gewalt zu werden. Und einer Hetzkampagne durch die gleichgeschalteten ägypt. Medien.
Ihre Umwandlung in eine politische Partei gibt ihnen das Recht, gemäß ihrer Unterstützung in der Bevölkerung an Regierungen beteiligt zu werden oder auch nicht, wenn ihre Wähler in freien, gleichen und fairen Wahlen zu wenige sind. Dass sie einen stärker religiös geprägten Staat anstreben steht dem nicht entgegen, wenn das eine Mehrheit der Wähler wollen sollte.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.09.2013 22:06 Uhr
Klaus Meyer

Nachtragend sind Sie gar nicht, nicht wahr?

Das gefällt mir so an Ihnen. Die Ermordung Sadats liegt jetzt 32 Jahre zurück. In einer so langen Zeit kann sich vieles ändern, unter anderem die Einstellung einer Bewegung zur Gewalt. Terroristen können zu respektablen Politikern werden (vgl. Nordirland) oder gar den Friedensnobelpreis erhalten - s. Begin und Nelson Mandela. Außerdem sind die Muslimbrüder eine sehr breite Bewegung, deren Flügel nur den mehr oder weniger berechtigten Bezug auf den Islam gemeinsam haben. Alle über einen Kamm zu scheren macht ungefähr so viel Sinn wie die SPD und die Rote Arme FRaktion in einen Topf zu schmeißen.
Demokratie war, dass die Muslimbrüder eine demokratische Wahl gewonnen haben. Demokratie wäre gewesen, dass sie wieder regulär abgewählt worden wären. Das wäre möglich gewesen, aber ihre Feinde zogen es vor, die algerische Variante zu spielen...
Laut UNICEF liegt der Analphabetenanteil in Ägypten bei 28%, nicht 50%. Versuchen Sie's zur Abwechslung doch 'mal mit der Wahrheit.

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Jens Muche
Jens Muche (Me-110) - 07.09.2013 16:03 Uhr

@ Klaus Meyer „"Much" heißt übrigens auf Arabisch Gehirn, Denkvermögen - das nur nebenbei.“

Das ist wirklich nebenbei, denn mein Familienname stammt nicht aus dem arabischen Sprachraum und wird auch nicht von dort hergeleitet. Ihre Ausführungen sind wie immer, pro Islam und nicht pro demokratischem Wandel. Derjenige, der Sadat erschossen hat, handelte im Auftrag der MB, also derer, die nach Ihrer Ansicht Gewalt konsequent und nachweislich ablehnen. So scheint es in Ä verschiedene Arten der Gewalt zu geben, die Sie offensichtlich akzeptieren.
Wie bei einem Analphabetenanteil von 50% Wahlen in Ägypten frei, gleich und fair sein können, bleibt Ihr Geheimnis. Ihr Hinweis, daß „sie einen stärker religiös geprägten Staat anstreben“, steht einem demokratischen Wandel sehr wohl entgegen, daran ändert auch Ihre beschönigende Ausführung nichts. Auch wenn eine Wahl augenscheinlich demokratisch abgelaufen ist, zählt, wie anschließend regiert wird und das war islamisch und hatte mit Demokratie herzlich wenig zu tun.

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Jens Muche
Jens Muche (Me-110) - 06.09.2013 13:45 Uhr

Bis auf Mursi

stammten seit 1952 alle ägyptischen Präsidenten aus den Reihen des Militärs. Alle wurden von den Muslimbrüdern bekämpft und zogen sich so deren Gegnerschaft zu. Weshalb sollte sich dies ändern und weshalb sollte man sie an der Regierung beteiligen, wenn es deren Ziel ist Ägypten in einen religiösen Staat zu verwandeln, denn die Brüder sehen sich im Dienste des Islam stehend. Sie werden auf Grund dessen jede Regierung bekämpfen, die nicht ihre ist, wie gahbt.

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Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 06.09.2013 08:05 Uhr

Das war doch nur eine Frage der Zeit ...,

bis der Terror die Hauptstadt erreicht, denn von ihr ging er ja auch schließlich aus. Wenn die derzeitige ägyptische Führung nicht bereit ist, die Muslimbrüder - also rd. 50% der Bevölkerung (einschließlich Sympathisanten) - in die Regierung zu integrieren, wenn nach wie vor in dieser Frage Uneinsichtigkeit herrscht, wird Ägypten im Bürgerkrieg versinken; eine neue Einladung für Obama, sich auch dort völkerrechtswidrig militärisch einzumischen.

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Manfred Hulverscheidt

Es scheint im Plan zu liegen,

überall statt Lösungen elementarer Lebensprobleme von Gesellschaften in Angriff zu nehmen, über Parteiungen und Spaltungen zu spekulieren, zur Zeit sehr in Mode der Schia-Sunni-Graben und ähnliche unbedeutende Relikte grauer Vorzeiten grauer Abkömmlinge des Propheten. Die Militärkaste in Ägypten müsste sich eigentlich mit der Militärkaste in Syrien verbinden, aber das darf sie nicht, wegen der vertraglichen Bindungen zur Al-Qaida. Irgendetwas stimmt hier nicht. Dieses Irgendetwas muss bestimmt und gelöst werden. Ein Westerwelle ist dazu leider nicht qualifiziert. Warum kann er sich eigentlich nicht ins Privatleben zurückziehen?

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joachim tarasenko

Den Terror gab es schon seit Jahrzehnten

Interessant ist die Diktion, Terror erreicht Kairo. Dabei war der Mubarak Terror seit 30 Jahren in Kairo aktiv und nun unter dem Terror Miltär. Wir wissen ja aus Erfahrung wie es läuft. Erst ein paar Scharmützel, dann ein Aufstand dann folgt die Al Kaida. Warum sollte es in Kairo anders sein als vorher in Tripolis, Damaskus, Baghdad? Bedauerlich ist dass das Militär in Kairo den Weg der Konfrontation gewählt hat und somit den Weg freimachte für die Al Nusra Brigaden.

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James Barnes

Der selbst ernannte "Innenminister" dieser Militärdiktatur hat keine Zukunft

"Im Krieg stirbt die Wahrheit immer zuerst" ist ein Spruch, welcher wahrscheinlich auch für den Fall eines "Krieges" gegen die Demokratie gilt. Und ein solcher Fall liegt hier vor.

Hochverrat ist eine schlimme Geschichte. Die Drahtzieher des Militärputsches müssen mit harten Strafen rechnen, im Falle einer wiedererstarkten Demokratie in der Zukunft.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.09.2013 10:32 Uhr
Gerhart Manteuffel
Gerhart Manteuffel (cem_m) - 06.09.2013 10:32 Uhr

Na ja, hinter dem Militär steht die Mehrheit der Ägypter.

Sie vergessen, dass die Mehrheit der Ägypter Mursi nicht mehr will. Der bärtige Islamist ist völlig inkompetent gewesen, zudem wollte er das Land islamisieren - die Ägypter sind aber im Grunde modern, sie wollen keinen Rückfall in eine düstere islamische Epoche. Es ist gut, dass das Militär diesen Fanatiker verhaftet hat - nun aber muss der Demokratie wieder eine Chance gegeben werden.

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alireza lashgary
alireza lashgary (Snagz) - 05.09.2013 18:30 Uhr

Born in Chains

Wir von der regionalen Band Born in Chains, beglückwunschen den ägyptischen Innenminister Muhammed Ibrahim, zu seinem Durchhaltevermögen.

Terror ist keine Lösung, sondern nur Born in Chains.

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Klaus Meyer

Zustimmung von ungeahnter Seite, Frau van de Cremer!

Aber wieso war der Angriff auf Muhammed Ibrahim "von der übelsten Sorte"? Diese Worte passen eher auf die Tötungsaktionen gegen Hunderte Mursi-Anhänger, die von Mitgliedern der staatlichen Repressionskräfte von Dächern und aus Hubschraubern abgeknallt wurden wie die Hasen, wofür der werte Herr einen Teil der direkten Verantwortung trägt. Es hätte keinen Unschuldigen getroffen, wäre der Angriff erfolgreich gewesen.
Abzulehnen ist natürlich, dass der Anschlag so ausgelegt war, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Unbeteiligte zu Schaden kommen, übergroß war, wie es ja auch leider passiert ist. Aber dass die Gewalt, die Ibrahim anderen gegenüber entfesselt hat, auch zu ihm selbst zurückkommt, darin kann ich nur ein Stück ausgleichender Gerechtigkeit sehen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.09.2013 18:49 Uhr
Gerhart Manteuffel
Gerhart Manteuffel (cem_m) - 05.09.2013 18:49 Uhr

Im Deutschlandfunk berichtete ein Korrespondent in Kairo

dass nicht das Militär zuerst geschossen hat, sondern die Muslim-Brüder. Diese haben gezielt scharf geschossen damit die Situation eskaliert. Das ist diesen bärtigen Brüdern auch gelungen - aber man kann sie nicht als Opfer darstellen. Es mag viele unschulidge Opfer auch durch den Eingriff des Miltärs gegeben haben - man darf aber nicht vergessen, dass die Mehrheit der Ägypter klar hinter dem Militär steht. Die Menschen hatten genug von Mursi und seiner völlig inkompetenten Politik.

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Gerhart Manteuffel
Gerhart Manteuffel (cem_m) - 05.09.2013 17:55 Uhr

Gut, dass er überlebt hat. Und die Muslim-Brüder zeigen mal wieder ihren Sinn für Demokratie.

Man muß sich eigentlich für die deutsche Außenpolitik schämen, die noch vor Monaten einem Fanatiker und Anti-Semiten Mursi Honig um seinen zerzauselten Bart geschmiert hat. Die Wahlen in Ägypten waren sehr fragwürdig. Zudem hatte Mursi etwa 25% der Stimmen. Die Mehrheit der Ägypter aber ist nicht islamistisch, sie ist liberal und möchte stabile wirtschaftliche Verhältnisse. Die Unterwürfigkeit mit der ein Westerwelle deutsche Steuergelder an Mursi transferierte schadete indirekt den ägyptischen Säkularen und Modernen, den Kopten sowieso. 86 koptische Kirchen haben die Muslim-Brüder geschändet. Wäre das Militär nicht eingeschritten - es hätte einen Genozid an den Kopten gegeben. Aber die Christen-Genozide im Sudan und im Irak waren Deutschland und dem Westen ja völlig egal. Stattdessen schwafelte man euphorisch von der Arebellion. Und jetzt will man Assad beseitigen, der einzige, der in Syrien die Alawiten und Christen schützt. Das ist eine Scheinheiligkeit ohne Beispiel.

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Max Berchtold
Max Berchtold (BeMax51) - 05.09.2013 17:51 Uhr

2000 Jahre und kein bisschen weiser

Wir sind hier ja auch keine Heiligen, aber die ach so tolle Kultur dort, die angeblich die Weltherrschaft via ihren Glauben erreichen will, muss es zuerst einmal schaffen die eigenen Leute unbehelligt zu lassen.
Ich kann mich nicht erinnern dass irgend ein Buch je über lang andauernden Frieden in dieser Gegend geschrieben hat. Immerhin in Europa hatten wir jetzt zwei Phasen des Friedens, einmal 50 Jahre und jetzt 13 Jahre, der Bürgerkrieg in Jugoslawien kam leider dazwischen.

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Beate Rieckmann

Terror???!!! Was für eine Überraschung ...

Anfang Juli kommentierte ich einen Artikel mit "Ein Freund von mir sieht an seinem Haus in Nasr City unter Anderen Al Quaida-Anhänger vorbeiziehen und er hat mir ein Foto davon gesendet."
Das hat ein sehr belesener, kluger Mann beantwortet mit : Ich könne ja mit meinem Erfahrungsschatz direkt als Terror-Experte beim BND anfangen.
Das kann ich sicher nicht, aber die Reaktionen der Islamisten sind ECHTE Terrorangriffe.
Ich habe z.B. noch nicht gelesen, das sich die Christen für die verbrannten Kirchen, die zerstörten Geschäfte, geköpte Priester und gekidnappte Mädchen mittels einer Bombe oder einer brennenden Moschee gerächt hätten.
Fakt ist : Herr Mursi, seine Minister und seine Partei haben diese ganzen Faschisten ins Land gelasssen und den Sinai sich selbst überlassen.

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mary van de cremer

Der Terror ?

Meine Definition sieht anders aus. Diese Bombe war für eine ganz bestimmte Person gedacht.
Ganz klar ein Mordanschlag übelster Art. Dennoch: bei Terror spielt immer das Element Willkür die wesentliche Rolle. Wahllos, at random, willekeurig (NL) Menschen töten wollen, möglichst viele auf einmal.
Auch als vor einem Jahr von irgendwelchen Autobahnbrücken in den NL , Steinbrocken auf irgendwelche Autos geworfen wurden, war das auch Terror. Aber die RAF , Baader Meinhof und Co. waren für mich eindeutig Schwerkriminelle, die den deutschen Staat angriffen indem sie dessen Vertreter versuchten zu ermorden. Sie waren also Mörder, aber keine Terroristen , denn sonst hätten sie "irgendwo in irgendeinem Kaufhaus, Stadion, Cafe, Kino usw. irgendwelche Leute" töten wollen. Auch Raketen können, wenn man nicht weiß wo sie einschlagen werden, Terrorraketen sein, eben ungezielt, einfach 'ungefähr dort'. Das kann dann auch ''die eigenen Leute" treffen, wie erwiesen wurde, aber verneint von Hamas

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Johann Otto

Herr Westerwille wird jetzt sicher wieder...

...ergriffen und erschüttert ins Leere warnen. Und alle halten inne und den Atem an und bessern sich. Mal sehen, welcher Bausatz aus dem Verlautbarungs-Setzkasten das Rennen macht! Westerwelle ist mein Lieblingspolitiker. Wäre er in der AfD, bekäme er meine Erststimme!

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Jens Frisch
Jens Frisch (frischer) - 05.09.2013 13:15 Uhr

Al Qaida...

na, dann sieht es ja so aus, als hätten sich die Muslimbrüder mit den genau richtigen Leuten ins Bett gelegt.

Jeder, der weiterhin behauptet, diese Muslimbrüder seien nur friedfertige Demonstranten, sind hiermit eines besseren belehrt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.09.2013 21:38 Uhr
joachim tarasenko

Ja sicher ins Bett

Schwarz Weiss Malerei hat noch Niemanden weitergebracht. In jeder religiösen Gruppierung gibt es Fanatiker. Die Scientology zum Beispiel arbeiten auch mit subtilen Terrormethoden die aus ihren Mitgliedern mit dubiosen Methoden den letzten Tropfen Blut (Geld) herauspressen. (Bildlich gemeint natürlich). Aus ehemals zuversichtlichen Menschen werden einfach paranoide Wracks gemacht. Living Dead, Zombies. Auch ein Bagwan in Poona hatte seine entrückten Jünger mittels verquerer Philosophien und bizarren Kulten zu Latrinenputzern gemacht, die nicht mal entlohnt wurden dafür während seine erlauchte Heiligkeit mit rosafarbenen Rolls Royc Gefährten standesgemäss sein Reich inspizierte. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Aber die Freunde der Amis, die Al Kaida und Al Nusra, das toppt nun alles bisher dagewesene

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05.09.2013, 18:29 Uhr

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