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Aktualisiert: 08.01.2015, 19:32 Uhr

Großangriff in Nigeria Boko Haram macht Stadt dem Erdboden gleich

Die islamistische Terrormiliz Boko Haram soll im nigerianischen Bundesstaat Borno abermals ein Massaker verübt haben. Eine Stadt und zahlreiche Dörfer wurden verwüstet, berichten Augenzeugen.

© AFP Schon im April 2013 hatte Boko Haram einen massiven Brandanschlag auf das nordnigerianische Braga verübt (Archivbild)

Bei einem Angriff von Terroristen auf die nordnigerianische Grenzstadt Baga hat es nach Regierungsangaben viele Tote gegeben. Demnach haben Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram Baga und zehn weitere Ortschaften schon am Mittwoch gestürmt und Häuser in Brand gesteckt. Die Stadt sei dem Erdboden gleichgemacht worden, die Straßen seien mit Leichen übersät, berichteten Augenzeugen. Es ist der zweite Angriff von Boko Haram auf die Stadt binnen weniger Tage.

Ein Sicherheitsbeamter des Bundesstaates Borno wies aber Berichte des britischen Senders BBC, wonach es womöglich bis zu 2000 Todesopfer geben solle, entschieden zurück. Der Beamte, der wegen der kritischen Lage nicht namentlich genannt werden wollte, machte jedoch keine Angaben, wie viele Opfer befürchtet würden. Die Katastrophenschutzbehörde bereite einen Hilfseinsatz vor.

Bereits am Samstag waren in Baga stationierte Einheiten der Armeen von Nigeria, dem Tschad und dem Niger vor den Terroristen geflohen und hatten die Bevölkerung schutzlos zurückgelassen. Tausende Bewohner waren daraufhin geflohen. Nach Angaben der BBC kontrolliert Boko Haram jetzt Baga und 16 benachbarte Dörfer und Städte. Der Bundesstaat Borno, in dem Baga liegt, steht in weiten Teilen unter der Herrschaft der Terrorgruppe.

Baga, war schon im April 2013 Schauplatz eines Massakers geworden. Damals wurden bei Kämpfen zwischen Boko Haram und der nigerianischen Armee mehr als zweitausend Häuser zerstört; rund 185 Menschen wurden getötet.

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Boko Haram versteht sich als Teil des Terrornetzes Al Qaida. Der Name bedeutet „Westliche Bildung ist Sünde“. In den vergangenen Jahren sind bei Anschlägen der Gruppe vor allem im Nordosten Nigerias Tausende Menschen ums Leben gekommen. Ziel von Boko Haram ist nach eigenen Angaben die Errichtung eines Kalifatsstaates im Norden Nigerias. Die Bewegung ist auch in zahlreiche kriminelle Geschäfte verstrickt.

Inzwischen geraten aber auch der angrenzende Tschad und der Norden Kameruns stärker in den Fokus von Boko Haram. Kamerun hat deshalb bereits Tausende zusätzliche Soldaten an die Grenze verlegt.

Kamerun fordert für den Kampf gegen die islamistische Terrorgruppe Boko Haram die Hilfe der internationalen Gemeinschaft. „Eine weltweite Bedrohung bedarf einer weltweiten Antwort“, sagte Präsident Paul Biya am Donnerstag. Islamistische Fundamentalisten vom ostafrikanischen Somalia bis nach Westafrika verfolgten die gleichen Ziele, sagte er. Sein Appell kam einen Tag nachdem der Anführer der aus Nigeria stammenden Boko Haram in einer Video-Botschaft mit mehr Angriffen auf Kamerun gedroht hatte.

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