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Angekündigte Parlamentswahl Kein Platz im neuen Ägypten

 ·  Ägyptens Präsident Muhammad Mursi hat jetzt die Termine für die Wahl des neuen Parlaments verkündet. Doch die jungen Leute wollen der Wahl fernbleiben, sie sind enttäuscht.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (8)
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Klaus Meyer

Werte Frau Holtmann, Ihre Gegenfrage hat zunächst einmal

gar nichts mit meiner These zu tun, mit der Sie sich inhaltlich nicht auseinandersetzen. Sie versuchen mich mt einem vermeintlichen Totschlagargument schach matt zu setzen.
Ich will Sie aber dennoch einer Antwort würdigen. Die Grundlage dieses Urteils (wenn es denn tatsächlich so erging und nicht eine "urban legend" darstellt) dürfte ein heute leider vielfach noch wörtlich (d.h. ohne Berücksichtigung des historischen Zusammenhangs) aufgefasster Hadith sein. Diese Auffassung ist zweifellos eine der am dringendsten korrekturbedürftigen Positionen in der sog. islamischen Welt. Hierfür sezt sich unter anderem der von den USA mit Einreiseverbot belegte Theologe Prof. Tariq Ramadan ein, wohingegen die rigide Anwendung dieses verfehlten Verständnisses in den mit dem Westen militärisch verbündeten Golfstaaten und Afghanistan offenbar niemanden von den westlichen Regierungen stört...

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 24.02.2013 18:42 Uhr

Muksi scheitert, eher früher

Der ägypt. Präsident hat eine ganze Korona von Mitessern und Begünstigten hinterlassen. Klar, das sie sich gegen jeden Privilegen-Verlust wehren werden, bis zuletzt. Viele Obristen der Armee haben zur Pension Firmen übereignet bekommen. Davon auch viele Ferienhotels in den bekannten Revieren am Roten Meer. Diese Leute bestimmen, wieviel Dollars in die Staatskasse fließe. Der Geheimdienst-Komplex hat seine Macht noch, auch die Polizei u.v.a.m. Woher sollen die Islamisten die nötigen Käfte nehmen, ohne direkten Zugriff auf die Gesamtwirtschaft ??? Hinzu tritt, dass Ägypten nur 80 % seiner Leute selbst ernähren kann. Es müssen -- bei leeren Kassen --- Mio. Tonnen Lebensmittel und WTB zugekauft werden. Momentan schenkts ihnen der Ami und die EU. Aber 40 % der Bevölkerung sind jung und unter 30. Insgsamt sind 52 der Männer arbeitslos. Was soll Murksi noch machen können: Die Verse des Korans essen ? Der Trieb zur Macht, hat die Muslimbrüder verleitet. Aus dem
Jubel entstand das Chaos.

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Gert Müller

Teufelskreis

Mursi wurde demokratisch gewählt, demokratisch heißt im arabischen Raum eben muslimisch.
Da der Islam aber eine religiös -politische Ideologie ist mit einem komplexen Rechtssytem und einer Unzahl Vorschriften das Leben betreffend ist, stößt er bei vielen jungen Leuten auf Ablehnung.
Doch diese sind eine gesamtgesellschaftlich Minderheit und in den größeren Städten konzentriert.
Ihr Widerstand wird sich erschöpfen und Ägypten den Weg Irans gehen.

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Jan Petersen

Konstruktive Kritik statt Fundamentalopposition

Es ist erfreulich, dass es in Ägypten noch Oppositionspolitiker gibt, die Ihre Aufgabe darin sehen, mit konstruktiver Kritik einen Beitrag zur Entwicklung ihres Landes zu leisten.

Nachdem die Muslimbrüder in den letzten Monaten nicht gerade eine glückliche Hand hatten und u. a. aufgrund von Steuererhöhungen wenig beliebt sind, wäre es eine ideale Situation für die Opposition, um in den kommenden Wahlen einen Sieg anzustreben.

Doch stattdessen rufen die Oppositionsführer Sabbahi und El Baradei zum Wahlboykott auf und zeigen damit ein eigenartiges Demokratieverständnis, das nur zu weiteren gewalttätigen Protesten führen kann.

Von dem daraus resultierenden Niedergang der Wirtschaft und des Tourismus sind vor allem die Armen betroffen, nicht ihre meist gebildeten und gut verdienenden Anhänger aus den Großstädten.

Bleibt zu hoffen, dass die Bevölkerung diesen Irrweg erkennt und stattdessen Politiker wie Anwar el Sadat unterstützt, die eine konstruktivere Politik verfolgen.

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Rainer Schweitzer
Rainer Schweitzer (RSRS) - 22.02.2013 20:39 Uhr

Pulverfaß

Die Bevölkerung ist polarisiert und wird sich weiter polarisieren. Die Wirtschaft wird unter den gegebenen Bedingungen weiter absacken und die Polarisierung noch vorantreiben. Das Land könnte am Anfang eines wahrhaft infernalischen Teufelskreises stehen. Es hat ca. 80 Mio. Einwohner, ein erheblicher Teil davon jung und völlig perspektivlos. Ägypten könnte sehr schnell eines der gefährlichsten Länder der Welt werden.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.02.2013 18:49 Uhr
Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 24.02.2013 18:49 Uhr

Es gibt ein Hauptproblem

Ägypten kann nur 80% seiner EW ernähren. Das heisst 20 Millionen sind in Gefahr ! Es gibt kaum Devisen aus dem Außenhandel. Noch helfen die Saudis, die Amis und die EU, Hunger-
revolten sind ganz nah. Dann gehen die Leute auf die Straßen, die nichts mehr zu verlieren haben, die keine Kugel fürchten. Syrien könnte vergleichsweise ein Kinderspielplatz sein.

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Klaus Meyer

So absehbar wie das Ameen in der Moschee ist das,

was jetzt passieren wird. Die Opposition, die sich nur in ihrer Gegnerschaft zur Regierung einig ist, wird überwiegend (wohl mit Ausnahme Sadats und seiner Gruppierung) die Wahlen boykottieren und hinterher deren Legitimität wegen geringer Wahlbeteiligung in Zweifel ziehen. Diese Zweifel wiederum wird sie sich als moralische Berechtigung auslegen für ihre Versuche, gemeinsam mit den Felul (wer nicht weiß, was das Wort bedeutet, sollte hier mangels Ahnung von konkreten Verhältnissen in Ägypten nicht mitdiskutieren) das Land lahmzulegen und die Regierung zur Abdankung zu zwingen. Da dies in einem Rechtsstaat nicht hinnehmbar ist und außerdem die Misere weiter vergrößert und verlängert, werden die Ordnungskräfte dagegen vorgehen, so wie sie seit Jahrzehnten gegen Proteste vorgegangen sind, d.h. brutal. Eine grundlegende Reform der Mubarak'schen Sicherheitsorgane steht bisher leider aus, denn man lässt Mursi ja nicht durchregieren. Wann und wie hätte er das also bewerkstelligen sollen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.02.2013 13:41 Uhr
Gert Müller

Scharia

Die Rechtsgrundlage für dieses milde Urteil ist die Scharia, das islamische Rechtssythem,
das eigentlich die Todesstrafe für so ein schweres Verbrechen vorsieht.

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22.02.2013, 16:21 Uhr

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