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Amerikas Rolle in Mali : Die Wiederbelebung des Afrika-Kommandos

Die US-Air Force bricht vom französischen Militärflughafen in Istres zu einem Transportflug nach Mali auf Bild: AFP

Das amerikanische Militär reagiert auf die zunehmende Bedrohung durch radikale Islamisten in der Sahelzone. Dazu gehört nicht nur die Einrichtung einer neuen Basis für Drohnen.

          Das Abkommen mit dem westafrikanischen Staat Niger, dessen Abschluss Washington in der vergangenen Woche offiziell bestätigte, habe mit den jüngsten Ereignissen in Mali nichts zu tun, sagte Pentagon-Sprecher George Little. Über die jetzt erreichte „sehr wichtige Vereinbarung“ sei schließlich seit rund einem Jahr mit Niamey verhandelt worden. Ist es tatsächlich nur ein Zufall, dass Washingtons „Status of Forces Agreement“ (Sofa) mit Niger genau zu dem Augenblick unterschrieben wurde, da das Pentagon mit wachsender Dringlichkeit nach einem Stützpunkt für Einsätze von Drohnen in Westafrika Ausschau hält - zur Überwachung von Bewegungen am Boden, aber möglicherweise auch zum Abschuss von Raketen?

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die einzige ständige Militärbasis der Vereinigten Staaten in Afrika befindet sich in Djibouti, weit im Osten des Kontinents. Von dort fliegen Drohnen - bestückt mit hochauflösenden Kameras, aber auch mit Raketen - in den Luftraum über dem Jemen und über Somalia. Von Djibouti aus wurden in den vergangenen Jahren die Drohnenangriffe gegen Führungsfiguren der Terrorgruppen „Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel“ im Jemen und „Al Schabaab“ in Somalia geflogen. Doch selbst für die ferngesteuerten Drohnen, die in relativ langsamem Tiefflug stundenlang in der Luft bleiben können, ist die Entfernung von Djibouti in Ostafrika nach Mali im Westen des Kontinents zu groß.

          Einsatz wird nicht ausdrücklich ausgeschlossen

          Das Pentagon und der Auslandsgeheimdienst CIA benötigen also dringend eine weitere Basis zum Einsatz von Drohnen über der riesigen nordwestafrikanischen Landmasse. Niger, das östliche Nachbarland von Mali, ist dafür ebenso gut geeignet wie Burkina Faso im Süden. Auch mit der Regierung in Ouagadougou führt Washington Verhandlungen über die Einrichtung eines Stützpunktes.

          Offiziell heißt es, von dem Stützpunkt mit rund 300 amerikanischen Soldaten und zivilen Mitarbeitern, die in Nigers Nordwestprovinz Agadez nahe der Grenze zu Mali eingerichtet werden soll, würden zunächst nur Drohnen für Überwachungsmissionen aufsteigen. Doch wird der Einsatz bewaffneter Drohnen bei künftigen Operationen nicht ausdrücklich ausgeschlossen. Tatsächlich sind die meisten Kämpfer der Terrorgruppen „Al Qaida im Islamischen Maghreb“ (Aqim) und Ansar al Dine vor den anrückenden französischen Truppen im Norden Malis in die unüberschaubaren Weiten der Sahara geflüchtet, wo sie im unzugänglichen Gelände Unterschlupf finden.

          Frankreich braucht also dringend eine bessere Aufklärung - aus der Luft und mittels Agenten - über Aufmarschgebiete und Trainingslager der Islamisten. Denn nach der erfolgreich abgeschlossenen ersten Phase der französischen Intervention mit Luftangriffen und Eliteeinheiten zur Befreiung der etwa zehn Monate lang von den Islamisten besetzten Städte wie Timbuktu und Kidal folgt jetzt die schwierigere und langwierige zweite Phase des Einsatzes zur nachhaltigen Befriedung Malis. Jeder weiß, dass Aqim und Ansar al Dine nicht geschlagen sind, sondern einen strategischen Rückzug angetreten haben und künftig die im Irak und in Afghanistan sowie im Jemen wie in Somalia bewährte Taktik des Guerrillakampfes anwenden werden.

          Die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton warnte bei einem ihrer letzten öffentlichen Auftritte eindringlich vor der „sehr ernsten, andauernden Gefahr“, die von den Terrorgruppen im Sahel ausgehe. Der Krieg der Franzosen und der westafrikanischen Truppen gegen Aqim und Ansar al Dine sei Teil des notwendigen Kampfes gegen den globalen Terrorismus, sagte Frau Clinton in der vergangenen Woche vor dem Auswärtigen Ausschuss des Senats. Man müsse sich nur einmal die Topographie anschauen: „Da ist nicht nur Wüste, da sind Höhlen. Kommt einem bekannt vor. Wir können diesem Kampf nicht ausweichen. Denn es ist ein notwendiger Kampf. Wir können nicht zulassen, dass der Norden Malis ein Rückzugs- und Aufmarschgebiet wird.“

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