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Ägypten : Tod und Chaos

Die Toten von Port Said sind ein neuer Beleg für das Chaos, das in Ägypten nach der Wende herrscht. Man muss nicht Mubarak nachtrauern, aber während des Übergangs ist viel Blut vergossen worden.

          Es könnte ein tödliches Vorspiel in Port Said sein zu einem noch schlimmeren Geschehen am Wochenende. Dann werden die Urteile gegen 39 Angeklagte gesprochen in Verfahren, in denen die Hintergründe der schrecklichen Fußball-Krawallen vom Februar vergangenen Jahres geklärt werden sollen. Als im Januar die ersten Todesurteile gefällt wurden, kamen bei Protesten Dutzende ums Leben.

          Angesichts der Stimmung in der Stadt, die sich gegen die neuen islamistischen Machthaber in Kairo wie gegen staatliche Einrichtungen im Allgemeinen richtet, muss man mit dem Schlimmsten rechnen. Die jüngsten Toten von Port Said sind ein neuer Beleg für das Chaos, das in Ägypten nach der Wende herrscht. Man muss weiß Gott nicht dem Diktator Mubarak nachtrauern, aber während des Übergangs zu einer neuen (demokratischen?) Ordnung ist viel, viel Blut vergossen worden.

          Das vorläufige Ergebnis dieses Übergangs ist ernüchternd: Das Land ist gespalten, die herrschende Muslimbruderschaft sucht mit allen Mitteln, ihre Macht auszuweiten. Ägypten stehen noch harte Zeiten bevor.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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          Quelle: F.A.Z.

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