05.03.2013 · Die Toten von Port Said sind ein neuer Beleg für das Chaos, das in Ägypten nach der Wende herrscht. Man muss nicht Mubarak nachtrauern, aber während des Übergangs ist viel Blut vergossen worden.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerRichtlinien für Lesermeinungen
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Da fragt man sich nur wer am Anfang diese ‘Wende’ verursacht
hat und warum? Oder glauben Sie das die Ägypter und die anderen
selbst die Organisationskenntnisse haben und das Geld um so etwas zu organisieren?
Da hat man sich im Westen schon wieder vergaloppiert wie bei den anderen
’Arabische Frühlinge’!
Ich garantiere dass es in Syrien genau so sein wird wenn man die
Bevölkerung gegen einander aufhetzt und die ’Befreier’
mit Waffen versieht. In Syrien geht es um Iran natürlich.
Und wir können uns auch schon mit Drohnen und Kameras das Ganze
’Live’ anschauen.
Zum Glück wird der neue Papst das alles wieder in Ordnung bringen!
Und China sagt nichts aber lacht.
Kenntnisse über Land und Leute
Herr Siegen ? Die kann man gewinnen indem man zB. täglich die
englischsprachige online Edition der Zeitung Almasry al-Youm, liest.
Viele Familiennamen von Arabern im ehemaligen ägyptischen
Gazastreifen enthalten das Wort al Masry, der Ägypter. Es gibt
neben Tourismus, auch eine Goldmine im Sinai, eine Raffinerie, einige
Textilfabriken, Einkünfte aus der Durchfahrt durch den Suezkanal.
Aber Ägypten ist auch der Welt größter Importeur von
Getreide, wiewohl es die Hälfte des Bedarfs noch selbst produziert
neben Reiss. Und ja, die Eisenbahnstruktur wurde stark
vernachlässigt, bei der Verteilung von Kochgasflaschen gibt es
immer wieder Probleme, auch für Brot steht man an manchen Stellen
schlange. Und es gibt Millionen Analfabeten.Ein Ägypter schrieb in
Al Masry: 'Wir haben Miriaden von Problemen, laß die Israeli in Ruhe'.
Also, was wird wenn in 30 Jahren die Bevölkerung sich nochmals
verdoppelt hat auf 160 Millionen ? Lesen Sie dazu den Artikel 'Warum
sind die Ägypter so arm' .
Kenntnisse ueber Land und Leute
hat Mitforist Borz nicht geltend gemacht. Er kommt vielmehr zu der pauschalen Schelte 'sinnlos'.
Es ist sinnlos über Ägypten nachzudenken. Nach der Revolution schafft man als neue Regierung erst einmal die Todestrafe ab, verhindert Unruhen und bringt Stabilität ins das Rechtssystem. Was haben sich die Aufständischen gedacht? Mubarak rauswerfen und dann herrscht Friede, Freude, Eierkuchen?? Weit gefehlt. Hier gehen noch die Islamisten ans Werk und das Land ist groß. Nicht jeder Bauer weiss, was in Kairo los ist und versteht die Problematik. Nicht jeder auf dem Land möchte die offene Lebensweise wie in den Großstädten. Was haben die Ägypter vorzuweisen? Nicht viel. Nur der Tourismus kann hier Aufschwung bringen und das ist zur Zeit nicht optimal. Außerdem halte ich die sogenannte Opposition für kriminelle, bewaffnete Gruppen, die ihre eigenen Vorstellungen verwirklichen wollen und bei ihrem Tun feststellen, das die Polizei auf den Plan kommt. Für die Regierung eines Landes ist ein Gebetsbuch zu wenig und alte bärtige Männer werden garantiert nicht die Wirtschaftsfachleute sein. .
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.03.2013 09:47 UhrB. Bortz, Ihre Sympathie fuer die Aegypter
ist kaum auszuhalten. Woher Sie Ihre Kenntnisse ueber Land und Leute nehmen moegen, sei hier dahingestellt.
Die Aegypter sollten ihr Werk vollenden - ihre Revolution muss vollendet werden. Dazu gehoert die voellige Entmachtung der Militaers, denn diese sollen die Wirtschaft des Landes beherrschen. Diese Pfruende muessen beseitigt werden. Die Muslimbrueder werden mit diesen Erbhoefen sicher nicht aufraeumen.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.03.2013 10:53 UhrBravo F. Garbor!
Auf einen Zusammenhang zwischen Friedrich dem Grossen und dem Arabischen Fruehling muss mal erst mal kommen. Schon mal davon gehoert, dass die Amerikaner das Regime Mubarak alimentierten!?? Aber dergleichen Einzelheiten haben auf Ihrem Radarschirm keinen Platz. Sie applaudieren jedem Militaer. Hoechste Zeit fuer Sie, sich bei Thomas de Maiziere als persoenlicher Referent zu bewerben. Auch der hat Sinn fuer Diabolisches.
Schlauberger: Miltär ganz entmachten und diese M- Brüder? Das Ergebnis wäre eine blutige
Anarchie.
Also so einfach ist die Welt nicht aufgebaut, wie Sie sich das vorstellen.
In unvollständigen Staaten ohne eine weltlich kulturelle Basis im
zivilen Verkehr miteinander
braucht es die Autorität des Militärs, um den Laden in Ordnung
zu halten.
Das war unter Friedrich dem Großen auch der Fall, also in einer
Zeit des Übergangs zwischen Mittelalter und Moderne: Struktur in
die Dinge am nur über das Militär! Nach seinem Vorbild
strukturierte sich dann moderne Wirtschaft!
Wege sind eben nicht immer rein zivil- mädchenhaft, denn die Welt
war das noch nie!
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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