08.11.2004 · Nach schweren antifranzösischen Ausschreitungen hat sich die Lage in der Elfenbeinküste beruhigt. Der französische Präsident Chirac hat sich für eine Versöhnung ausgesprochen.
Nach den schweren antifranzösischen Ausschreitungen in der Elfenbeinküste hat sich die Lage in der westafrikanischen Republik am Montag offenbar beruhigt. In der Küstenmetropole Abidjan stand das öffentliche Leben zunächst fast völlig still, das Verwaltungsviertel Le Plateau war weitgehend menschenleer.
Der französische Präsident Jacques Chirac hat sich für eine Rückkehr zur „Versöhnung“ ausgesprochen. Frankreich sei ein „Freund der Elfenbeinküste“ und wünsche, daß dieses Land „den Weg der Versöhnung wiederfindet“, sagte Chirac am Montag beim Besuch einer Polizeischule im südfranzösischen Nîmes. Entsprechend dem Auftrag der Vereinten Nationen würden die französischen Truppen in der Elfenbeinküste ihren Einsatz für den Frieden fortsetzen, kündigte Chirac an.
Gbagbo: „Einheit der Herzen“
Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie begrüßte unterdessen den Aufruf des ivorischen Präsidenten Laurent Gbagbo zur Ruhe. Der Politiker hatte seine Landsleute zur „Einheit und zur Versöhnung der Herzen“ aufgefordert. Selbst wenn es nach den Unruhen vom Wochenende noch vereinzelte Zwichenfälle gegeben habe, sei die Lage inzwischen „viel ruhiger“ geworden, fügte die französische Verteidigungsministerin hinzu. Nun müßten die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Friedenabkommen von Marcoussis bei Paris und von Accra umzusetzen.
Das französische Außenministerium gab bekannt, daß seit dem Wochenende keine Informationen über den Verbleib zweier französischer Staatsbürger vorlägen, die in der Elfenbeinküste lebten. Nach den beiden Franzosen werde gesucht, berichtete ein Sprecher. Bei einem Angriff auf die nördlich gelegene Stadt Bouaké waren am Samstag neun französische Soldaten der Operation „Einhorn“ getötet und 38 verletzt worden. Anschließend hatten aufgebrachte Bewohner in der Wirtschaftsmetropole Abidjan Häuser von Franzosen geplündert.