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Afghanistan Washington soll indirekt Taliban finanziert haben

25.07.2011 ·  Nach einer Untersuchung der amerikanischen Streitkräfte sollen in Afghanistan amerikanische Gelder indirekt an Taliban geflossen sein. Afghanische Subunternehmer, die für die Vereinigten Staaten Transportdienste leisteten, leiteten die Mittel offenbar weiter.

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Die Vereinigten Staaten finanzieren nach einem Zeitungsbericht unbeabsichtigt Waffenkäufe und Operationen der radikal-islamischen Taliban in Afghanistan. Eine interne Untersuchung der amerikanischen Streitkräfte habe ans Licht gebracht, dass Millionen von Dollar über dunkle und verzweigte Kanäle am Ende in den Taschen der Extremisten landeten, berichtete die „Washington Post“ am Montag. Bei vier der acht untersuchten zentralen Vertragsfirmen für Lastwagentransporte gebe es „dokumentierte und glaubhafte Hinweise auf Verstrickung in kriminelle Unternehmungen oder Unterstützung des Feindes“.

In einem Fall hätten die Ermittler eine Summe von 7,4 Millionen Dollar (5,2 Millionen Euro) verfolgt, die für die Anmietung von Lastwagen vorgesehen gewesen seien. Nachdem das Geld den Angaben zufolge zunächst von Subunternehmer zu Subunternehmer floss, sei ein Teil davon auf dem Konto eines Polizeikommandanten gelandet, der im Gegenzug Lastwagenkonvois sichere Durchfahrt garantierte. In 27 Transaktionen seien 3,3 Millionen Dollar von dem Konto abgehoben worden, die schließlich an die Taliban als Bargeld gingen und für den Kauf von Waffen, Sprengstoff verwendet wurden.

Wie amerikanische Medien berichteten, sind Zahlungen von 1500 bis 2500 Dollar pro Lastwagen üblich, um diese sicher durch von Taliban kontrolliertes oder bedrohtes Gebiet zu bringen. Pro Woche bringen 3000 bis 4000 Lastwagen afghanischer Fuhrunternehmer, die von den amerikanischen Streitkräften beauftragt sind, die erforderlichen Versorgungsgüter zu den Stützpunkten.

Sechs von acht beauftragten Firmen betrügerisch

Die Ermittler seien daneben auf Fälle von Geldwäsche und Schmiergeldzahlungen an Mittelsmänner, Regierungsbeamte und Polizisten gestoßen. Sechs der acht Firmen hätten sich betrügerisch verhalten. Insgesamt umfassen die Verträge mit den Transportfirmen laut „Washington Post“ rund 2,2 Milliarden Dollar, die ganz gezielt auch lokalen Unternehmern zugute kommen sollen.

Ein ranghoher Beamter des amerikanischen Verteidigungsministeriums kündigte als Ergebnis der Untersuchung eine radikale Reform der Auftragsvergabe an Transportunternehmen am Hindukusch an. Statt wie bisher an acht Firmen sollen Angebote künftig an 30 gehen, sagte er der „Washington Post“. Subunternehmer sollen darüber hinaus weit genauer als bisher unter die Lupe genommen werden.

Anders als im Irak, wo das amerikanische Militär Aufträge zum Schutz von Gebäuden und Personen oder für den Wiederaufbau vor allem an amerikanische Vertragsfirmen vergab, sind in Afghanistan vor allem lokale Firmen damit betraut. Einem Bericht der Streitkräfte zufolge waren im ersten Quartal des laufenden Fiskaljahres mehr als die Hälfte der 87.000 angeheuerten Kräfte Afghanen.

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