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Afghanistan Viele Tote bei Militäroffensive

30.04.2007 ·  Bei den schwersten Kämpfen im Westen Afghanistans seit dem Sturz der Taliban sind 136 islamistische Rebellen getötet worden. Nach dem Mord an einem Mitarbeiter hat die Welthungerhilfe ihre Arbeit in der Provinz Kundus eingestellt.

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Bei den schwersten Kämpfen im Westen Afghanistans seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 sind nach amerikanischen Militärangaben mindestens 136 radikal-islamische Rebellen getötet worden. Die von den Vereinigten Staaten geführten Koalitionstruppen teilten am Montag mit, amerikanische Sondereinheiten und afghanische Soldaten hätten am Vortag in der Region Shindand Taliban-Stellungen mit Mörsern, Panzerfäusten und Flugzeugen angegriffen. Bei dem 14 Stunden langen Gefecht seien 87 Taliban-Kämpfer getötet und sieben Stellungen zerstört worden. Über Opfer unter den Soldaten wurde nichts bekannt.

Die Koalition teilte weiter mit, bereits am Freitag seien in der Region Shindand 49 Rebellen getötet worden, darunter zwei regionale Anführer der Taliban. Auch ein amerikanischer Soldat sei ums Leben gekommen. Ein Koalitionssprecher sagte, man werde die Militäroperationen verstärken, um Afghanistan von Taliban und ausländischen Kämpfern „zu befreien“.

Kämpfe auch im Osten

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul wurden in Shindand zwei afghanische Soldaten getötet, als ihr Fahrzeug auf eine Mine fuhr. Im Westen des Landes hat die Gewalt in den vergangenen Wochen zugenommen. Verglichen mit dem Süden und Osten galt die Region aber als verhältnismäßig ruhig. Shindand beherbergt die wichtigste amerikanische Militärbasis in Westafghanistan.

In Ostafghanistan seien bei einem Luftangriff fünf Rebellen umgekommen, darunter ein Kommandeur mit Kontakten zu einem internationalen Terrorführer, teilte die Koalition mit. In der südafghanischen Provinz Helmand hätten Koalitionstruppen und afghanische Soldaten rund 150 mutmaßliche Taliban-Kämpfer getötet, seit der Distrikt Sangin den Rebellen vor drei Wochen wieder abgenommen wurde.

In Sangin und Umgebung begann die Internationale Schutztruppe Isaf im Rahmen der Operation „Achilles“ mit mehreren tausend Soldaten ein „taktisches Manöver“ gegen die Taliban. Der Isaf-Sprecher für Südafghanistan, Stefan Grenier, sagte, bereits am Montag seien mehrere Taliban-Stellungen zerstört worden. Entgegen der ersten Ankündigung handele es sich aber nicht um eine neue Operation.

Welthungerhilfe stoppt Arbeit in Kundus

Im Norden Afghanistans wurde unterdessen ein afghanischer Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe ermordet. Die Organisation stellte ihre Arbeit in der Provinz Kundus daraufhin vorerst ein. Der afghanische Lkw-Fahrer wurde auf dem Rückweg von einer Baustelle erschossen, wie der stellvertretende Polizeichef der Provinz mitteilte. Vier Verdächtige seien festgenommen worden. Erst am 8. März war ein 65 Jahre alter deutscher Mitarbeiter der Welthungerhilfe in Sari Pul im Norden Afghanistans getötet worden.

Bewaffnete stoppten den Lkw am Sonntagabend und zwangen den Fahrer auszusteigen. Ersten Informationen zufolge wurde der Mann mit fünf Schüssen getötet. Der Lkw sei angezündet worden und vollständig ausgebrannt, erklärte die Welthungerhilfe. Der Fahrer sei ein langjähriger Mitarbeiter der Organisation gewesen. Von zwei Arbeitern, die mit dem Getöteten in dem Lkw saßen, fehle bisher jede Spur.

Afghanistan und Pakistan wollen indes ihre von Spannungen geprägten Beziehungen verbessern und den Kampf gegen islamische Extremisten enger koordinieren. Bei einem von der Türkei vermittelten Treffen in Ankara vereinbarten die Präsidenten beider Länder, Hamid Karsai und Pervez Musharraf, am Montag, keine dem Nachbarland feindlich gesinnte Gruppen auszubilden und zu finanzieren.

Quelle: FAZ.NET mit den Nachrichtenagenturen
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