Home
http://www.faz.net/-gq5-75for
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Afghanistan Übergabe der Sicherheitsverantwortung schneller als erwartet

Zwei Jahre vor dem Ende der Isaf-Mission schreitet die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Streit- und Polizeikräfte voran. Bald sollen 90 Prozent der Bevölkerung in Gebieten leben, die die Afghanen selber kontrollieren.

© dpa Vergrößern Aschraf Ghani: „Die Isaf war im Kampf an vorderster Front, und die afghanischen Sicherheitskräfte waren im Hintergrund. Heute verschiebt sich das.“

Afghanische Soldaten und Polizisten übernehmen die Verantwortung für die Sicherheit im Land nach Angaben des zuständigen Regierungsbeauftragten schneller als erwartet. Man sei dem Zeitplan deutlich voraus, wonach der Prozess bis Ende 2014 abgeschlossen sein solle, sagte der Beauftragte von Präsident Hamid Karsai, Aschraf Ghani, in Kabul. Dann soll die Nato-geführte Schutztruppe Isaf ihren Einsatz beenden. Ghani verkündete am Montag die vierte und vorletzte Tranche an Gebieten, in denen der Übergabeprozess nun beginnen soll.

Nach Abschluss dieser Phase sollen fast 90 Prozent der Bevölkerung in Gebieten leben, in denen afghanische Sicherheitskräfte zuständig sind. 52 weitere Distrikte sollen unter die Kontrolle der Afghanen kommen, die dann die Verantwortung von 312 der 398 Distrikte innehaben werden. In 23 der 34 afghanischen Provinzen sollen einheimische Sicherheitskräfte verantwortlich sein.

Isaf Afghanistan Ein portugiesischer Soldat in Kabul am Montag in Kabul © AFP Bilderstrecke 

Ghani sagt: „Die Isaf war im Kampf an vorderster Front, und die afghanischen Sicherheitskräfte waren im Hintergrund. Heute verschiebt sich das dahin, dass die afghanischen Sicherheitskräfte in den Vordergrund kommen und die Isaf eine Unterstützerrolle annimmt.“

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte Ghanis Ankündigung als einen „bedeutenden Schritt“ zur vollständigen Übergabe der Verantwortung in den nächsten zwei Jahren. „Das ist das Ergebnis des Fortschritts, den wir gemeinsam erzielt haben“, sagte Rasmussen. Die afghanische Armee und Polizei führten schon jetzt die meisten Operationen.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Afghanistan Mindestens drei Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

In Kabul hat ein Selbstmordattentäter einen ausländischen Truppenkovoi angegriffen. Mindestens 13 Menschen wurden verletzt. Die Taliban übernahmen die Verantwortung für den Anschlag. Mehr

16.09.2014, 08:12 Uhr | Politik
Stichwahl um das Präsidentenamt

Die Kandidaten Abdullah Abdullah und Ashraf Ghani bewerben sich um das afghanische Präsidentenamt und damit um die Nachfolge von Hamid Karsai. Das Ergebnis der Stichwahl wird erst Anfang Juli erwartet. Mehr

14.06.2014, 13:47 Uhr | Politik
Einigung auf Einheitsregierung Ghani wird Präsident Afghanistans

Ashraf Ghani Ahmadzai ist von der Wahlkommission in Afghanistan zum künftigen Präsidenten erklärt worden. Nach einem langen Machtkampf hatte sich der frühere Finanzminister mit seinem Rivalen, Abdullah Abdullah, auf eine Einheitsregierung geeinigt. Mehr

21.09.2014, 15:17 Uhr | Aktuell
Armee startet Offensive gegen Taliban

Ab Samstag wählen die Afghanen einen Nachfolger für Staatschef Hamid Karsai. Die radikalen Taliban wollen die Wahl mit Gewalt sabotieren, damit möglichst wenige Menschen abstimmen. Die afghanische Armee versucht das mit einer Offensive zu verhindern. Mehr

04.04.2014, 09:38 Uhr | Politik
Afghanistan Der Scharfmacher von Mazar-i-Sharif

Er galt als einer der besten Partner der Deutschen in Afghanistan. Nun aber gefährdet der Gouverneur Atta Muhammad Noor einen friedlichen Machtwechsel. Mehr

17.09.2014, 11:51 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 31.12.2012, 15:28 Uhr

Die Macht von unten

Von Reinhard Müller

Das Unabhängigkeits-Referendum in Schottland hat gezeigt: Der Bundesstaat muss wie die EU täglich erkämpft werden. Ohne die Bürger geht es nicht. Mehr 8 17