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Afghanistan : Tote und Verletzte bei Selbstmordanschlag in Kabul

  • Aktualisiert am

Afghanische Soldaten am Ort der Explosion Bild: Reuters

In der Umgebung der amerikanischen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt hat es eine Explosion gegeben. Möglicherweise richtet sich die Attacke gegen Sicherheitskräfte.

          Bei einem Selbstmordanschlag vor einer Bank in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Das sagte der Sprecher der Kabuler Polizei, Basir Mudschahid, am Dienstag. Mindesten neun weitere Menschen seien verletzt worden.

          Vor einer Filiale der Kabul Bank am belebten Massud-Platz habe sich ein Mann in die Luft gesprengt. In Afghanistan beginnen in einigen Tagen wichtige religiöse Feiertage. Banken sind dann besonders voll, weil viele Menschen ihre Gehälter und Boni abholen, um Opfertiere, neue Kleider und Delikatessen einzukaufen.

          Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Tat. Es war der zwölfte große Anschlag in der afghanischen Hauptstadt seit Januar. Hunderte Menschen wurden seither getötet oder verletzt.

          In der Nähe des Anschlagsorts liegen, hinter massiven Absperrungen, auch die amerikanische Botschaft und das Nato-Hauptquartier. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte vor einer Woche die neue Afghanistan-Strategie seiner Regierung vorgestellt, die ein verstärktes militärisches Engagement vorsieht. Ein Ziel sei, die radikalislamischen Taliban daran zu hindern, Afghanistan wieder zu übernehmen, sagte Trump.

          Zahl der Luftangriffe gestiegen

          Nur einen Tag zuvor waren die Taliban Ziel eines Luftangriffs der afghanischen Armee. Dabei seien in Westafghanistan mindestens 13 Zivilisten getötet und sieben verletzt worden. Das bestätigte am Dienstag der Sprecher der Regierung der Provinz Herat, Dscheilani Farhad. Die Luftwaffe habe am Montagabend ein Kommandozentrum der Taliban im Bezirk Schindand beschossen. „Dabei sind 20 Taliban getötet worden“, sagte Farhad. Leider seien auch in Privathäusern in der Nähe Zivilisten zu Opfern geworden.

          Ein Mitglied des Provinzrats, Hadschi Torialai Taheri, sprach von 20 toten Zivilisten. Ihm zufolge hat der Luftangriff gar keine Taliban getroffen. Das Talibantreffen, das die afghanische Luftwaffe habe angreifen wollen, sei schon vorbei gewesen.

          Die Zahl der US- und der afghanischen Luftangriffe auf Taliban und auch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) steigt seit Monaten rasant. Angesichts der Erschöpfung der afghanischen Bodentruppen sehen Militärs Luftschläge oft als letztes Mittel, die Islamisten zurückzutreiben. Gleichzeitig häufen sich zivile Opfer.

          Im Mitte Juli veröffentlichten Halbjahresbericht der UN zu den zivilen Opfern des Krieges heißt es, die Zahl der durch Luftangriffe getöteten und verletzten Zivilisten sei im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 um 43 Prozent angestiegen - auf 232 Tote und Verletzte. Amerikanische Luftangriffe waren für 37 Prozent der Opfer verantwortlich, die afghanische Luftwaffe für 48 Prozent.

          Quelle: AFP/dpa

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