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Afghanistan Taliban bekennen sich zu Anschlag auf Bundeswehr

14.11.2005 ·  Die radikalislamischen Taliban haben sich zu zwei Anschlägen auf die Internationale Schutztruppe Isaf in Kabul bekannt. Bei einer der Taten waren ein deutscher Soldat getötet und zwei verletzt worden.

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Bei zwei Anschlägen in der afghanischen Hauptstadt Kabul wurden am Montag mindestens sechs Personen getötet, unter ihnen ein deutscher Soldat. Mindestens acht Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen - auch unter ihnen befanden sich zwei deutsche Soldaten der „Internationalen Schutztruppe für Afghanistan“ (Isaf).

Der Chef der Polizeieingreiftruppe in Kabul, General Mahboub Amiri, teilte mit, daß es sich um zwei Selbstmordanschläge in kurzer Folge gehandelt habe. Nach unbestätigten Informationen aus afghanischen Polizeikreisen wurden neben den beiden Bundeswehrsoldaten ein griechischer Isaf-Angehöriger, drei afghanische Sicherheitskräfte und mindestens zwei Zivilisten in Krankenhäuser eingeliefert.

Taliban hatten „drei Anschläge geplant“

Zu den Anschlägen bekannten sich die islamistischen Taliban. Zwei verschiedene Sprecher bestätigten gegenüber Nachrichtenagenturen in Kabul, daß sie für beide Terrorakte verantwortlich seien. Es könne „bald“ einen dritten Anschlag geben, sagte ein Sprecher der Gruppe. „Wir hatten für heute drei Anschläge in dem Gebiet geplant.“

Der designierte Außenminister Steinmeier (SPD) sah keinen Anlaß, den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr in Frage zu stellen. Der Anschlag habe sich nicht direkt gegen Bundeswehrsoldaten gerichtet, sagte er.

Kritik am Afghanistan-Einsatz

Dagegen forderte der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag Lafontaine, den Einsatz zu überdenken. „Militäreinsätze sind kein angemessener Beitrag zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus“, sagte er. FDP-Generalsekretär Niebel forderte eine Überprüfung, ob alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten worden seien. Es sei tragisch, daß der Anschlag auf derselben Straße geschehen sei wie das letzte Attentat auf Bundeswehrsoldaten in Afghanistan.

Der erste Anschlag wurde vor der Behörde der Wahlkommission verübt, die an der Ausfallstraße liegt, die zum Isaf-Stützpunkt „Camp Warehouse“ führt. Nach Informationen des afghanischen Innenministeriums rammte ein mit Sprengstoff beladenes Auto ein parkendes Transportfahrzeug der Schutztruppe, in dem sich die deutschen Soldaten befanden. Eine gute Stunde später sei nur einige hundert Meter entfernt ein weiteres Auto mutwillig auf ein Isaf-Fahrzeug geprallt, worauf beide Autos in Flammen aufgegangen seien.

Schießerei nach zweiter Explosion

Am zweiten Anschlagsort war es kurz nach der Detonation außerdem zu einer Schießerei gekommen, als britische Isaf-Soldaten und afghanische Sicherheitskräfte auf ein Auto geschossen hätten, dessen Fahrer eine Absperrung ignoriert hatte. Er oder eines der beiden Kinder, die mitfuhren, sollen nach Angaben des Innenministeriums verletzt worden sein.

Die Vereinten Nationen verhängten nach der Anschlagserie eine Ausgangssperre für ihre Mitarbeiter in Kabul. Im vergangenen Monat war in der Hauptstadt wiederholt vor möglichen Anschlägen auf der von Isaf- und UN-Angehörigen häufig benutzen Straße „Jalalabad Road“ gewarnt worden.

Quelle: job./Frankfurter Allgemeine Zeitung
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