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Afghanistan Schwere Verluste für die Isaf

14.07.2008 ·  Es war einer der verlustreichsten Einsätze der Nato-geführten Schutztruppe seit ihrer Stationierung Ende 2001 in Afghanistan: Bei einem Angriff der Taliban wurden neun amerikanische Isaf-Soldaten getötet, 15 weitere verletzt. Bei Selbstmordanschlägen starben am Wochenende zudem mindestens 28 Menschen.

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Bei einem Angriff der Taliban auf eine Stellung der Internationalen Schutztruppe Isaf sind am Sonntag in der ostafghanischen Provinz Kunar nach amerikanischen Angaben neun amerikanische Isaf-Soldaten getötet worden. Es waren die schwersten Verluste auf Seiten der Isaf bei einem Gefecht mit den radikal-islamischen Aufständischen in diesem Jahr.

Wie die Isaf am Sonntagabend weiter mitteilte, wurden bei dem Gefecht in Kunar zudem 15 Soldaten der Nato-geführten Schutztruppe sowie 9 Soldaten der afghanischen Armee verletzt. Die Nationalität der 15 Soldaten wurde nach amerikanischen Medienangaben vom Nato-Sprecher nicht genannt. Der Nato-Sprecher nannte die Zahl von vier verletzten afghanischen Soldaten.

Die Isaf ging davon aus, dass die Aufständischen bei den mehrstündigen Kämpfen schwere Verluste erlitten hätten. Die Rebellen hätten am Sonntagmorgen einen Außenposten der Truppen mit Panzerfäusten, Maschinengewehren und Mörsern angegriffen, teilte die Schutztruppe mit. „Es war ein gut organisierter Angriff“, sagte Isaf-Vertreter Mike Finney. Erst mit Luftangriffen konnten die Angreifer zurückgedrängt werden.

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Mindestens 28 Tote bei Selbstmordanschlägen

In der nordafghanischen Provinz Kundus starb am Samstag ein ungarischer Soldat der Nato-geführten Isaf. Er sei mit seiner Einheit ausgerückt, als sich „aus bisher ungeklärten Gründen“ eine Detonation ereignete, teilte das Verteidigungsministerium in Budapest mit. In der Provinz Helmand wurden nach amerikanischen Angaben am Sonntag ein weiterer ausländischer Soldat getötet.

Derzeit sind rund 70.000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit Jahresbeginn zunehmend verschlechtert. 133 ausländische Soldaten und rund 700 Zivilisten kamen seitdem ums Leben. Die Vereinigten Staaten erwägen nun laut einem Bericht der „New York Times“ vom Samstag, ihre Streitkräfte in dem Land zu verstärken. Dazu könnten im Irak stationierte Brigaden abgezogen werden.

Bei zwei Selbstmordanschlägen wurden am Wochenende zudem mindestens 28 Menschen getötet, darunter viele Zivilisten. In der zentralafghanischen Provinz Urusgan riss ein Selbstmordattentäter am Sonntag mindestens 24 Menschen mit in den Tod. Wie der Polizeichef der Provinz mitteilte, zündete der Attentäter seinen Sprengsatz auf einem belebten Markt im Bezirk Deh Rawud. Die meisten der Opfer seien Geschäftsinhaber und Kinder, die auf dem Markt gearbeitet hätten. Auch vier Polizisten seien ums Leben gekommen. Den Angaben zufolge wurden mindestens 40 weitere Menschen verletzt.

Entführung eines Abgeordneten in Kabul

Bereits am Vortag waren bei einem Selbstmordanschlag in der Unruheprovinz Helmand im Süden des Landes zwei afghanische Soldaten, ein Kind sowie der jugendliche Attentäter ums Leben gekommen. Nach Angaben der Internationalen Schutztruppe Isaf hatte sich der Attentäter, bei dem es sich um einen Teenager handeln soll, zu Fuß einem Stützpunkt der afghanischen Armee genähert. Als Posten ihn durchsuchten, sei der am Körper befestigte Sprengsatz explodiert.

Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden in der südlich von Kabul gelegenen Provinz Ghasni am Sonntag zwei Kriminalpolizistinnen von Kämpfern der radikalislamischen Taliban erschossen. In der Nachbarprovinz Logar wurde nach Angaben des Innenministeriums ein Oberhaus-Abgeordneter des Parlaments in Kabul von Unbekannten entführt. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. Zuletzt war vor einer Woche ein Abgeordneter in der südlichen Provinz Kandahar erschossen worden.

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