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Afghanistan Regierung: 76 Zivilopfer bei amerikanischem Luftangriff

22.08.2008 ·  76 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, sollen nach Angaben des afghanischen Innenministeriums bei einem Luftangriff der von Amerika geführten Koalition am Freitag getötet worden sein. Die Koalitionstruppen selbst hatten zuvor erklärt, bei einem Gefecht 30 Aufständische getötet zu haben.

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Bei einem Luftangriff der von Amerika geführten Koalition sind am Freitag nach Angaben des afghanischen Innenministeriums insgesamt 76 Zivilisten getötet worden, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Der Angriff soll sich in einem Dorf im Distrikt Shindand in der westlichen Provinz Herat ereignet haben. Das Innenministerium habe zehn Experten aus Kabul in die Region entsandt, um den Vorfall zu untersuchen.

Die von Amerika geführten Koalitionstruppen hatten in einer zuvor verbreiteten Mitteilung erklärt, amerikanische Soldaten und afghanische Truppen hätten bei Gefechten in der Region Shindand 30 Aufständische getötet, darunter einen Kommandeur der radikalislamischen Taliban. Fünf Verdächtige seien festgenommen und zahlreiche Waffen erbeutet worden. Der Angriff sei aus der Luft unterstützt worden.

Verstärkter Einsatz von Drohnen

Bei Gefechten im Süden des Landes wurden darüber hinaus nach afghanischen Angaben elf Taliban getötet. Drei italienische Soldaten der Nato-Schutztruppe Isaf wurden am Freitag bei einem Autobombenanschlag verwundet. Die Isaf bestätigte, dass am Mittwoch drei kanadische Soldaten einem Anschlag nahe Kandahar in Südafghanistan zum Opfer fielen. Ebenfalls am Mittwoch waren in der Provinz Ghasni drei polnische Isaf-Soldaten durch eine Minenexplosion getötet worden.

Nachdem am Montag zehn französische Fallschirmjäger in einen Taliban-Hinterhalt geraten und getötet worden waren, hat der französische Verteidigungsminister Morin angeregt, verstärkt Drohnen zur Aufklärung einzusetzen. Außerdem sagte Morin der Zeitung „Le Figaro“, dass „unsere Hubschrauber-Kapazitäten“ in Afghanistan erhöht werden müssten. Die Franzosen hatten auf einer Aufklärungsmission mit afghanischen Soldaten ihre Fahrzeuge verlassen, da diese in dem unwegsamen Gelände nicht weiterkamen. „Die Franzosen entdecken heute, dass Afghanistan zweifellos das erste Schlachtfeld seit Jahrzehnten ist, auf dem die französischen Streitkräfte in brutalen und gewalttätigen Militäreinsätzen engagiert sind“, sagte Morin. Die Taliban versuchten, „die europäischen Demokratien zu destabilisieren“ und „Zweifel in der Bevölkerung“ an dem Einsatz zu streuen, sagte der Minister.

Das französische Demoskopie-Institut CSA gab am Freitag an, nur 36 Prozent der Franzosen befürworteten den Verbleib französischer Soldaten in Afghanistan. 55 Prozent seien für das Ende des Engagements. Doch gaben 48 Prozent der Befragten an, sie vertrauten Staatspräsident Sarkozys Afghanistan-Politik. Er hatte im April gegen den Widerstand der Sozialisten eine Truppenverstärkung um 700 Mann beschlossen.

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