18.08.2009 · Zwei Tage vor der Präsidentenwahl ist der Amtssitz von Präsident Karzai in Kabul mit einer Rakete beschossen worden. Wenige Stunden später wurden bei einem Selbstmordanschlag am Stadtrand mindestens zwei Menschen getötet.
Zwei Tage vor der Präsidentenwahl in Afghanistan haben die Taliban wieder Anschläge in der Hauptstadt Kabul verübt. In einem östlichen Außenbezirk riss ein Selbstmordattentäter mindestens sieben Menschen mit in den Tod, als er mit einem mit Sprengstoff beladenen Auto einen Konvoi der Nato-geführten Schutztruppe Isaf angriff.
Nach Angaben afghanischer Behörden sind zwei afghanische UN-Mitarbeiter unter den Toten. Auch Nato-Soldaten seien unter den Opfern, bestätigte der Kommandeur der internationalen Truppen, McChrystal, in Kabul der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Taliban bezichtigten sich der Tat. Kurz zuvor hatten Aufständische den Präsidentenpalast in Kabul mit Raketen beschossen. Eine Rakete sei im Garten des Amtssitzes von Präsident Karzai eingeschlagen, sagte ein Mitarbeiter des Palastes. Eine zweite Rakete sei in der näheren Umgebung detoniert. Opfer habe es nicht gegeben.
„Die Lage hier ist ernst“
Nach Einschätzung des Isaf-Kommandeurs sind die Aufständischen derzeit so stark wie nie seit dem Sturz des Taliban-Regimes 2001. „Die Lage hier ist ernst“, sagte McChrystal am Dienstag in Kabul. „Der Aufstand ist gewachsen.“ Er bekräftigte aber: „Ich glaube, dass wir gewinnen werden.“ Die Sicherheitslage sei ausreichend, damit die Wahl an diesem Donnerstag „in den meisten Landesteilen“ stattfinden könne. Die Taliban fordern einen Boykott der Wahl und drohen mit Angriffen auf Wahllokale und auch auf Teilnehmer der Wahl. Neben der Sicherheit gilt die größte Sorge drohenden Wahlmanipulationen.
In der südafghanischen Provinz Uruzgan wurden am Dienstag mindestens drei afghanische Soldaten und zwei weitere Personen getötet.
Im nordafghanischen Kundus, dem Einsatzgebiet der Bundeswehr, verwickelten die Taliban nach Angaben der örtlichen Sicherheitskräfte abermals deutsche Soldaten und afghanische Polizisten in Gefechte. An diesem Mittwoch wird der amerikanische Sondergesandte Holbrooke in Afghanistan erwartet, der am Dienstag in Pakistan mit Ministerpräsident Gilani zusammenkam. Dort bestätigte der in der Nacht zuvor festgenommene einflussreiche Talibansprecher Maulvi Omar den Tod des Talibanführers Baitullah Mehsud.
Bombenanschläge, Raketen
egon sunsamu (sunsamu)
- 19.08.2009, 10:51 Uhr
wahlbeobachter
isabelle goldschmidt (glida)
- 19.08.2009, 15:25 Uhr