24.06.2010 · Der amerikanische Präsident trennt sich von seinem Kommandeur in Afghanistan, Stanley McChrystal. Obama habe dessen Rücktrittsersuchen angenommen. Als Nachfolger nominierte er Petraeus, den ehemaligen Oberbefehlshaber im Irak.
Der amerikanische Kommandeur in Afghanistan ist nach abschätzigen Bemerkungen über die amerikanische Regierung des Amtes enthoben worden. Präsident Barack Obama sagte am Mittwoch, Stanley McChrystals Verhalten entspreche nicht den Erwartungen, die an einen General gestellt würden. Zudem „untergräbt es die zivile Kontrolle des Militärs“, sagte Obama im Rosengarten des Weißen Hauses. Nun soll General David Petraeus vom übergeordneten Central Command den Posten übernehmen.
An der Afghanistan-Strategie werde sich nichts ändern, betonte Obama. McChrystal war am Hindukusch Chef der internationalen Truppe Isaf und damit auch der deutschen Soldaten vor Ort. Die afghanische Regierung zeigte sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht. Ein Sprecher von Präsident Hamid Karsai sagte, man habe auf ein anderes Ergebnis gehofft, respektiere aber Obamas Entscheidung.
Guttenberg bedauert Entlassung
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Entlassung des amerikanischen Kommandeurs bedauert. Er habe McChrystals Arbeit sehr geschätzt, sagte Guttenberg bei einem Truppenbesuch am Mittwoch im ostafrikanischen Dschibuti. McChrystal sei ein sehr verlässlicher Partner gewesen. Er bedauere, nicht mehr mit ihm zusammenzuarbeiten.
Sein designierter Nachfolger David Petraeus sei besonnen, habe bereits im Irak Verantwortung getragen und dort kluge Schritte umgesetzt. Er hoffe, dass mit Blick auf die für Afghanistan angestoßenen Planungen Kontinuität herrschen werde. „Ich erwarte durch diese Personalie keinen Bruch in der Strategie“, fügte Guttenberg hinzu.
Abschätzige Bemerkungen über die Militärstrategie
McChrystal hatte im Magazin „Rolling Stone“ abschätzige Bemerkungen über die Militärstrategie der amerikanischen Regierung gemacht. (siehe dazu auch: Der Krieg des Stanley McChrystal) Bereits im Oktober war der 55-jährige General mit Vizepräsident Joe Biden wegen der Afghanistan-Strategie aneinandergeraten. Obama führte vor seiner Erklärung ein Vier-Augen-Gespräch mit McChrystal. Er habe mit Bedauern dessen Rücktrittsangebot entgegengenommen, sagte Obama später.
Der Abgang McChrystals bedeutet, dass ein ausgewiesener Experte im Kampf gegen Aufständische nicht mehr zur Verfügung steht. McChrystal hat im vergangenen Jahr den Strategiewechsel am Hindukusch umgesetzt. Die Vereinigten Staaten stockten ihre Truppen massiv auf, gingen in die Offensive gegen die radikal-islamischen Taliban und entwickelten gleichzeitig einen Zeitplan für einen Abzug ihrer Kampftruppen.
Obama, der mächtige Ohnmächtige
Gerhard Rinker (GerdR)
- 23.06.2010, 21:51 Uhr
Endlich wird Herr Stanley McCrystal ein freier Mensch
Ursula Lange (Rattenmutter)
- 23.06.2010, 22:17 Uhr
Kurzsichtiger Entscheid
Rolf Reber (rreber)
- 23.06.2010, 22:29 Uhr
McChrystal haette seine Haltung
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 23.06.2010, 22:41 Uhr
Fader Beigeschmack
Martin Hess (udcvq)
- 23.06.2010, 22:41 Uhr