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Afghanistan Neun Tote bei Anschlag auf Flughafen

 ·  Bei einem Selbstmordanschlag an einem Flughafen in Jalalabad sind am Montag mindestens neun Menschen getötet worden. Zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban. Es handele sich um Vergeltung für die Koranverbrennungen.

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Bei einem Selbstmordanschlag auf den Flughafen im ostafghanischen Jalalabad sind mindestens neun Personen ums Leben gekommen. Mehr als zwölf weitere wurden verletzt. Die Taliban bekannten sich am Montag zu dem Anschlag und bezeichneten ihn als weitere Racheaktion wegen der Verbrennung von Koranexemplaren durch amerikanische Soldaten. Der Selbstmordattentäter hatte sich offenbar in einem mit explosivem Material beladenen Auto vor dem Terminal in die Luft gesprengt. Der Flughafen von Jalalabad wird sowohl zivil als auch militärisch genutzt.

Getötet wurden sechs Zivilisten, zwei Wachleute und ein afghanischer Soldat, teilte ein Polizeisprecher mit. Unter den Verletzten sind insgesamt sieben afghanische Sicherheitskräfte. Am Wochenende waren zwei amerikanische Offiziere im Innenministerium von Kabul erschossen wurden; der mutmaßliche Mörder, ein afghanischer Polizist, war nach Angaben der Taliban ebenfalls zu seiner Tat angestiftet worden.

Die Proteste und Anschläge gegen die westliche Militärpräsenz begannen am vergangenen Dienstag, nachdem Afghanen verkohlte Koranausgaben neben einer Müllverbrennungsanlage am amerikanischen Militärstützpunkt Bagram gefunden hatten. Offizielle Entschuldigungen aus den Vereinigten Staaten waren nicht in der Lage, die Unruhen nennenswert abzukühlen. Inzwischen sind dabei mehr als vierzig Menschen in Afghanistan getötet worden.

Nach dem Mord an den beiden amerikanischen Offizieren im Innenministerium haben die meisten Truppenstellerstaaten der Isaf ihre Berater aus den Behörden der afghanischen Hauptstadt abgezogen, darunter auch Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Die Bundesregierung rief etwa fünfzig Helfer aus Kabul zurück. Insgesamt sind nach Angaben des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung etwa 2000 Berater in deutschem Auftrag in Afghanistan tätig.

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Jahrgang 1965, politischer Korrespondent in London.

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