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Afghanistan Nato schränkt Kooperation ein

 ·  Die Nato hat gemeinsame Einsätze mit afghanischen Sicherheitskräften unterhalb der Bataillonsebene vorerst ausgesetzt. Sie reagiert damit auf die sich häufenden Anschläge Uniformierter auf die internationalen Truppen.

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© AFP Freund oder Feind? Ein amerikanischer Soldat schult afghanische Soldaten in Kandahar.

Die Nato-Schutztruppe Isaf schränkt aus Sicherheitsgründen ihre Zusammenarbeit mit afghanischen Kräften ein. In einer Mitteilung der Isaf hieß es am Dienstag, wegen einer verschärften Bedrohungslage nach den Unruhen wegen des islamfeindlichen Schmähvideos „Unschuld der Muslime“ würden vorübergehende Schritte unternommen, um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu erhöhen. Schon vor Bekanntwerden des Videos sind dieses Jahr bei Angriffen durch afghanische Sicherheitskräfte mehr als 50 Isaf-Soldaten getötet worden.

Größere Operationen sind nach Angaben der Nato nicht von der Maßnahme betroffen, wohl aber gemeinsame Patrouillen. Das sogenannte Partnering ist ein Kernelement der Nato-Strategie in Afghanistan. In einer Klarstellung bekräftigte die Isaf, es werde an dieser Gesamtstrategie festgehalten. Sobald die Umstände es erlaubten, werde der normale Betrieb wieder aufgenommen. Bei einem Selbstmordanschlag radikaler Islamisten, den diese als Rache für den Film bezeichneten, wurden in Kabul am Dienstag zwölf Personen getötet.

Die Isaf verurteilte den Selbstmordanschlag auf einen Kleinbus auf einer Hauptstraße zum Flughafen am Dienstagmorgen. Die radikale islamistische Hezb-i-Islami des früheren Ministerpräsidenten Gulbuddin Hekmatyar, die unter einem Banner mit den Taliban, dem Hakkani-Netz und dem Terrornetz Al Qaida kämpft, bekannte sich zu dem Anschlag. Ein Sprecher sagte, es habe sich um einen Racheakt für das Schmähvideo gehandelt, die Attentäterin sei eine 20 Jahre alte Frau aus Kabul namens Fatima aus Kabul gewesen. Es ist selten, dass in Afghanistan Frauen Selbstmordanschläge verüben. Die Polizei teilte mit, die Opfer seien Angestellte einer Luftfrachtfirma auf dem Weg zum Flughafen gewesen. Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums waren acht Ausländer unter den Toten. Wie das Außenministeriums in Pretoria mitteilte handelte es sich um Südafrikaner. Die russische Botschaft in Kabul berichtete auch von einem kirgisischen Toten.

Al Qaida verbreitet Internet-Aufruf

Nach einem Bericht der Forschungseinrichtung Afghanistan Analysts Network hatte der Unmut über den Film sich unter jungen Leuten weit über die sozialen Netze im Internet verbreitet. Auch Massen-SMS-Nachrichten wurden demnach verschickt. Bei den Studentenprotesten der vergangenen Tage waren anders als bei vorigen Demonstrationen Banner der Taliban und anderer Extremistengruppen geschwenkt worden.

Die Unruhen und Proteste in der islamischen Welt, die in Zusammenhang mit dem islamfeindlichen Video stehen, dauerten am Dienstag an. Die Terrorgruppe Al Qaida im Islamischen Maghreb verbreitete im Internet einen Aufruf, die Produzenten des Videofilms zu töten. Den Mord am amerikanischen Botschafter in Libyen, Christopher Stevens, hieß die Gruppe gut. Aus Ägypten wurden Übergriffe auf Kopten gemeldet. Der Film war von extremistischen Kopten hergestellt worden, die in Amerika leben. In Tunis gelang einem radikalen Prediger, der zu den Angriffen auf die amerikanische Vertretung angestachelt haben soll, die Flucht aus einer Mosche, die von Hunderten Polizisten umstellt worden war.

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Jahrgang 1975, Redakteur in der Politik.

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