Bei Luftangriffen der multinationalen Truppen auf ein Dorf im Süden von Afghanistan sind in der Nacht zum Montag über 70 Menschen getötet worden. Nach offiziellen afghanischen Angaben seien unter den Toten 16 Zivilisten und mehr als 60 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban. Der Gouverneur von Kandahar, Asadullah Khalid, sagte, weitere 15 Zivilisten seien verletzt worden. Zu den Opfern unter der Zivilbevölkerung sei es gekommen, weil sich die Rebellen in deren Häusern verschanzt hätten.
Die amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan hatten am Montag von mehr als 50 „unbestätigten“ Todesopfern gesprochen, die durchweg Taliban-Kämpfer gewesen seien. „Diese Menschen waren aktive Mitglieder des Taliban-Netzes und haben sowohl Koalitions- wie afghanische Truppen als auch Zivilisten angegriffen“, hieß es in ihrer Mitteilung. Fünf Rebellen seien gefangen genommen worden.
Schwerste Kämpfe seit Monaten
Bewohner der Region berichteten, bei dem Angriff seinen zahlreiche Wohnhäuser zerstört worden. Neun Zivilisten, darunter drei Kinder und zwei Frauen seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Ein verletztes Kind berichtete, alle sieben Mitglieder seiner Familie seien getötet worden. Ein älterer Mann, der eigenen Angaben zufolge mehrere Verletzte ins Krankenhaus brachte, sagte: „Ich glaube, daß bis zu 35 Zivilisten getötet und mehr als 40 verletzt wurden.“
Der Süden des Landes wurde in den vergangenen Tagen von den blutigsten Kämpfen seit vielen Monaten erschüttert. Dabei kamen seit Mittwoch insgesamt mehr als 200 Taliban, Zivilisten und Soldaten ums Leben, darunter seit dem Wochenende auch zwei französische Soldaten, ein amerikanischer Soldat und ein weiterer Soldat der multinationalen Truppen.
