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Afghanistan Karzai: Wir lassen keine Taliban frei

31.07.2007 ·  Die afghanische Polizei hat die Leiche einer zweiten südkoreanischen Geisel gefunden. Dem Opfer wurde offenbar in den Kopf geschossen. Präsident Karzai lehnt es dennoch ab, die Forderungen der Taliban zu erfüllen.

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Die afghanische Polizei hat die Leiche einer zweiten von den Taliban getöteten südkoreanischen Geisel gefunden. Dem Opfer wurde offenbar in den Kopf geschossen. Das südkoreanische Außenministerium teilte mit, es handele sich um den 29 Jahre alten Computerfachmann Shim Sung Min. Dessen Leichnam lag auf einem Kleefeld neben einer Straße in Arsu nahe der Stadt Ghasni.

In der vergangenen Woche hatten die Taliban schon einen 42 Jahre alten Pastor aus der ursprünglich 23 Menschen umfassenden Gruppe erschossen. Die christlichen Aufbauhelfer aus Südkorea waren vor eineinhalb Wochen in der Provinz Ghasni südwestlich von Kabul verschleppt worden.

Taliban stellen neues Ultimatum

Die Entführer haben nach eigenen Angaben ein neues Ultimatum gestellt. Bis Mittwochmittag um 12 Uhr (9.30 deutscher Zeit) sollten acht gefangene Taliban aus afghanischen Gefängnissen freikommen. „Wenn sie die Angelegenheit bis dahin nicht regeln, werden mehr Geiseln getötet werden“, sagte Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi der Deutschen Presse-Agentur.

Gleichwohl will die afghanische Regierung der Forderung nicht nachkommen. „Wir sollten Entführer nicht durch Erfüllen ihrer Forderungen ermutigen“, sagte ein Sprecher von Präsident Hamid Karzai. „Wir unternehmen augenblicklich alles zum Besten der Geiseln und der Regierung.“ Einzelheiten der Strategie wurden nicht genannt. Karzai war im Frühjahr heftig dafür kritisiert worden, dass er Taliban-Kämpfer gegen einen entführten italienischen Journalisten ausgetauscht hatte.

Kabul: Entführter Deutscher gesund

Einen Tag vor den Koreanern waren auch zwei deutsche Ingenieure verschleppt worden, von denen einer - der Bauingenieur Rüdiger D. - in der Gewalt der Entführer starb. Der andere Deutsche, der 62 Jahre alte Bauingenieur Rudolf B., befindet sich nach Angaben des Kabuler Innenministeriums vom Dienstag bei „zufriedenstellender Gesundheit“.

Die Regierung in Seoul verurteilte die Ermordung der koreanischen Geisel scharf. „Die Regierung macht deutlich, dass sie keine weiteren Handlungen zum Schaden unschuldiger Koreaner dulden und die Täter dafür zur Verantwortung ziehen wird“, hieß es am Dienstag in einer Erklärung des Präsidialamts.

Al Dschazira zeigt Geiselvideo

Der arabische Fernsehsender Al Dschazira strahlte unterdessen ein Video aus, das mehrere südkoreanische Geiseln in der Gewalt der islamistischen Taliban zeigt. Auf der Aufnahme sind mindestens sieben mit Kopftüchern bekleidete Frauen inmitten von Männern in afghanischen Gewändern zu sehen. In dem kurzen Amateurvideo ohne Ton wirkten die Frauen unversehrt. Al Dschazira erklärte, das Video sei dem Sender von einer Kontaktperson außerhalb Afghanistans zugespielt worden.

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi der von Amerika geführten Koalitionstruppen wurden am Dienstag in Kabul drei ausländische Soldaten und drei afghanische Zivilisten verwundet, teilten die Koalitionstruppen mit. Bundeswehr-Soldaten waren nach Angaben des Einsatzführungskommandos in Potsdam „definitiv nicht dabei“.

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