12.07.2010 · Der afghanische Präsident Karzai will offenbar 50 Taliban-Kämpfer von der UN-Terrorliste streichen lassen, um die Verhandlungsbedingungen mit den Aufständischen zu verbessern. Er stoße dabei aber auf Widerstand der Vereinten Nationen, wie die Zeitung „Washington Post“ berichtet.
Der afghanische Präsident Karzai scheint seinen lange gehegten Plan, Taliban-Kämpfer von der UN-Terrorliste streichen zu lassen, mit neuem Nachdruck zu verfolgen. Dabei stoße er teilweise auf Widerstand der Vereinten Nationen, berichtete die Zeitung „Washington Post“ am Montag. Der Vorstoß Karzais ziele darauf ab, die Bedingungen für Verhandlungen mit den Taliban zu verbessern, hieß es in der Zeitung mit Verweis auf einen hohen Repräsentanten der Regierung in Kabul.
Nach dem Willen Karzais sollen offenbar bis zu fünfzig Personen von der Liste genommen werden, die insgesamt mehr als 137 afghanische Namen umfasst. Die auf der Liste Geführten unterliegen unter anderem Reisebeschränkungen. Auch sind ihre Konten eingefroren worden. Erste Personen wurden schon 1999 - nach den Anschlägen auf zwei amerikanische Botschaften in Afrika - gelistet. Die meisten kamen 2001 hinzu.
Dem Zeitungsbericht nach verlangen die Vereinten Nationen mehr Nachweise von Karzai, dass die betroffenen Personen der Gewalt abgeschworen und alle Kontakte zu den Taliban und Al Qaida abgebrochen haben. Auch werde gefordert, dass sie die afghanische Verfassung respektieren, die nach dem Sturz der Taliban verabschiedet wurde. Für einige Personen wie den früheren Taliban-Erziehungsminister und heutigen Senator Mullah Arsala Rahmani dürfte dies zutreffen.
Aber offenbar stehen auf der Wunschliste Karzais auch Personen, die aktiv in den Widerstand gegen die Nato-Truppen eingebunden sind oder ihn sogar mit anführen. Von Seiten der Kritiker wird argumentiert, dass wichtige mögliche Gesprächspartner wie Mullah Omar Verhandlungen führen könnten, auch ohne dass sie von der Liste genommen würden. Rahmani hatte unlängst mitgeteilt, dass er trotz seines UN-Status als Terrorist schon mehrfach ins (auch westliche) Ausland einreisen konnte. Während die Vereinigten Staaten Karzais Annäherung an die Aufständischen grundsätzlich unterstützen, scheint es in Amerika unterschiedliche Meinungen darüber zu geben, wie weit das „Versöhnungsprogramm“ gehen soll. Russland hat sich schon deutlich dagegen ausgesprochen, führende Taliban-Kämpfer von der Liste zu nehmen.
2010 könnte das blutigste Jahr des Afghanistaneinsatzes werden
Das laufende Jahr droht als das blutigste in die Geschichte des internationalen Afghanistaneinsatzes eingehen. 1074 Zivilisten sind seit Januar getötet worden, heißt es in einer Studie, die die afghanische Nichtregierungsorganisation „Afghanistan Right Monitors“ am Montag veröffentlichte. Das seien mehr als je zuvor in einem Halbjahr seit Beginn des Krieges.
61 Prozent waren Opfer gewaltsamer Aktivitäten von Aufständischen. Zwanzig Prozent verloren ihr Leben durch Kriegshandlungen der Nato - im Vergleichzeitraum des vergangenen Jahres waren es noch 26 Prozent gewesen. Als weitere Todesursachen nannte die Organisation Tötungen durch afghanische Sicherheitskräfte und private Sicherheitsdienste. Allein im vergangenen Juni wurden mehr als 1200 gewaltsame Zwischenfälle mit 220 zivilen Opfern registriert. Im selben Zeitraum fielen 103 Nato-Soldaten.
Unterdessen forderte Islambad die Regierung in Kabul und die Nato auf, die Grenze zu Pakistan besser zu sichern. Es müsse verhindert werden, dass afghanische Taliban nach Pakistan eindringen und dort Anschläge verüben, sagte Innenminister Rehman Malik der BBC am Montag. Informationen seines Geheimdienstes beweisen angeblich, dass der jüngste Anschlag in den Stammesgebieten von afghanischen Taliban verübt worden ist. Die Zahl der Opfer der Doppelexplosion, die Mohmand am Freitag erschütterte, ist inzwischen auf über hundert gestiegen.
Ein Verbrecher
Chr. Nöhles (Noehles)
- 12.07.2010, 17:58 Uhr
Karzai
Stefan Klein (St.Klein)
- 12.07.2010, 18:27 Uhr
Schade nur, daß viele Menschen ein sehr kurzes Gedächnis haben
Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
- 12.07.2010, 19:27 Uhr
karzai hat nicht begriffen
Christian Schmidt (Chris2612)
- 12.07.2010, 19:36 Uhr
Frieden schliessen mit dem Islam
Georges Dorgan (geoorgge)
- 12.07.2010, 20:31 Uhr