Afghanistans Präsident Hamid Karzai hat den seit Jahren gesuchten Taliban-Chef Mullah Muhammad Omar aufgefordert, den Kampf gegen seine Regierung aufzugeben und sich stattdessen politisch zu engagieren. Mullah Omar „kann nach Afghanistan kommen, wohin er auch will“, sagte Karzai am Donnerstag in der Hauptstadt Kabul.
„Er kann ein politisches Büro eröffnen, aber er sollte das Gewehr niederlegen.“ Mullah Omar könne „mit seinen Freunden“ eine politische Partei gründen, Politik machen und selber Kandidat bei der Präsidentschaftswahl werden, sagte Karzai.
„Wenn die Leute ihn wählen, gut für ihn, dann kann er die Führerschaft in die Hand nehmen“, sagte der von Amerika unterstützte afghanische Staatschef weiter. Die Führung von Mullah Omar war 2001 durch eine amerikanische geführte Invasion gestürzt worden. Seither ist der einäugige Taliban-Chef einer der meistgesuchten Männer der Welt und kämpft gegen die Regierung in Kabul und die ausländischen Truppen am Hindukusch.
Mit der politischen Einbindung der Taliban soll ein stabiles Afghanistan nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes im Jahr 2014 erreicht werden. Die Taliban lehnten jedoch bereits mehrere Friedensangebote Karzais ab und zogen sich im März aus Vorgesprächen zu Friedensverhandlungen mit den Vereinigten Staaten zurück.
Der ganz normale Wahnsinn ist in der Politik Methode
Herbert Sax (H.Sax)
- 12.07.2012, 17:08 Uhr
Auch das zeigt deutlich, wo die Reise hingeht ...
Andreas Donath (adoc)
- 12.07.2012, 15:32 Uhr
