11.03.2010 · Der afghanische Präsident Hamid Karzai ist bereit für Gespräche mit dem radikal-islamischen Taliban-Chef Mullah Omar. „Wenn die Internationale Gemeinschaft damit ein Problem hat, dann sollte sie kommen und das erklären“, sagte er in Kabul.
Der afghanische Präsident Hamid Karzai ist bereit für Gespräche mit dem radikal-islamischen Taliban-Chef Mullah Omar. Dass Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft damit Probleme haben, findet Karzai unverständlich, sollten Gespräche dem Frieden in Afghanistan voranbringen.
Beim Thema Verhandlungen mit den Taliban gebe es „Verwirrung unter unseren Alliierten“, sagte Karzai am Donnerstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. „Es gibt einen Mangel an Koordination zwischen den Verbündeten.“
Seine Regierung habe Kontakte zu hochrangigen Taliban. „Wir sind bereit, mit ihnen, inklusive Mullah Omar, auf der Basis der afghanischen Verfassung zu reden. Für Frieden wollen wir mit jedem Afghanen sprechen, und wenn die Internationale Gemeinschaft damit ein Problem hat, dann sollte sie kommen und das erklären.“ Karzai bietet den Taliban im Rahmen der Verfassung seit längerem erfolglos Gespräche an. Die Aufständischen lehnen Verhandlungen offiziell ab, solange ausländische Truppen in Afghanistan sind.
Die internationale Staatengemeinschaft spricht sich bislang für die Wiedereingliederung einfacher Taliban-Kämpfer in die Gesellschaft aus, während die afghanische Regierung auch mit der Taliban-Führung verhandeln will. Gespräche mit Mullah Omar sind im Westen umstritten.
Karsai sagte, der Versöhnungsprozess werde im Rahmen der Verfassung geschehen. „Wir haben dafür bereits einen detaillierten Plan ausgearbeitet, dem das afghanische Volk in einer baldigen Ratsversammlung zustimmen wird.“ Der Präsident betonte. „Diejenigen, die ihre Verbindung zum Terrornetz El Kaida nicht abbrechen und ihre Einstellung nicht ändern, werden keinen Platz im Frieden in Afghanistan haben.“