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Afghanistan Kabul: Keine Militäraktion zur Geiselbefreiung geplant

01.08.2007 ·  Verwirrung in Afghanistan: Zunächst hatte es geheißen, die Armee habe mit der Befreiung der koreanischen Geiseln begonnen. Doch die Meldung wurde zurückgezogen, und die Regierung dementierte ein solches Vorhaben. Das aufgetauchte Geiselvideo ist wohl schon Tage alt.

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Die afghanische und die südkoreanische Regierung haben Berichte über eine gewaltsame Befreiung der südkoreanischen Geiseln aus der Gewalt der Taliban zurückgewiesen. Das afghanische Verteidigungsministerium betonte am Mittwochabend, Ziel der Militäroperation gegen die Taliban in der südostafghanischen Provinz Ghasni sei nicht die Befreiung der Entführten.

Ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap, die afghanische Regierung werde keine Militäroperation ohne die Zustimmung Südkoreas beginnen. „Wir haben eine solche Rettungsoperation nicht genehmigt“, sagte der Sprecher. „Wir sind über eine solche Aktion auch nicht informiert worden.“

Ministerium: Ein „Routineeinsatz“

Zunächst hatte die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch gemeldet, die afghanische Armee habe nach offiziellen Angaben mit einem Einsatz zur Befreiung der Geiseln begonnen. Diese Meldung wurde später zurückgezogen. Das Verteidigungsministerium sprach von Vorbereitungen für einen „Routineeinsatz“. Die Streitkräfte warfen über Teilen der Provinz Ghasni Flugblätter ab, in der ein Militäreinsatz angekündigt werde, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Der „Routineeinsatz“ solle „in den kommenden Wochen“ beginnen.

Die südkoreanische Regierung bemühte sich am Mittwoch um direkten Kontakt zu den Taliban. Die Gruppe drohte für den Fall einer Militäroperation zur Befreiung der Geiseln damit, die Südkoreaner zu töten. Nach dem Ablauf eines weiteren Ultimatums der Taliban am Mittwoch blieb das Schicksal der 21 verbliebenen südkoreanischen Geiseln ungewiss.

Video schon mehrere Tage alt?

Die ursprünglich 23 christlichen Aufbauhelfer waren am 19. Juli in der Provinz Ghasni verschleppt worden. Zwei Männer wurden bereits von den Islamisten getötet. Die Taliban fordern die Freilassung mehrerer Gesinnungsgenossen aus afghanischen Gefängnissen.

Ebenfalls in der Provinz Ghasni wurden die Leichen von vier Gerichtsmitarbeitern entdeckt. Sie waren am 20. Juli, einen Tag nach den Südkoreanern, verschleppt worden, wie die Polizei mitteilte. „Wir haben die vier Männer getötet, weil sie mit der Regierung zusammengearbeitet haben“, sagte Taliban-Sprecher Jussuf Ahmadi.

Das im arabischen Fernsehsender Al Dschazira veröffentlichte Video von dem in Afghanistan entführten Deutschen Rudolf B. ist nach Angaben von „Spiegel Online“ schon mehrere Tage alt. Die Bilder stammten von einem Speichermedium, dessen Daten zuletzt am 28. Juli verändert worden seien. Das hätte eine erste Untersuchung des Videos durch den Krisenstab des Auswärtigen Amtes ergeben.

Struck: Nicht nachgeben

Offizielle Ergebnisse der Auswertung hat der Krisenstab noch nicht veröffentlicht. Eine Sprecherin sagte lediglich, das Video werde untersucht. Sie bezeichnete es als „ein gezielt lanciertes Dokument der Einschüchterung“. Mit der Veröffentlichung der Aufnahme reagierten die Entführer möglicherweise auf die Ankündigung des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai vom Vortag, ihre Forderungen nicht erfüllen zu wollen. (Siehe auch: Al Dschazira zeigt Video mit deutscher Geisel)

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck sprach sich unterdessen dafür aus, den Geiselnehmern nicht nachzugeben. Die Bundesregierung versuche weiterhin, die Krise durch Verhandlungen zu lösen, sagte Struck im ZDF. Wenn man aber Forderungen nach einer Freilassung von Taliban-Kämpfern nachkäme, werde es sofort zu weiteren Nachahmungstaten kommen. „Wenn man Entführern nachgibt, macht man sich erpressbar“, sagte Struck.

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