30.05.2011 · Die internationale Schutztruppe Isaf hat sich für einen Luftangriff im Südwesten Afghanistans entschuldigt, bei dem nach afghanischen Angaben 14 Frauen und Kinder getötet wurden.
Die internationalen Truppen in Afghanistan (Isaf) haben sich für den Tod von Zivilisten bei einem Luftangriff in der Provinz Helmand entschuldigt. Im Namen der Isaf und ihres Oberkommandierenden, General David Petraeus, „entschuldige ich mich von ganzem Herzen bei den Familien und Freunden der Getöteten“, sagte der Kommandeur der Isaf-Truppen im Südwesten Afghanistans, der amerikanische Generalmajor John Toolan, am Montag.
Nach seinen Angaben wurden bei dem Angriff am vergangenen Samstag neun Zivilisten getötet. Die Provinzbehörden hatten von 14 Toten gesprochen, darunter zehn Kinder und zwei Frauen.
Hintergrund der Luftangriffe war laut Toolan ein Taliban-Angriff auf eine Isaf-Patrouille, bei der ein amerikanischer Marineinfanterist getötet wurde. Nach seinen Angaben feuerten die zur Verstärkung gerufenen Hubschrauber der amerikanischen Armee auf zwei Häuser in dem Glauben, die Aufständischen hätten sich dort allein verschanzt.
Der afghanische Präsident Hamid Karzai hatte den Tod der Zivilisten mit ungewöhnlich scharfen Worten kritisiert. Er bezeichnete den Angriff als „schweren Fehler“ und „Mord“ und forderte die Vereinigten Staaten in einer „letzten Warnung“ auf, ihre „einseitigen und unsinnigen“ Einsätze zu unterlassen.