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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Afghanistan Geisel berichtet über Haftbedingungen

30.07.2007 ·  Eine in Afghanistan entführte Südkoreanerin hat telefonisch von den Umständen der Verschleppung berichtet. Ihre Landsleute seien in Kleingruppen aufgeteilt worden, die ständig den Aufenthaltsort wechselten.

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Eine der in Afghanistan entführten Südkoreanerinnen hat telefonisch von den Umständen ihrer Geiselhaft berichtet. Die Gruppe aus 22 Südkoreanern sei in mehrere Kleingruppen aufgeteilt worden, die häufig den Aufenthaltsort wechselten, sagte die 34 Jahre alte Lee Ji Young in einem am Montag veröffentlichten Interview der südkoreanischen Zeitung „Joong Ang Ilbo“. Sie selbst werde mit drei weiteren Landsleuten gefangen gehalten, deren Zustand derzeit „okay“ sei. Sie wisse aber nicht, wie es den übrigen Verschleppten gehe.

Manchmal würden sie einmal am Tag an einen anderen Ort gebracht, manchmal auch nur alle zwei oder drei Tage, berichtete Lee. Ihre Gruppe sei derzeit in einem Haus untergebracht. Die Zeitung berichtete, die Frau habe während des am Sonntag am Telefon geführten Interviews mit einem der Geiselnehmer Rücksprache gehalten.

„Ein bisschen unangenehm“

Auf die Frage nach besonderen Härten der Geiselhaft antwortete Frau Lee: „Es ist ein bisschen unangenehm, dass wir uns nicht gründlich waschen können.“ Die Geiselnehmer hätten aber keine besonderen Drohungen ausgesprochen.

Nach Angaben der Taliban sind die Gruppen mit den südkoreanischen Geiseln über drei verschiedene Provinzen verteilt. Montagmittag (9.30 Uhr MESZ) sollte ein neues Ultimatum der Entführer verstreichen: Sie fordern die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus afghanischen Gefängnissen, andernfalls wollen sie mit der Hinrichtung ihrer überwiegend weiblichen Geiseln beginnen.

Regierung fordert „zwei zusätzliche Tage“

Die afghanische Regierung lehnt die Freilassung von Taliban-Rebellen ab und hatte die Entführer kurz vor Ablauf des Ultimatums um mehr Zeit gebeten. „Unsere Delegierten sind im Gespräch mit ihnen (den Taliban), damit sie uns zwei zusätzliche Tage geben“, sagte der Gouverneur der südostafghanischen Provinz Ghasni, Mehrajuddin Patan, der Deutschen Presse-Agentur. Die Taliban hatten zuvor von einer „letzten Frist“ gesprochen und bekräftigt, diese nicht mehr zu verschieben. Dennoch verlängerten sie die Frist zunächst um vier Stunden.

Die Südkoreaner, die sich zu einem Hilfseinsatz in Afghanistan aufhielten, waren am 19. Juli verschleppt worden. Ein Geistlicher, der zu der Gruppe gehörte, wurde am Mittwoch erschossen aufgefunden. Sein Leichnam ist am Montag nach Südkorea übergeführt worden. Neben den Koreanern befindet sich auch noch ein deutscher Bauingenieur in der Gewalt von Entführern.

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