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Afghanistan „Einsatz vor allem im Norden“

03.06.2008 ·  Die Soldaten der schnellen Eingreiftruppe der Bundeswehr sollen nach den Worten Verteidigungsminister Jungs „im Wesentlichen im Norden“ Afghanistans eingesetzt werden. „Es ist ein gefährlicher Einsatz, auch mit Risiko für Leib und Leben.“

Von Stephan Löwenstein
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Die Soldaten der schnellen Eingreiftruppe der Bundeswehr, die am Dienstagabend gemeinsam mit dem 17. Einsatzkontingent in Lemgo feierlich verabschiedet wurden, sollen nach den Worten Verteidigungsminister Jungs „im Wesentlichen im Norden“ Afghanistans eingesetzt werden.

Jung sagte im Zweiten Deutschen Fernsehen, jeder Einsatz außerhalb der Nordregion, wo Deutschland das Regionalkommando der Afghanistanschutztruppe Isaf führt, hänge von seiner persönlichen Entscheidung ab. „Da die Situation sich derzeit so darstellt, dass wir im Norden auch eine Verschärfung haben, gehe ich davon aus, dass auch die Schnelle Einsatzgruppe im Wesentlichen im Norden eingesetzt wird.“ Die Sicherheitslage in Afghanistan habe sich verschlechtert, sagte der Minister. „Wir haben leider schon 26 tote Soldaten zu beklagen. Es ist ein gefährlicher Einsatz, auch mit Risiko für Leib und Leben.“

Operationen „Kares“ und „Yolo II“

Außerhalb der Nordregion waren bis vor wenigen Tagen deutsche Soldaten im Rahmen der Operation „Kares“ eingesetzt. Diese Operation der Nato-geführten Schutztruppe gemeinsam mit der afghanischen nationalen Armee an der Nahtstelle zwischen den Regionalkommandos West und Nord sollte Aufständische zurückdrängen, die sich dort festzusetzen drohten. Sie schloss sich an die Operation „Yolo II“ an, die Ende vergangenen Jahres in dieser Region geführt wurde. Beide Operationen wurden „grenzüberschreitend“ durch einen deutschen General geführt, um keine Sicherheitslücke entstehen zu lassen, weil der italienische Regionalkommandeur West und seine Kräfte anderswo gebunden waren.

Jetzt teilte die Bundeswehr mit, die Operation sei am 28. Mai beendet worden. „Im Rahmen der Operation „Kares“ gelang es, nicht nur aufständische Kräfte im Raum Ghormach zurückzudrängen, sondern vor allem die afghanischen Kräfte haben ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt und damit das Vertrauen der afghanischen Bevölkerung in die eigenen Sicherheitskräfte gestärkt.“ Alle deutschen Soldaten befänden sich wieder im Nordbereich.

30 deutsche Soldaten im Süden und Osten

Deutsche Kräfte dürfen wegen des vom Bundestag erteilten Mandats nur auf Grundlage einer Ausnahmeklausel zeitlich und im Umfang begrenzt außerhalb der Kommandobereiche Nord und Mitte (Kabul) eingesetzt werden. Derzeit sind gut 30 deutsche Soldaten, hauptsächlich Fernmelder und Transportflieger, im Süden und Osten eingesetzt. In der nun beendeten Operation „Kares“ waren deutsche Soldaten hauptsächlich mit Führungs- und Sanitätskapazitäten beteiligt; Kampftruppen stellte die afghanische Armee.

In dieser Frage war es zu einer Auseinandersetzung zwischen der Isaf-Führung in Afghanistan und der Bundeswehrführung gekommen, die es abgelehnt hatte, die (von Juli an deutsche) schnelle Eingreiftruppe dauerhaft für Operationen in dieser angrenzenden West-Region einzusetzen. Sie wäre dann gebunden und stünde nicht mehr als Eingreifreserve zur Verfügung, so lautete die Argumentation aus Berlin. Bei „Yolo II“ waren die - damals und derzeit noch norwegischen - Soldaten der schnellen Eingreiftruppe in vorderer Linie mit eingesetzt gewesen. Insgesamt scheint man in Berlin von der Nachhaltigkeit dieser Operationen nicht überzeugt zu sein.

Ebenfalls zur Unterstützung afghanischer Kräfte waren deutsche Soldaten am vergangenen Sonntag im Raum Kundus an einer Durchsuchungsoperation beteiligt, bei der sechs „regierungsfeindliche Kräfte“ festgenommen und Panzerfaustgranaten sichergestellt wurden. Die Deutschen sicherten mit einem äußeren Ring das Vorgehen ab. Das deutsche Provinzwiederaufbauteam (PRT) Kundus war in letzter Zeit immer stärker Ziel von Angriffen geworden.

Die Soldaten der schnellen Eingreiftruppe der Bundeswehr, die am Dienstagabend gemeinsam mit dem 17. Einsatzkontingent in Lemgo feierlich verabschiedet wurden, sollen nach den Worten Verteidigungsminister Jungs „im Wesentlichen im Norden“ Afghanistans eingesetzt werden.

Jung sagte im Zweiten Deutschen Fernsehen, jeder Einsatz außerhalb der Nordregion, wo Deutschland das Regionalkommando der Afghanistanschutztruppe Isaf führt, hänge von seiner persönlichen Entscheidung ab. „Da die Situation sich derzeit so darstellt, dass wir im Norden auch eine Verschärfung haben, gehe ich davon aus, dass auch die Schnelle Einsatzgruppe im Wesentlichen im Norden eingesetzt wird.“ Die Sicherheitslage in Afghanistan habe sich verschlechtert, sagte der Minister. „Wir haben leider schon 26 tote Soldaten zu beklagen. Es ist ein gefährlicher Einsatz, auch mit Risiko für Leib und Leben.“

Operationen „Kares“ und „Yolo II“

Außerhalb der Nordregion waren bis vor wenigen Tagen deutsche Soldaten im Rahmen der Operation „Kares“ eingesetzt. Diese Operation der Nato-geführten Schutztruppe gemeinsam mit der afghanischen nationalen Armee an der Nahtstelle zwischen den Regionalkommandos West und Nord sollte Aufständische zurückdrängen, die sich dort festzusetzen drohten. Sie schloss sich an die Operation „Yolo II“ an, die Ende vergangenen Jahres in dieser Region geführt wurde. Beide Operationen wurden „grenzüberschreitend“ durch einen deutschen General geführt, um keine Sicherheitslücke entstehen zu lassen, weil der italienische Regionalkommandeur West und seine Kräfte anderswo gebunden waren.

Jetzt teilte die Bundeswehr mit, die Operation sei am 28. Mai beendet worden. „Im Rahmen der Operation „Kares“ gelang es, nicht nur aufständische Kräfte im Raum Ghormach zurückzudrängen, sondern vor allem die afghanischen Kräfte haben ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt und damit das Vertrauen der afghanischen Bevölkerung in die eigenen Sicherheitskräfte gestärkt.“ Alle deutschen Soldaten befänden sich wieder im Nordbereich.

30 deutsche Soldaten im Süden und Osten

Deutsche Kräfte dürfen wegen des vom Bundestag erteilten Mandats nur auf Grundlage einer Ausnahmeklausel zeitlich und im Umfang begrenzt außerhalb der Kommandobereiche Nord und Mitte (Kabul) eingesetzt werden. Derzeit sind gut 30 deutsche Soldaten, hauptsächlich Fernmelder und Transportflieger, im Süden und Osten eingesetzt. In der nun beendeten Operation „Kares“ waren deutsche Soldaten hauptsächlich mit Führungs- und Sanitätskapazitäten beteiligt; Kampftruppen stellte die afghanische Armee.

In dieser Frage war es zu einer Auseinandersetzung zwischen der Isaf-Führung in Afghanistan und der Bundeswehrführung gekommen, die es abgelehnt hatte, die (von Juli an deutsche) schnelle Eingreiftruppe dauerhaft für Operationen in dieser angrenzenden West-Region einzusetzen. Sie wäre dann gebunden und stünde nicht mehr als Eingreifreserve zur Verfügung, so lautete die Argumentation aus Berlin. Bei „Yolo II“ waren die - damals und derzeit noch norwegischen - Soldaten der schnellen Eingreiftruppe in vorderer Linie mit eingesetzt gewesen. Insgesamt scheint man in Berlin von der Nachhaltigkeit dieser Operationen nicht überzeugt zu sein.

Ebenfalls zur Unterstützung afghanischer Kräfte waren deutsche Soldaten am vergangenen Sonntag im Raum Kundus an einer Durchsuchungsoperation beteiligt, bei der sechs „regierungsfeindliche Kräfte“ festgenommen und Panzerfaustgranaten sichergestellt wurden. Die Deutschen sicherten mit einem äußeren Ring das Vorgehen ab. Das deutsche Provinzwiederaufbauteam (PRT) Kundus war in letzter Zeit immer stärker Ziel von Angriffen geworden.

Quelle: F.A.Z./löw.
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Jahrgang 1968, politischer Korrespondent in Berlin.

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