Home
http://www.faz.net/-gq5-165rb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Afghanistan-Einsatz Bundeswehr korrigiert Angaben über Anschläge

 ·  Entgegen ersten Informationen sind die vier deutschen Soldaten am Donnerstag in Afghanistan bei zwei verschiedenen Anschlägen getötet worden. Das erste Attentat wurde nicht mit einer Rakete, sondern mit einer Sprengfalle verübt. Der Zustand der verletzten Soldaten ist stabil.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (13)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Harry LeRoy
Harry LeRoy (Cimon) - 17.04.2010 11:08 Uhr

Vom elenden Dasein eines Vasallenstaates, heute: Heerfolge für den Oberherrn

Nicht grundlos lässt der Dichterfürst Schiller seine Mentorgestalt Attinghausen dessen jugendlichen Heißspornneffen Rudenz im Wilhelm Tell vom Dienst für fremde Mächte warnen: „Bist du so weise? Willst heller sehn als deine edeln Väter, Die um der Freiheit kostbarn Edelstein Mit Gut und Blut und Heldenkraft gestritten? (…) Mit unsrer Armut ihre Länderkäufe, Mit unserm Blute ihre Kriege zahlen - - Nein, wenn wir unser Blut dransetzen sollen, So sei's für uns - wohlfeiler kaufen wir Die Freiheit als die Knechtschaft ein!“ – das heutige Deutschland ist weniger glücklich: Durch die amerikanische Eroberung ist es nicht minder gezwungen die amerikanischen Kriege mit Blut und Gut auszufechten; so wie die Rheinbundstaaten, Preußen und Österreich nach der Niederlage gegen Napoleon diesem für seine Kriege gegen Rußland und Spanien die Soldaten stellen mußten, so muß es Deutschland heute für die Kriege der Amerikaner in Baktrien und Illyrien; doch ist das heutige Deutschland auch hier unglücklicher: Denn mag auch Napoleon ein gefährlicherer Feind gewesen sein als es die amerikanischen Memmen selbst mit Atomwaffen je sein könnten, doch haben die Amerikaner hier ihre Kreaturen eingesetzt, wie das Wetterfähnchen im Verteidigungsministerium.

Empfehlen
Robert Zimmermann
Robert Zimmermann (Rozi) - 16.04.2010 23:51 Uhr

Herumeiern

Ich versteh' zunehmend noch weniger. Wenn man von jemandem kriegerisch - systematisch und mit Vernichtungsabsicht - angegriffen wird, dann ist zwangsläufig Krieg. Ob sich dieser Krieg auch ohne die eigene Fernreise in nichtmal entfernt benachtbarte Regionen dieser Welt ergenen hätte ist gleichgültig, es ist nunmal soweit. Ebenso, ob die eigene Anwesenheit dort größeren Schaden zuhause oder anderswo möglicherweise verhindert hat, denn in der Wirklichkeit lässt sich allerhöchstens das eigene Handeln und dessen Begleiterscheinungen, idealerweise dessen Folgen, im Nachhinein protokollieren. Etwaige Alternativ- oder Nichthandlungen und ihre möglichen Folgen lassen sich zwar interessant durchdenken und diskutieren, sind aber von der Natur her rein hypothetisch.
Es ist Krieg, Menschen sterben, Angriffe werden geführt, Verteidigungen werden gesucht und es gewinnt derjenige, der den anderen niederringt und seinen Willen, seine Prinzipien und seine Erwartungen aufzwingt. Der Angriff des einen auf den anderen ist vom Prinzip her nicht verwerflicher als umgekehrt. Auch der Gute verübte ansonsten verdammenswerte Anschläge, auch der Böse verteidigte ansonsten lediglich sich und sein Anliegen.
Stell dir vor es ist Krieg & alle eiern nur herum.

Empfehlen
Harald Dechant

Die Heimatfront dreht durch

Bei der Betrachtung vieler Kommentare zweifle ich an der Fähigkeit von Militaristen, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Man schreit nach Kampfhubschraubern, schweren Panzern und Haubitzen, mit denen man es den Taliban mal so richtig zeigen könnte. Ich bin sicher, hätte die Bundeswehr ABC-Waffen mit lustigen Tiernamen wie Tiger oder Leopard - man riefe nach der Bombe. Waffenfetischismus ist aber genauso infantil und präpubertär wie Überaschungseier sammeln. Nur nicht so verschroben sympathisch.
Als ob die Russen in Afghanistan und Tschetschenien, die Amerikaner in Vietnam oder die Wehrmacht gegen Titos Partisanen - allesamt weitaus weniger zimperlich wie unsere Bundeswehr mit dem ganzen Waffenkrempel Erfolg gehabt hätten.
Man gewinnt Kriege gegen hochmotivierte Einheimische tausende Kilometer weg von daheim nicht mit dem Ballermann, sondern in dem man sich in die Herzen der Menschen schleimt und ihnen die bessere Alternative für die Zukunft präsentiert. Das sollte gegen Kontrahenten wie die einfältigen Religionsfanatiker der Taliban für den reichen Westen eigentlich machbar sein. Eine Haubitze oder ein Leopard am Marktplatz helfen weniger als Brunnen in den Dörfern und Plasmafernseher und Toyotas für die Stammesältesten.

Empfehlen
Axel Eick
Axel Eick (ernstson) - 16.04.2010 21:14 Uhr

Noch mehr Waffen nach Afghanistan

mehr Waffen werden nicht helfen. Dieser Krieg ist für die Alliierten nicht zu gewinnen. Wir sollten aus der Erfahrung der Russen lernen, allerdings bevor hunderte Deutsche Soldaten umgebracht oder verstümmelt worden sind. Der scheidende Wehrbeauftragte Robbe hat uns ja heute gesagt, dass wir mit viel mehr Toten rechnen müssen. Wir sollten unsere Soldaten so schnell wie möglich abziehen. Es ist nicht schwer zu prophezeien, das wir sie in 2 oder 3 Jahren doch abziehen müssen, weil dieser Krieg verloren ist, aber wenn wir sie nicht abziehen werden die Kosten (soziale und materielle) ins unermessliche steigen.

Empfehlen
Constantin v. Alvensleben

Sprache 2

Wieso spricht die FAZ von einem "Attentat"? Eine ferngezuendete Sprengfalle ist - in der Logik des Krieges - ein legitimes und auch legales Mittel der Kriegsfuehrung - wie ebenfalls der Einsatz von Bomben. Oder haelt die FAZ den durch Oberst Klein befohlenen Bombeneinsatz, der bis zu 142 Menschen das Leben kostete, auch fuer ein Attentat? Oder anders gefragt: warum werden die dt. Soldaten als "illegitime" Opfer von Attentaten praesentiert, waehrend die getoeteten Taliban als legitime Gegner/Feinde dargestellt werden? “Gut und Boese” sind die falschen Kategorien. Selbst wenn es sich um “unsere Jungs” handelt.

Empfehlen
fritz Teich

Terroristen schlagen an, feige und hinterhaeltig

Wobei ich ja gerne wueste, warum es sich um Terroristen handeln soll. Sind unsere Soldaten Zivilisten? Wobei auch Soldaten Zivilisten toeten koennen. Die Sprache haengt wohl damit zusammen, dass es keinen einzigen vernuenftigen Grund gibt auf Taliban zu schiessen. Also nennt man sie Terroristen, dann sind sie vogelfrei.

Empfehlen
Mike Wolf
Mike Wolf (mikewolf) - 16.04.2010 17:29 Uhr

@ ahmend

ich bin ja immer überrascht wie sich hier die einzelnen foristen als militärexperten geben. da beurteilen sie den einsatz von leo2 mit einer selbstverständlichkeit um sich im nachsatz brutal zu disqualifizieren.
ärzte auch rettungsärzte, sind bei vielen patroullien dabei. man nennt diese auch BAT = Beweglicher Arzt Trupp!
wenn man keine ahnung hat einfach mal die tastatur unbenutzt lassen.

Empfehlen
Closed via SSO
udo lang (ud-la) - 16.04.2010 17:23 Uhr

Stille Post

Hat die Bundeswehr für ihre Kommunikation nur die Post? Nutz sie nicht das Internet oder Funk für ihre Kommunikation? Oder spielt sie "Stille Post" über viele Hierachieebenen. Die Bundeswehr braucht wirklich eine grundsätzliche Reorganisation über die gesamte Befehlsstruktur, sonst sind solche organisatorischen Fehler nicht zu erklären.

Empfehlen
Konstantin Schneider

Wählertäuschung wird also fortgesetzt

Klar muss es jetzt plötzlich eine wesentlich kleinere "Munition" gewesen sein, die den Tod der Soldaten nach sich zog, damit nämlich ordentliche Propaganda für mehr gepanzerte Fahrzeuge gemacht werden kann, in denen sich unsere Jungs dann sicher fühlen dürfen. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass auch die Taliban sofort aufrüsten werden. Gegen die "schlagkräftigen" Argumente der deutschen Nachrüstungsgegner ist also nichts gewonnen. Warum also muss das ganze Volk mit widersprüchlichen Informationen des eigenen Generalsstabes so zum Narren gehalten werden? Warum nur?

Empfehlen
Christoph Schwiers

Richtig, Herr Bierhance - kein Anschlag war das, sondern ein Gefecht !

Ohne die Taliban aufwerten zu wollen: Es sind keine Terroristen, die man mit der Polizei festnehmen kann, sondern feindliche Kämpfer. Das hat Konsequenzen: Wenn man sie entdeckt, muß man sie bekämpfen, wenn man sie nicht ausnahmsweise zur Aufgabe zwingen kann (dafür dann aber kein Risikao eingehen); bekämpfen mit allen Möglichkeiten moderner Waffentechnik, d.h. mit deren Präzision, die eigene Leben und die von Zivilisten schützt, aber auch mit ihren Eigenarten, z.B. ein unerwarteter Angriff von Scharfschützen oder Luftfahrzeugen mit der Folge, daß die Jungs eben tot sind, obwohl sie es vorher noch nicht einmal ahnten. Besser die als unsere Soldaten oder ihre Verbündeten. Nicht gerade wie in Ghaza-Stadt alles platt machen, aber sonst ruhig von den Israelis lernen, also die eigenen Qualitäten ausspielen. Und bitte das Geld lieber für militärische Ausrüstung ausgeben oder für echte Infra-Struktur-Maßnahmen in AFG anstatt für Entschädigung, weil hinterher keiner mehr ein Taliban gewesen sein soll. Übrigens höre ich nie etwas von Tiger-Unterstützung für unsere Soldaten am Boden - ist etwa noch immer kein geeigneter Hubschrauber im Einsatz, gepanzert, mit MK etc...? Wenn nicht, klebt Blut an den Händen der Rüstungsverhinderer !!!

Empfehlen
Georg Kirchner

Jetzt mal ehrlich

Wir können´s einfach nicht (mehr). Kollateralschäden und eigene Verluste werden unter gegenseitiger Schuldzuweisung endlos debattiert, der Wehrdienst auf ein symbolisches Praktikum verkürzt, keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung und vor allem ein Gegner, der seit mehreren Generationen jeden auch noch so starken oder brutalen Eindringling in die Schrankenverwiesen hat. Dieser Einsatz, so wie jeder andere ernsthafte Feindkontakt im Ausland ist für die Bundeswehr nicht zu gewinnen. Also nicht nur raus aus Afganistan sondern es gleich ganz sein lassen, die Bundeswehr abgeschafft und fertig.

Empfehlen
Jörg Bierhance
Jörg Bierhance (JWBG) - 16.04.2010 14:58 Uhr

Sprache

Wäre es nicht angemessen, endlich nicht von Anschlag, sondern von Gefecht zu sprechen? Es entspricht doch der Realität, und je eher man sich dieser stellt, desto mehr hilft man auch den Soldaten. Die Dinge müssen beim Namen genannt werden, und einen Krieg kann man nun einmal nicht in Watte packen. Die daraus entstehende Klarheit führt vielleicht zu konsequenteren Entscheidungen und zu einem schnelleren Ende dieser unklaren und vor allem für alle Beteiligten höchst unwahrhaftigen Situation.

Empfehlen
Christian Berger

dann wird es wohl langsam doch Zeit ...

für einen Leopard 2 in Afganistan. Der bietet mehr als genug Schutz vor IEDs und RPGs. Ausserdem ist die psycholigische Wirkung enorm ...

Empfehlen
Weitersagen

Hollandes Hand

Von Günther Nonnenmacher

Die Bundesregierung sollte sich klar darüber sein, was genau es bedeutet, wenn sie zur Krisenbewältigung „mehr Europa“ fordert. Mehr 31 34