Home
http://www.faz.net/-gq5-6jz2y
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Afghanistan Deutscher Wachmann in Kundus getötet

02.07.2010 ·  Bei einem Selbstmordanschlag auf das Büro einer amerikanischen Hilfsorganisation im nordafghanischen Kundus ist ein deutscher Wachmann getötet worden. Die Bundeswehr soll an den mehrstündigen Gefechten nicht beteiligt gewesen sein.

Artikel Bilder (1) Video Lesermeinungen (4)

Bei einem Taliban-Angriff in der nordafghanischen Stadt Kundus ist am Freitagmorgen ein Deutscher getötet worden. Das bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Bei dem 32 Jahre alte Opfer handelt es sich um einen Objektschützer aus Schleswig-Holstein.

Der Angriff galt einer Vertragsfirma, die Projekte der staatlichen amerikanischen Hilfsorganisation USAID umsetzt. Provinzgouverneur Mohammad Omar sagte, insgesamt sechs Selbstmordattentäter hätten das Gebäude der Firma gestürmt. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich gegen 03.30 Uhr am Eingang des Gebäudes mit einem Geländewagen in die Luft, anschließend stürmten die übrigen fünf Angreifer das Haus. Ihre Leichen wurden später in den beiden Stockwerken des Hauses gefunden.

Bundeswehr nicht beteiligt

Nach Angaben des Polizeichefs der Provinz wurden bei dem Überfall neben den Attentätern vier Menschen getötet, mehrere weitere wurden verletzt. Bei den anderen Getöteten handelte es sich um zwei afghanische Polizisten und einen Philippiner.

Bei einem Selbstmordanschlag auf das Büro einer amerikanischen Hilfsorganisation im nordafghanischen Kundus ist ein deutscher Wachmann getötet worden. Die Bundeswehr soll an den mehrstündigen Gefechten nicht beteiligt gewesen sein.

Nach Angaben des Krankenhauses in Kundus-Stadt wurden dort 22 Verletzte behandelt. Das Bundeswehr-Krankenhaus im zivil-militärischen Aufbauteam kümmerte sich um sieben weitere Leichtverletzte. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, die Firma sei angegriffen worden, weil sie mit den Amerikanern zusammenarbeite.

Ein Bundeswehr-Sprecher in Kundus sagte, die Bundeswehr sei an den mehrstündigen Gefechten nicht beteiligt gewesen. Amerikanische Truppen hätten die afghanischen Sicherheitskräfte unterstützt. Die Aufständischen hätten gegen 3 Uhr 20 Ortszeit zunächst eine Autobombe gezündet, um sich Zugang zum Firmengelände zu verschaffen. Danach hätten die Taliban-Kämpfer die unteren Stockwerke des Gebäudes besetzt. Die Gefechte endeten erst am Vormittag.

Das Büro der Firma Development Alternatives Inc. (DAI) in Kundus war erst vor kurzem eröffnet worden.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Nie wieder Steuersenkungen?

Von Jasper von Altenbockum

Diese Woche hat gezeigt, wie sehr die Schuldenbremse schon den föderalen Alltag bestimmt. Wenn es nach der SPD ginge, könnte es ihretwegen wohl so schnell nicht wieder Steuersenkungen geben. Mehr 5 5