Home
http://www.faz.net/-gq5-12994
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Afghanistan Deutscher Soldat Opfer „einer fast militärisch geplanten Aktion“

30.04.2009 ·  Verteidigungsminister Jung hat die Anschläge auf die Bundeswehr in Afghanistan verurteilt. Die Bundeswehr wolle ihre Arbeit in Afghanistan jedoch weiterführen. Linkspartei-Chef Lafontaine forderte den Truppenabzug, der Krieg sei nicht zu gewinnen.

Artikel Bilder (1) Video (1) Lesermeinungen (0)

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat den Anschlag auf eine Bundeswehrpatrouille in Afghanistan mit einem getöteten Soldaten scharf verurteilt und den Angehörigen seine Anteilnahme ausgesprochen. „Wir trauern um unseren Soldaten“, sagte Jung am Donnerstag in Berlin. Er bezeichnete die Anschläge als „hinterhältig und verbrecherisch.“ Sie machten deutlich, dass der Einsatz für den Frieden „mit Gefahren für Leib und Leben verbunden“ sei.

Jung betonte jedoch, die Bundeswehr wolle ihre Arbeit in Afghanistan weiterführen. „Dies sind wir auch unseren gefallenen und verwundeten Soldaten schuldig“. Wenn man Vertrauen in der Bevölkerung des Landes am Hindukusch wolle, dürfe man sich nicht zurückziehen.

Schneiderhan: „Fast militärisch geplante Aktion“

Keinen Zusammenhang sah der Verteidigungsminister mit dem überraschenden Afghanistan-Besuch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch. Die Anschläge seien vermutlich von langer Hand geplant worden. Jung warnte jedoch, bei den Taliban handele es sich um einen „vernetzten intelligenten Gegner“, der jede Möglichkeit zur medialen Selbstdarstellung nutze.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, sprach von einer „fast militärisch geplanten Aktion“. Die Angreifer seien anders vorgegangen als bei bisherigen Anschlägen.

Lafontaine: „Einsatz muss beendet werden“

Der Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, forderte nochmals den Abzug der Bundeswehr aus dem Land. Lafontaine sagte: „32 tote deutsche Soldaten in Afghanistan mahnen uns.“ Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier sollten die Konsequenz ziehen, dass der Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen sei.

Bei zwei Anschlägen am Mittwoch war ein deutscher Soldat getötet worden. Nach Angaben Schneiderhans war eine Patrouille von knapp 40 Soldaten in der Nähe des deutschen Feldlagers Kundus in einen Hinterhalt gelockt und unter anderem mit Panzerfäusten beschossen worden. Dabei wurde der Hauptgefreite getötet. Vier weitere Soldaten wurden verletzt. Es habe ein „minutenlanges Feuergefecht“ gegeben, sagte Schneiderhan. Vermutlich habe auch die Seite der Angreifer „Verluste“ zu beklagen.

Am gleichen Tag waren bei einem Selbstmordanschlag fünf deutsche Soldaten verletzt worden. Zwei der Verletzten sollen nach Angaben Jungs zurück nach Deutschland geflogen werden.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Entscheidungsrecht

Von Georg Paul Hefty

Der Gesetzgeber festigt mit dem neuen Organspenderecht die Autonomie des Einzelnen: Er kann seine Bereitschaft wie seine Ablehnung erklären oder sich gar nicht äußern. Außerdem befreit es die Angehörigen von drängenden Fragen der Ärzte. Mehr 9 4